Vorlage und Bericht
Vernehmlassung 2008/32: Revision des CO2-Gesetzes · 113 Seiten
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3.2.5.3 Internationale Einflüsse
Eine weitere, weniger beachtete Dimension der Auswirkungen der Klimaänderung betrifft die Schweiz als kleine, international stark verflochtene Volkswirtschaft: Folgen des Klimawandels in Drittstaaten dürften sich mittelfristig über Störungen der Handelsströme, aber auch über Konflikte um knappe Ressourcen und Migrationsströme verstärkt bemerkbar machen. Daher ist im Rahmen einer nationalen Anpassungsstrategie an die Klimaänderung auch die Verletzlichkeit der Schweiz gegenüber solchen Einflüssen im Auge zu behalten. Gleichzeitig ist den Chancen, welche sich aus den Beiträgen der Schweiz an Problemlösungen im Ausland ergeben, Rechnung zu tragen.
3.2.6 Forschung und Innovation
Innovation beschreibt den ganzen Prozess von der Problemdefinition bis zur Problemlösung. Sie beinhaltet die Grundlagenforschung, die angewandte Forschung, die technologische Entwicklung bis zu deren Markteinführung und Anwendung sowie die Gewinnung der für die Forschung und Entwicklung notwendigen Daten. Klimarelevante Forschung und Innovation umfasst folgende Bereiche:
• Erforschung des Klimasystems;
• Untersuchung der Auswirkungen einer Klimaänderung auf Gesellschaft, Ökosysteme sowie Wirtschaft und umgekehrt, des menschlichen Handelns auf das Klima;
• Forschung und Entwicklung von Massnahmen und Technologien zur Reduktion von Treibhausgasemissionen sowie Wege zu deren erfolgreichen Implementierung (Mitigation);
• Erforschung und Entwicklung von Massnahmen und Technologien zur Anpassung an die Klimaänderung (Adaptation).
Grosser Forschungsbedarf besteht vor allem im Bereich der Auswirkungen der Klimaänderung und möglicher Anpassungsmassnahmen. Die Bearbeitung dieser Themenfelder bedarf koordinierter inter- und transdisziplinärer Forschungsaktivitäten in der Schweiz und auf internationaler Ebene. In der Schweiz werden institutionsübergreifende Koordinationsaufgaben in der Klimaforschung zurzeit im Nationalen Forschungsschwerpunkt Klima wahrgenommen. Aus diesem Grund soll geprüft werden, wie diese Funktionen nach Abschluss des NFS Klima, der voraussichtlich im Jahr 2013 erfolgt, weitergeführt werden können. Auf europäischer Ebene ist die Beteiligung der Schweiz an zukünftigen EU-Forschungsrahmenprogrammen und an COST möglichst fortzusetzen. Zudem ist eine Beteiligung der Schweiz an den für die Klimaforschung relevanten ESFRI-Projekten wie ICOS136 (Integrated Carbon Observation System) zu prüfen. Im Energiebereich nimmt das BFE, begleitet durch die CORE, die koordinierende Funktion wahr. Dazwischen und zusätzlich zu diesen Schwerpunktsektoren erstreckt sich eine ganze Palette von Bereichen, für die eine interdisziplinäre und interdepartementale Koordination sinnvoll und nötig ist.
Der Bundesrat erwägt daher folgende Massnahmen:
• Der Bundesrat wird zum gegebenen Zeitpunkt prüfen, ob und wie im Rahmen der nächsten Botschaft über die Förderung von Bildung, Forschung und Innovation ein thematischer Schwerpunkt zur klimarelevanten Forschung und Innovation festgelegt werden kann. Dies ist einerseits bei den Forschungsförderorganen im Rahmen der orientierten Forschung und andererseits im Rahmen der Forschungskonzepte der Politikbereiche möglich;
136 http://icos-infrastructure.ipsl.jussieu.fr/