Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten

Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 75Fedlex · Ergebnisbericht

Ergebnisse der Auswertung

sumation von Trinkwasser, das Tränken von Tieren und die Bewässerung von Ackerflächen aus dem über dem geologischen Tiefenlager vorhandenen Grundwasser mit ein. Mögliche Auswirkungen auf das Grundwasser sowie Mineral- und Thermalquellen werden zudem auch im Rahmen der UVP in Etappe 3 beurteilt.

In der Sicherheitsanalyse haben die Entsorgungspflichtigen die Möglichkeiten der Schaffung neuer Wasserfliesswege z. B. durch Erdbeben (vgl. Kap. «3.6.7 Erdbeben») oder tektonische Bewegungen zu betrachten und der Prüfung durch das ENSI zu unterziehen. Dabei ist anzumerken, dass Tongesteine den Vorteil aufweisen, dass Wasser, das entlang allfälliger Risse strömt, durch die im Gestein vorhandenen Tonminerale gebunden wird. Die Minerale quellen dabei auf und verschliessen den Riss entlang der Wassereintrittsstellen wieder. Diese Eigenschaft wird als Selbstabdichtung bezeichnet.

Das BFE hat den Standortkantonen zudem die Verstärkung der KES zugesichert. Die Kantone sollen dadurch die Möglichkeit erhalten, eine eigene Fachperson zu verpflichten, die zu ihren Handen sicherheitstechnische Fragen rund um den Schutz von Mineralquellen und Thermen überprüft.

3.6.6 Erosion

Der Kanton AG fordert, dass die Thematik der zeitlich variablen, gegenüber heute zum Teil stark erhöhten Erosionsraten und eiszeitlicher Erosionsszenarien (glaziale Rinnenbildungen) im Rahmen der Etappe 2 vertieft untersucht wird (insbesondere für das geologische Standortgebiet «Jura Ost»). Aus Sicht des CHGEOL sind insbesondere die für die Tiefenerosion benötigten Zeitintervalle und damit die glazialen Erosionsraten nicht klar. Der Themenbereich glaziale Tiefenerosion sei folglich zu vertiefen. Auch die Stadt Bülach, die Gemeinden Endingen, Niederglatt, Oberweningen und Zeihen sowie das Forum Lägern Nord verlangen, dass die Problematik verschieden hoher Erosionsraten im Rahmen weiterer Sicherheitsanalysen vertieft untersucht wird.

Die SP Schweiz, SP SH, LoTi, NWA Basel, BUND Reichenau und Klar! e. V. merken an, dass die grossräumigen Erosionsraten bis zu einem Faktor fünf grösser sein könnten als angenommen. Die SP Schweiz, LoTi und NWA Basel sind der Meinung, dass aus diesem Grund standortgebundene Bohrungen zur Verbesserung der allgemeinen Kenntnisse über die Quartärgeologie notwendig sind. BUND Reichenau und Klar! e. V. dagegen schliessen daraus, dass die Tiefenlage – mit allen daraus folgenden Konsequenzen – aus Sicherheitsgründen korrigiert werden müsse. Die Kantone BS und GE schlagen vor, aufgrund der Unsicherheiten bezüglich der Erosionsszenarien eine grössere Tiefenlage für HAA-Lager gemäss den KNS-Empfehlungen zu prüfen.

Aufgrund von Einwirkungen durch Eiszeiten und Gletscheraktivitäten sei die geologische Stabilität der Tiefenlager während der gesamten Einlagerungsdauer nicht gewährleistet, so die Grünen TG und Allianz Thurgau Nein-zu-neuen-AKW. Aus Sicht der Gemeinden Wettingen und Wittnau, Grünen Bezirk Bülach, SP SH, SP Weinland können die Folgen von zukünftigen Eiszeiten nicht abgeschätzt werden. So könnten laut den Grünen Bezirk Zurzach, Grünen Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, Klar! Züri Unterland, NOE, Pro Natura Schweiz und SES Eiszeiten nicht absehbare Auswirkungen auf den Gesteinsuntergrund haben. Für den ÖDP Kreisverband Waldshut muss deshalb noch stärker erforscht werden, wie sich die Opalinustonschicht über Jahrtausende durch klimatische und geologische Ereignisse (z. B. Abtragung einer Schicht in einer Eiszeit) verändern könnte.

Die IGLK vermutet, dass die Gletscher der zukünftigen Eiszeiten durch die weichen Schottertäler wie den Klettgau und das Weinland fliessen und dabei den Untergrund massiv stören werden. Sie fragt, wie ein geologisches Tiefenlager vor einem solchen Naturereignis geschützt werden kann. Die SP SH und die SP Weinland fordern, dass diese Gefahr mit aller Offenheit thematisiert werden muss.

Würdigung

Zur Abschätzung, wie stark die Erosion über einen Zeitraum von einer Million Jahre wirksam ist, werden Beobachtungen der Erosionsraten über vergleichbare Zeiträume in der Vergangenheit herangezogen. Die von der Nagra in den generischen Sicherheitsbetrachtungen der Etappe 1 verwendeten Erosionsra-