Bericht und Vorlage

Vernehmlassung 2010/126: Agrarpolitik 2014-2017: Weiterentwicklung der Agrarpolitik in den Jahren 2014 bis 2017 · 310 Seiten

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Grundzüge der Vorlage

1.3.1 Bevölkerungsentwicklung

Gemäss den Prognosen der UNO wird die Weltbevölkerung bis 2050 weiter zunehmen, wobei die jährliche Wachstumsrate von heute rund 1,3 Prozent je nach Szenario mehr oder weniger stark sinken wird. Gemäss dem mittleren Szenario wird die Weltbevölkerung von aktuell 6,9 Milliarden bis 2025 auf gut 8 Milliarden ansteigen, wobei die jährliche Zunahme von heute rund 80 Millionen auf gut 60 Millionen sinken würde. Dies ist in erster Linie auf einen Rückgang der Geburtenrate zurückzuführen. Die Lebenserwartung wird steigen und die Sterblichkeit weiter sinken. Das Wachstum der Weltbevölkerung ist ungleich verteilt. Während die Bevölkerung in Europa leicht zurückgehen wird, sind vor allem in Asien und in Afrika grosse Zunahmen zu erwarten. Zudem wird sich die Bevölkerung weiter in die Städte verlagern (Landflucht, Urbanisierung).

In der Schweiz wird gemäss den Prognosen des BFS70 die Wohnbevölkerung von heute 7,8 auf 8,6 Millionen Personen im Jahr 2025 steigen. Es wird jedoch ebenfalls von sinkenden Wachstumsraten ausgegangen.

1.3.2 Wirtschaftswachstum

Über die letzten 40 Jahre hinweg betrug das durchschnittliche Weltwirtschaftswachstum 3,5 Prozent pro Jahr. In den letzten Jahren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise erreichte das jährliche Wachstum sogar 4,7 Prozent, wobei das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern fast dreimal so hoch war wie in den Industrieländern. Der Internationale Währungsfonds (IMF) geht in seinen aktuellsten Prognosen davon aus, dass sich das Wirtschaftswachstum nach der Krise 2009 wieder fortsetzt und zwar nur auf leicht tieferem Niveau als davor (4,2 % pro Jahr). Die OECD geht bei den Prognosen für die landwirtschaftliche Produktion im Rahmen des Agricultural Outlook 2009 von einem mittleren jährlichen Wachstum von rund 4 Prozent aus. Extrapoliert man diese Entwicklung bis 2025, bedeutet dies fast eine Verdopplung der Weltwirtschaftsleistung und der Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen (+80 %). Der IMF hält fest, dass die aktuellen Prognosen mit ungewöhnlich hoher Unsicherheit behaftet sind. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass die in vielen Ländern durchgeführten Konjunkturprogramme zu einem massiven Anstieg der Staatsverschuldung geführt haben. Verschiedene Länder haben derzeit Schwierigkeiten ihren Forderungen nachzukommen. Sollte sich die Verschuldungskrise ausweiten, könnte sich das längerfristig negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirken.

Auch in der Schweiz wird mit einem erstarkten Wirtschaftswachstum gerechnet, wobei die Wachstumsraten deutlich unter den Werten der Entwicklungs- und Schwellenländern liegen werden.

70 mittleres Szenario A-00-2010