Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1

ten sind durch aktuelle Beobachtungen und geologische Daten gestützt und wurden durch das ENSI bestätigt. Für Etappe 2 hat die Nagra ergänzende Datenerhebungen, Betrachtungen und Modellierungen angekündigt, die seitens ENSI durch zusätzliche Forderungen ergänzt worden sind (vgl. Forderungen 10 und 11 in ENSI 33/115).

Grundsätzlich ist bezüglich Erosion zwischen kurzfristigen und langfristigen geologischen Prozessen und den daraus resultierenden Erosionsraten zu unterscheiden: Kurzfristige Erosionsraten können viel grösseren Schwankungen ausgesetzt sein (z. B. bei geologisch gesehen kurzzeitig dauernden Gletschervorstössen). Die langfristige Erosion in der Nordschweiz wird mehrheitlich durch die im Durchschnitt geringen Hebungsraten (0.1 mm pro Jahr) bestimmt. Die Flussläufe schneiden sich mit in etwa gleicher Rate in den Untergrund ein und mit Verzögerung folgt auch der Abtrag der Flächen zwischen den Flussläufen (flächige Erosion). Solche Erosionsraten bedeuten über eine Million Jahre (Nachweiszeitraum) eine bescheidene Abtragung von 100 Metern.

Aufgrund der beschränkten Hebungsraten in den nordschweizerischen Standortgebieten ist eine grössere Tiefenlage zum Schutz vor Erosion nicht erforderlich.. Mit zunehmender Tiefe wird die Erstellung untertägiger Bauten in tonigen Gesteinen zudem anspruchsvoller. Es müssten mehr Stützmittel (Spritzbeton, Stahlträger, Verschalungen) eingesetzt werden, um die Stollen zu sichern. Solche Einbauten würden die Langzeitsicherheit negativ beeinflussen.

3.6.7 Erdbeben

Die FDP Schweiz ist der Meinung, dass alle vorgeschlagenen Standortgebiete für eine Tiefenlagerung geeignet seien, da sie unter anderem eine geringe seismische Aktivität aufweisen würden.

Der CHGEOL hält fest, dass das Mittelland nicht ein a priori tektonisch ruhiges Gebiet sei. Es gebe in unterschiedlichen tektonischen Einheiten Bruchsysteme, die immer wieder zu Erdbeben führten. Über die Bewegungsprozesse im Mittelland sollen mit modernen Messtechniken vertiefte Kenntnisse gewonnen werden, so der CHGEOL.

Aus Sicht von LoTi, dem ÖDP Kreisverband Waldshut und der SPD Jestetten-Altenburg ist der Kenntnisstand zu Erdbeben bzw. zur Erdbebensicherheit noch ungenügend. Insbesondere das Erdbebenrisiko im Rheingraben sei unzureichend berücksichtigt worden, so der ÖDP Kreisverband Waldshut. Die Grünen Stadt Bülach fragen, was bei einem Erdbeben geschehe und wie sich das Wirtgestein dabei verhalte. Der Einfluss von allfälligen Erdbeben auf das geplante Langzeitlager könne nicht abgeschätzt werden, so die Grünen Bezirk Bülach. Die SP SH und IGLK fragen, wie das geologische Tiefenlager vor Erdbeben geschützt wird.

Die SP Schweiz, SP SH, SP Weinland und NWA Basel sind der Ansicht, dass die Gefahren durch Erdbeben und die Unsicherheiten von Prognosen mit grosser Offenheit thematisiert werden müssen.

Aus Sicht der Grünen Bezirk Bülach und Klar! Züri Unterland können Erdbeben Auswirkungen auf den Gesteinsuntergrund und die darin vorkommenden Grundwasserströmungen haben.

Die Gemeinde Rielasingen-Worblingen weist darauf hin, dass in der Nordschweiz immer wieder Erdbeben stattfinden. Ein sicheres Lager für hochradioaktive Abfälle könne im Falle eines Erdbebens unmittelbar im Standortgebiet nicht gewährleistet werden. Aus Sicht des Waerland-Bundes e. V. wurde die Erdbebengefahr durch die Nagra unzureichend berücksichtigt. Er verweist auf verschiedene mehr oder weniger starke Erdbeben in der Nordschweiz. Die Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv e. V. hält fest, dass die Schweiz immer wieder von Erdbeben mit Intensitäten bis zu Werten von VIII der makroseismischen Intensitätsskala betroffen ist. Eine Einlagerung von radioaktiven Abfällen gemäss den Plänen der Nagra sei deswegen verantwortungslos und nicht vertretbar. Bei einem Erdbeben würde auch das Gebiet des Eurodistricts durch radioaktive Strahlung schwerwiegend und auf viele Jahre belastet, so der TEB.