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Vernehmlassung 2010/28: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2012-2015 (Kulturbotschaft) · 94 Seiten
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– erstens in den Zielen der spezifischen Förderungsbereiche für die Jahre 2012–2015 (beispielsweise in der Stärkung der Vielfalt und Qualität des Filmangebots, Ziff. 2.1.2.1, oder in der Förderung regionaler Kulturvielfalt durch Pro Helvetia, Ziff. 2.2);
– zweitens in den transversalen Themen des Bundes für die Jahre 2012–2015 (Ziff. 1.2.3).
1.2.3 Transversale Themen 2012–2015
Die stürmische Entwicklung der Informations- und Kommunikationstechnik im Sog der Globalisierung bietet Chancen und birgt Risiken (vgl. Ziff. 1.1.2.4). So eröffnet das Internet dem Einzelnen den Zugang zu ungeahnten Kulturschätzen. Gleichzeitig ebnet es den Weg zur kommerziellen Durchsetzung massenfähiger Kulturprodukte, welche die kulturelle Vielfalt und die kulturellen Traditionen der Schweiz gefährden.
Mit zwei sektorübergreifenden Themen will der Bundesrat die Chancen, die sich aus diesen Entwicklungen ergeben, nutzen und die Risiken kanalisieren:
– Transversales Thema «Kultur Digital»: Mit der Digitalisierung erreicht eine fundamentale Umwälzung die Kultur. Sie hat die Kulturindustrie revolutioniert, sie verändert das künstlerische Schaffen genauso wie die Rezeption von Kunstwerken und die Erhaltung von Kulturgütern. Interaktive Bücher und Kunstwerke, Internetverlage, kollektive Schreibprozesse, Kino per Download, Werke ohne materiellen Träger sind bald selbstverständlich. Die junge Generation, das zeigen Studien aus Frankreich, Deutschland oder den USA, konsumiert nicht weniger Kultur, aber anders und individueller. Aus kulturpolitischer Sicht ist es eine Notwendigkeit, dass die Schweiz eigene Kompetenzen in den neuen Medien entwickelt. Was die ästhetische wie kulturelle Wahrnehmung der nächsten Generationen beeinflusst, kann nicht nur importiert sein: Ein kritisches Verhältnis erwächst aus eigenem Wissen und eigenem Können.
Die verschiedenen Institutionen des Bundes haben sich für die Jahre 2012– 2015 zum gemeinsamen Ziel gesetzt, unter dem Thementitel «Kultur Digital» die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Kulturproduktion, -vermittung und -rezeption zu behandeln. Die vorgesehenen Massnahmen umfassen die Nutzbarmachung neuer Informationstechniken zur Erfassung und Darstellung des kulturellen Erbes durch das BAK (Ziff. 2.1.1.1 und Ziff. 2.1.1.2); die Förderung digitalen Kulturschaffens, insbesondere künstlerisch wertvoller Computerspiele, im Programm «Go digital!» von Pro Helvetia (Ziff. 2.2) und im Programm «Crossmedia» der Sektion Film des BAK (Ziff. 2.1.2.1); die Digitalisierung von Westschweizer Bildarchiven durch das SNM (Ziff. 2.4).
– Transversales Thema «Lebendige Traditionen»: 2008 hat die Schweiz die UNESCO-Konventionen zur kulturellen Vielfalt und zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes ratifiziert. Beide Konventionen reagieren auf die Globalisierung, die weltweite Durchmischung der Kulturen und den beschleunigten Austausch und Handel. Sie verpflichten die Signatarstaaten, die kulturelle Vielfalt stärker zu pflegen, und nehmen das breite Interesse für die