Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1

Schichtdicke des Opalinustons. Die Gemeinde Wilchingen weist weiter darauf hin, dass ihr Gemeindegebiet nie auf seine Tauglichkeit als Lagerstätte für schwach-, mittel- oder gar hochradioaktive Abfälle untersucht worden sei. Sie kündigt Widerstand gegen alle vorbereitenden Handlungen für solche Untersuchungen auf Gemeindegebiet an. IGLK weist darauf hin, dass ein SMA-Lager im «Südranden» gleichermassen bedrohlich wie ein HAA-Lager im Standortgebiet «Zürich Nordost» sei.

Die Gemeinde Klettgau äussert starke Vorbehalte gegen ein grenznahes Tiefenlager im Standortgebiet «Südranden».

Nach Auffassung des Kantons SH und IGLK würde ein Atommüll-Endlager die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Kantons SH negativ beeinträchtigen und verweist dabei auf im April 2010 veröffentlichte Studie «Tiefenlager für radioaktive Abfälle im Zürcher Weinland und im Südranden. Studie zur Abschätzung der sozioökonomischen Effekte im Kanton Schaffhausen». Ein Atommüll-Endlager würde ein genereller Standortnachteil bedeuten. Für einen kleinen Kanton wie der Kanton SH wiege dieser Nachteil proportional viel stärker als für einen grossen Kanton, so IGLK.

Würdigung

Das ENSI und die Kommissionen des Bundes kommen bei ihrer Beurteilung zum Schluss, dass das SMA-Standortgebiet «Südranden» geeignet ist. Dabei hat das ENSI eines der Kriterien (2.2 «Erosion», Konzeptteil S. 59 ff.) günstiger, ein anderes (2.3 «Lagerbedingte Einflüsse», Konzeptteil S. 60) kritischer bewertet als die Nagra.

Die Mächtigkeit der Opalinuston-Schicht beträgt im Standortgebiet «Südranden» 90 bis 120 m, dazu kommen direkt darüber und darunter weitere tonreiche Rahmengesteine, die zum Einschluss der radioaktiven Abfälle beitragen. Das ENSI beurteilt die Mächtigkeiten der tonreichen Schichten im «Südranden» deshalb als sehr günstig. Auf die Eignung des Wirtgesteins Opalinuston wird in Kapitel «3.5.7.1 Opalinuston» eingegangen.

Zur Gewährleistung der Betriebs- und Langzeitsicherheit sind Schutzkriterien einzuhalten, die nur radiologische Auswirkungen zulassen, welche weit unterhalb der heutigen natürlichen Strahlendosis in der Schweiz liegen (vgl. Richtlinie ENSI-G03). Die Berechnungen des ENSI zeigen, dass bei den im Standortgebiet «Südranden» vorliegenden Mächtigkeiten des Opalinustons eine grosse Rückhaltefähigkeit für radioaktive Stoffe besteht. Für ein Tiefenlager für SMA ergeben sich damit berechnete Dosen, die um Grössenordnungen kleiner als das vom ENSI festgelegte Schutzkriterium von 0.1 mSv pro Jahr sind.

Raumplanerische Aspekte haben keinen ausschliessenden Charakter, sondern sollen zur optimalen räumlichen Eingliederung eines geologischen Tiefenlagers in einer Standortregion führen. Bei den raumplanerischen Betrachtungen eines Tiefenlagers wird davon ausgegangen, dass Bau, Betrieb und Oberflächenanlagen relativ geringfügige räumliche Auswirkungen auf eine Region haben. Aussagen zu den Image-Effekten eines Tiefenlagers werden in der Studie «Gesellschaftlicher Zusammenhalt und Image» untersucht, welche im Auftrag der Standortkantone erstellt wird (vgl. Kap. «3.8.5 Image und Gesellschaft»).

3.5.8.5 Stellungnahmen zum Standortgebiet «Wellenberg»

Gegen den Standort «Wellenberg» sprechen sich die Kantone LU, NW und OW, die Gemeinden Beckenried, Dallenwil, Engelberg, Ennetmoos, Stans und Wolfenschiessen, die CVP OW, Grünen NW, SP NW, SP OW, Ecologie libérale, FSU, Läbigs Engelberg, Luftseilbahn Engelberg-Brunni AG und MNA aus. Gegen eine Eignung des Standortgebiets «Wellenberg» werden diverse Argumente ins Feld geführt, darunter die komplexe Geometrie und Inhomogenität des Wirtgesteinskörpers, die erhöhte Seismizität, die im Vergleich zur Nordschweiz hohen Hebungs- und Erosionsraten sowie nahegelegene Trinkwasserreservoire (Kantone LU, NW und OW, Gemeinden Engelberg, Ennetmoos, Stans und Wolfenschiessen, FDP NW, Grüne NW, SP OW, Läbigs Engelberg, MNA). Die damit verbundenen Schwächen eines potenziellen Lagers in Bezug auf die Langzeitsicherheit, die Prognostizierbarkeit der Langzeitveränderungen und die