Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
Vollständigkeitshalber und analog zum Standortgebiet «Jura Ost» wurde bezüglich Koordinationsbedarf in den Objektblättern «Südranden» und «Wellenberg» ebenfalls festgehalten, dass der grossräumige Abbau von Steinen und Erden zu einer Beeinträchtigung der Langzeitsicherheit führen kann. Ein solcher Abbau ist zur Zeit in beiden Standortgebieten nicht geplant.
Der Schutz der geologischen Standortgebiete muss aufgrund von sicherheitstechnischen Kriterien gewährleistet werden, bis sie als mögliche Standortgebiete für Tiefenlager ausscheiden. Wie dieser Schutz erfolgt, ist im Kapitel «3.3.5 Schutz der geologischen Standortgebiete» beschrieben.
Bei Explorationsarbeiten im Hinblick auf die geologische Tiefenlagerung können sich Synergien mit geothermischen Untersuchungen ergeben. Interessierten steht es frei, eine Zusammenarbeit mit den Entsorgungspflichtigen anzustreben. Im Gegenzug können eine verbesserte geologische Aufnahme von einzelnen Erdwärmesondenbohrungen und Zusatzuntersuchungen in den potenziellen Standortgebieten die bestehende Datengrundlage ergänzen und damit wertvolle Informationen liefern. Aus diesem Grund beteiligt sich die Nagra an solchen Untersuchungen.
3.6.9 Gasbildung und Gastransport im geologischen Tiefenlager
Die Gasbildung wird in einer Vielzahl von Stellungnahmen thematisiert. So wird mehrfach darauf hingewiesen, dass die Fragen zur Gasentwicklung bisher nur ungenügend beantwortet seien (Kanton BS, Gemeinden Oberhallau und Wittnau, Grüne Bezirk Bülach, Grüne NW, Grüne Partei Schweiz, Grüne Stadt Bülach, Grüne ZH, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz, SES, BUND Regionalverband Hochrhein, Einzelpersonen).
Der Kanton TG verlangt, dass der Beherrschung der Gasproblematik eine besondere Aufmerksamkeit zu schenken sei, da sich im undurchlässigen Opalinuston massive Gasdrucke entwickeln würden. Die Gemeinde Oberhallau, die Grüne Partei Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz und SES bemerken, dass bei der Korrosion der Behälter sowie der Zersetzung des organischen Materials Gas entsteht. Die Entstehung dieser Gase müsse verhindert werden. BUND Reichenau und Klar! e. V. fragen, wie die Gasentwicklung durch eine Zersetzung organischen und anorganischen Materials sowie durch Korrosionsprozesse vermieden werden könne.
LoTi, NWA Basel und Einzelpersonen weisen darauf hin, dass die Bildung von Reaktionsgasen, wie Wasserstoff, welcher sich bei Wärme ausdehne, Druck aufbaue, die Tonmineralien schädige und sie aufsprenge. Der Waerland-Bund e. V. spricht die Gasentwicklung durch abgegebene radioaktive Strahlung, Rostansatz in den Fässern, den Zerfall der organischen Anteile sowie durch den (Salz-)Wassergehalt in Zement bzw. im Opalinuston an. Es sei noch unklar, wie dieses Problem zu lösen sei.
Es wird gefordert, dass weitere Abklärungen betreffend Gasproblematik durchzuführen bzw. machbare technische Lösungen aufzuzeigen seien (Kantone AG, BL, Städte Schaffhausen und Winterthur, Gemeinden Niederglatt, Oberweningen und Wettingen, ÖBS, CHGEOL, Forum Lägern-Nord, Pro Natura SH). Darüber hinaus verlangen diverse Stellungnehmende, dass die offenen Fragen zur Gasproblematik vor Etappe 2 bzw. der darin erfolgenden Reduktion der Standortgebiete zu lösen sei (Kantone BS, SH, Gemeinden Dachsen, Endingen, Niederglatt, Oberweningen, SP Schweiz, SP Weinland, NWA Basel, Landkreis Waldshut/Regionalverband Hochrhein-Bodensee, Schwarzwald-Baar-Kreis, Gemeinden Albbruck, Dettighofen, Hohentengen am Hochrhein und Küssaberg, Stadt Laufenburg (Baden), CDU Jestetten). Dabei sei keine Rücksicht auf Verzögerungen im Verfahren zu nehmen. Nach Ansicht von Klar! Schweiz weist die noch offene Frage der Entwicklung von womöglich radioaktiven Gasen darauf hin, dass das Vorgehen der Bundesbehörden überhastet sei. Aus Sicht der Akademien der Wissenschaften Schweiz sind die Empfehlungen der KNS zur Gasentwicklung richtig. Als Konsequenz der Abklärungen zur Gasproblematik sind nach Ansicht der Gemeinde Dachsen, des Landkreises Waldshut/Regionalverbands Hochrhein-Bodensee, der Gemeinden Hohentengen am Hochrhein und Küssaberg sowie des BUNDes RV Hochrhein anschliessend die Lagerkonzeptionen für die HAA- und SMA-Lager stufengerecht zu überprüfen und anzupassen.