Bericht und Vorlage
Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten
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Grundzüge der Vorlage
ganismen einhergehen. Sich verändernde Bodenzustände, insbesondere die zunehmende Trockenheit während der Vegetationsperiode und eine höhere Vernässungsgefahr vor allem im Herbst, stellen neue Herausforderungen für die Bewirtschaftung dar. Der Humuserhaltung kommt in diesem Zusammenhang eine erhöhte Bedeutung zu. Lokal können Wassernutzungskonflikte entstehen bzw. sich verschärfen. Durch die Erwärmung und häufigere und intensivere Extremereignisse ist damit zu rechnen, dass ohne entsprechende Anpassungsmassnahmen durch Erosion und Verdichtungsgefahr in vernässten Böden und Abbau organischer Substanz die Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt wird und Agrarumweltprobleme wie Auswaschung zukünftig zunehmen könnten. Umgekehrt kann die Landwirtschaft durch eine angepasste Bewirtschaftung etwa zur Dämpfung von Hochwasserereignissen beitragen. In der Tierproduktion können höhere Sommertemperaturen die Produktivität verringern. Auch für Einschleppung und Ausbreitung neuer, durch tierische Vektoren verbreitete Krankheiten, wie zum Beispiel der Blauzungenkrankheit bei Wiederkäuern, hat der Klimawandel eine wichtige Bedeutung. Insgesamt stehen den erwarteten Vorteilen für die landwirtschaftliche Produktion (wärmere Temperaturen, längere Vegetationsperiode) zunehmende Risiken durch Extremereignisse (Hitze, Trockenheit, Starkniederschläge) und ein höherer Druck ausgehend von Schadorganismen gegenüber. Es bestehen grosse Unsicherheiten über das künftige Ausmass dieser Risiken.
1.3.4 Rohstoff- und Ressourcenverfügbarkeit
Die weltweit vorhandenen Reserven bei den nicht-erneuerbaren Rohstoffen sind zum Teil beträchtlich, in anderen Fällen aber bereits heute relativ knapp. Geht man von einer konstant bleibenden Nachfrage und den heute bekannten Vorkommen aus, beträgt die Reichweite von Kohle beispielsweise 142 Jahre, jene von konventionellem Erdgas 61 Jahre und jene von konventionellem Erdöl 42 Jahre. Bei den metallischen Rohstoffen sind die Reichweiten in der Regel kürzer (Kupfer 36 Jahre, Zink 17 Jahre, Gold 20 Jahre), dasselbe gilt für den mineralischen Rohstoff Phosphor, einem essentiellen Nährstoff für die landwirtschaftliche Produktion. Diese Schätzungen sind allerdings mit grosser Unsicherheit behaftet. Über die Reserven hinaus werden heute für die verschiedenen Rohstoffe weitere Vorkommen vermutet. Neben dem Umfang der Reserven ist auch deren geographische Verteilung zu berücksichtigen. Beim Erdöl ist die Konzentration der Reserven auf wenige Länder ein Risiko, befinden sich doch knapp 62 Prozent der Weltreserven in den Ländern des Nahen Ostens. Beim Erdgas nimmt mit dem Rückgang der Gasproduktion in der EU die Abhängigkeit von aussereuropäischen Quellen in Zukunft zu (Russland, kaspischer Raum). Auch die Phosphorreserven liegen grösstenteils ausserhalb Europas, unter anderem in Marokko und China. Bei einer Erhebung des Rohstoffzugangs hat eine Expertengruppe unter dem Vorsitz der Europäischen Kommission 41 Mineralien und Metalle untersucht, wovon 14 als «kritisch» eingestuft wurden71. Was die Rohstoffversorgung angeht, liegen die hohen Risiken in erster Linie darin begründet, dass ein Grossteil der Weltproduktion vorwiegend aus einem kleinen Länderkreis stammt, wozu China (Antimon, Flussspat, Gallium, Germanium, Graphit, Indium, Magnesium, Seltenerdmetalle, Wolfram), Russland (Metalle der Platingruppe), die
71 Europäische Kommission (2010): Die Rohstoffinitiative — Sicherung der Versorgung Europas mit den für Wachstum und Beschäftigung notwendigen Gütern, Brüssel.