Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1

ortgebiets «Wellenberg» insgesamt wurde in den Beurteilungen seitens des Bundes jedoch nicht in Frage gestellt. Ein sicherheitstechnischer Vergleich mit den Standortgebieten der Nordschweiz erfolgt erst in Etappe 2.

Im Alpenraum wird kein Standortgebiet für ein HAA-Lager vorgeschlagen. Für die langfristige Entwicklung im Alpenraum über eine Million Jahre ist mit einer deutlich dynamischeren geologischen Entwicklung zu rechnen als in den Standortgebieten der Nordschweiz. Den bedingt günstigen Standortgebietseigenschaften stehen am Wellenberg aber auch Eigenschaften gegenüber, die dieses Standortgebiet im positiven Sinne auszeichnen: So ist beispielsweise die Mächtigkeit der tonreichen Gesteine im Vergleich zu den tonigen Schichten in der Nordschweiz um ein Vielfaches grösser. Ausserdem wurde in diversen Bohrungen in den helvetischen Mergeln eine Zone sehr geringer Durchlässigkeit und tiefer hydraulischer Drucke mit fossilen salinen Porenwässern festgestellt. Dies zeigt, dass die Gesteine seit Ende der letzten Eiszeit zwar entlastet worden sind (Wegfall der Eisbedeckung), aber dabei kein Wasser oder Gas ins Gestein nachgeströmt ist und die helvetischen Mergel über lange Zeiträume dicht geblieben sind.

Zum Tunnelbau in den helvetischen Mergeln ist durch die diversen Tunnelbauprojekte in Nid- und Obwalden viel Erfahrung gesammelt worden. Die bautechnischen Aspekte wurden vom ENSI als bedingt günstig bewertet. Die Bewertung des ENSI träzeigt, dass aufgrund der tektonischen Beanspruchung der helvetischen Mergel und der Variabilität ihrer bautechnischen Eigenschaften mit erschwerten Verhältnissen zu rechnen ist.

Die sicherheitstechnische Bewertung der Standortgebiete muss im Rahmen einer Gesamtbetrachtung der geologischen Situation und unter Berücksichtigung aller 13 sicherheitstechnischer Kriterien des Sachplans erfolgen. Am Wellenberg liegt wegen seiner tektonischen Entstehungsgeschichte eine vertikal weit über 1000 m mächtige Anhäufung der helvetischen Mergel vor, in der die sonst durchgehenden Kalkbänke als potenzielle Freisetzungspfade fehlen.

Aufgrund der gegenüber den Nordschweizer Standortgebieten unterschiedlichen Situation am Wellenberg wurden hier seitens Nagra bestimmte – für die Nordschweizer Verhältnisse formulierte – Indikatoren nicht angewendet (darunter der Abstand von 200 m zu geologischen Störungszonen). Die am Wellenberg angehäuften tonreichen Gesteine weisen durch ihre Entstehung eine grosse Anzahl von Störungszonen auf, die aber nachweisbar über lange Zeiträume dicht geblieben sind.

Um der Einheitlichkeit des Auswahlverfahrens Rechnung zu tragen hat das ENSI den Sicherheitsabstand von 200 m auch bei der Abgrenzung der Mergelakkumulationen im Helvetikum angewandt. Bei seiner Überprüfung der untertägigen Platzverhältnisse hat das ENSI aus sicherheitstechnischen Überlegungen von der Nagra verlangt, dass am Wellenberg ergänzend ein 200 m grosser Sicherheitsabstand zu den die helvetischen Mergel umgebenden wasserführenden Kalkschichten zu berücksichtigen ist. Damit stehen für den Transport radioaktiver Stoffe keine kurzen Freisetzungspfade zur Verfügung. Die Nagra hat aufgezeigt10, dass auch mit dem vom ENSI geforderten Abstand am Wellenberg genügend grosse Platzreserven bleiben, um ein Lager in geeigneter Tiefe zu erstellen.

3.5.8.6 Umfassende Stellungnahme und Expertise zum Standortgebiet «Wellenberg›› durch den Kanton NW

Der Kanton Nidwalden hat seiner Stellungnahme eine umfassende Analyse der geologischsicherheitstechnischen Aspekte des Standortgebiets «Wellenberg» zugrunde gelegt (GS-Stellungnahme NW). Im Speziellen wurden auch die Aspekte der Tektonik und Seismizität in einem Expertenbericht «Beurteilung der Tektonik im Standortgebiet Wellenberg (Kt. NW/OW) hinsichtlich eines Tiefenlagers für schwach- und mittelradioaktive Abfälle» beurteilt, der im Auftrag der Baudirektion Nidwalden durch Prof. J. Mosar (Universität Freiburg/CH) verfasst wurde (Expertenbericht Mosar).

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10 NAB 09-31 (2009): Geologisches 3D-Modell Wellenberg.