Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
sprechenden Transport- und Lagerbehälter für hochaktive Abfälle sind auf extreme Beanspruchungen ausgelegt. Die Fertigung der Behälter unterliegt strengen Sicherheitsauflagen. Die Stabilität neuer Behältertypen ist dem ENSI vor erstmaliger Verwendung mit Beschuss- und Fallversuchen nachzuweisen.
In Etappe1 lag der Fokus auf der langfristigen Sicherheit und damit auf der Geologie. Zusätzlich erfolgte eine erste Bestandesaufnahme der Infrastruktur; dazu gehören sowohl das Strassen- als auch das Bahnnetz für die im Zusammenhang mit einem geologischen Tiefenlager anfallenden Transporte. Die Planungsperimeter wurden bewusst so festgelegt, dass die Transporte nicht über deutsches Gebiet führen. In Etappe 2 werden die Lagerprojekte konkretisiert und die Erschliessungsmöglichkeiten im Detail geprüft. Es ist davon auszugehen, dass die Transporte der radioaktiven Abfälle mit der Eisenbahn erfolgen; allenfalls wird die notwendige Infrastruktur zu erstellen sein. Bezüglich Sicherheit müssen alle Infrastrukturbauten, z. B. auch Umladestationen, den gesetzlichen Anforderungen an die Sicherheit genügen. Fragen zur Erschliessung und zu möglichen Transportrouten sind Teil der raumplanerischen Betrachtungen und werden im Rahmen des Auswahlverfahrens, insbesondere in den Etappen 2 und 3 geklärt.
3.6.4 Krebs- und Strahlenrisiko
Die Gemeinden Elfingen und Wittnau, der Planungsverband Fricktal Regio und die ÖBS fordern eine Überarbeitung oder Anpassung des Endlagerkonzeptes, wenn die in der Schweiz durchgeführte CANUPIS-Studie15 ein erhöhtes Kinderkrebsrisiko in der Umgebung der Kernkraftwerke feststellen sollte. Die ÖDP Kreisverband Waldshut verweist auf die in Deutschland durchgeführte KiKK-Studie16, bei der ein erhöhtes Kinderkrebs-Risiko in der nahen Umgebung der Kernkraftwerke festgestellt wurde. Es stelle sich grundsätzlich die Frage nach dem Strahlenrisiko beim geplanten Endlager in der Schweiz und allfälligen Auswirkungen auf die Menschen.
Eine Einzelperson weist darauf hin, dass sich in der Umgebung der deutschen Schachtanlage Asse, in welcher radioaktive Abfälle gelagert werden, Krebserkrankungen in der Bevölkerung häufen. Dies sei auf eine mangelhafte Planung und Lagerung der radioaktiven Abfälle zurückzuführen.
Würdigung
Die in Deutschland durchgeführte KiKK-Studie fand in der nahen Umgebung der Kernkraftwerke ein deutlich erhöhtes Krebsrisiko für Kinder. Wodurch dieses Risiko aber verursacht wird, kann, wie in der Studie selbst ausgeführt wird, durch die Resultate nicht erklärt werden. Krebs kann bekanntermassen durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wobei auch noch nicht alle biologischen Mechanismen bekannt sind, die zu Leukämie im Kindesalter führen. Die in der Studie erfassten gehäuft auftretenden Krebsfälle sind mit dem aktuellen Wissensstand der Strahlenbiologie nicht zu erklären, was es auch verunmöglicht, einen direkten Zusammenhang zwischen der ionisierenden Strahlung und den Erkrankungen herzustellen. Somit können auch die Kernkraftwerke nicht als Verursacher genannt werden.
Die Schweizer CANUPIS-Studie konnte die Resultate der deutschen KiKK-Studie nicht bestätigen. Es konnten keine statistisch begründbaren Zusammenhänge zwischen dem Krebsrisiko bei Kindern und der Distanz der Wohnorte zu den Kernkraftwerken gefunden werden. Im Unterschied zur KiKK-Studie wurden unter anderem zahlreiche beeinflussende Faktoren sowie die in der Nahumgebung der KKWs verbrachte Lebenszeit mit einbezogen; aufgrund der kleinen Fallzahlen besteht aber eine relativ grosse Unsicherheit.
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15 Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Bern begann am 1. September 2008 «Studie zu Kinderkrebs im Umfeld von Schweizer Kernkraftwerken» (CANUPIS-Studie). Die Studie wurde am 12. Juli 2011 veröffentlicht: Spycher B. D., Feller M., Zwahlen M., Rösli, M., von der Weid N. X., Hengartner H., Egger M., Kuehni C. E. (2011): Childhood cancer and nuclear power plants in Switzerland: a census-based cohort study. International Journal of Epidemiology, doi: 10.1093/ije/dyr115.
16 Die «Epidemiologischen Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken» (KiKK-Studie) wurde vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in Auftrag gegebenen und im Dezember 2007 veröffentlicht.