Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1
Für die Gemeinden Feuerthalen und Hallau stellt sich die Frage, wohin die Gase entweichen. Die Gemeinde Niederweningen erkundigt sich, wie gewährleistet werde, dass die sich entwickelnden Gase der Verpackung nicht schaden. KAIB möchte wissen, was geschieht, wenn die Behälter frühzeitig korrodieren. Für die Grünen Stadt Bülach ist ungeklärt, wie sich das Wirtgestein bei Gasbildung verhalten wird. Eine Einzelperson fragt, was passiere, wenn durch langfristig laufende chemische Prozesse in den Kavernen ein ungeheurer Gasdruck entstehe.
Würdigung
Die Gasbildung in einem geologischen Tiefenlager wird durch die Korrosion metallischer Anteile der Endlagerbehälter und radioaktiver Abfälle dominiert. Andere Gasproduktionsprozesse (z. B. die Zerlegung organischer Abfallanteile) verursachen gegenüber der Metallkorrosion untergeordnete Mengen an Gas. Dabei ist jeweils auch die Gasproduktionsrate (d. h. welche Gasmenge in welchem Zeitraum durch Korrosion gebildet wird) zu beachten, die bei unterschiedlichen Metallen oder organischen Substanzen unterschiedlich hoch ist. Natürliche Gase in den Wirtgesteinen sind aufgrund der meist hohen Dichte wenige zu erwarten, ihnen ist aber während Bau und Betrieb der untertägigen Anlage Beachtung zu schenken.
Die Korrosionsreaktion von Metall mit Wasser bildet unter den erwarteten Bedingungen Wasserstoff, der aufgrund des bald nach Lagerverschluss fehlenden Sauerstoffs nicht explosiv ist, dessen kleine Moleküle aber relativ leicht durch das dichte Gestein wandern und bei erhöhten Drucken aufgrund weiterer Prozesse transportiert werden können. Abzuklären ist also, wie schnell Gas im geologischen Tiefenlager produziert wird und wie schnell dieses abtransportiert werden kann. Die seitens Nagra im Entsorgungsnachweis für HAA eingesetzten Stahlbehälter besitzen gegenüber anderen Behältermaterialien (z. B. Kupfer, Keramik) höhere Raten der Korrosionsgasbildung. Zu deren Korrosion unter Untertagebedingungen liegen entsprechende Experimente vor, ebenso zum Gastransport durch dichte Tongesteine. Eine Reihe von weiteren Experimenten läuft gegenwärtig im Felslabor Mont Terri.
Das ENSI hat die verwendeten Konzepte der Nagra zum Gastransport mit eigenen Berechnungen überprüft. Diese zeigen, dass unter Annahme realistischer Gasproduktions- und -transportraten, bei geeigneter Dimensionierung der Lagerkavernen und Verwendung geeigneter Verfüllmaterialien der Druckaufbau in einer SMA-Kaverne die Barrierenfunktion des Wirtgesteins nicht schädigt.
Die gasrelevanten Aspekte für ein HAA-Lager im Opalinuston wurden bereits im Rahmen des Projekts Entsorgungsnachweises HAA durch das ENSI beurteilt. Die Überprüfung zeigte, dass der von der Nagra erbrachte Nachweis robust ist, und dass irreversible Schäden im Wirtgestein durch die auftretenden Gasdrücke nicht zu erwarten sind. Das ENSI hat damals der Nagra empfohlen, die Vorgänge zur Produktion von Gas im Tiefenlager und zum Transport des entstehenden Gases durch die verschiedenen Lagerteile eingehender zu untersuchen. Die Nagra hat diese Empfehlung mit Versuchen am Felslabor Mont Terri umgesetzt bzw. ist dran, diese umzusetzen.
3.6.10 Auswirkung der Wärmeentwicklung der radioaktiven Abfälle
Gemäss Kanton BS, NWA Basel und Einzelpersonen sind die abfallinduzierten Prozesse wie zum Beispiel die Wärmeentwicklung und die Wechselwirkungen zum Wirtgestein zu wenig untersucht.
Die Gemeinde Oberhallau, die Grünen Bezirk Bülach, die Grüne Partei Schweiz, Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Greenpeace, NOE, Pro Natura Schweiz und SES verweisen darauf, dass die radioaktiven Abfälle bei ihrer Einlagerung wärmer als das umschliessende Gestein sind. Dieser Temperaturgradient könne für die Sicherheit eines Tiefenlagers negative Konsequenzen haben, denn es sei nicht klar, wie sich die Tonmineralien des Wirtgesteins während der langen Zeitdauer unter diesen erhöhten Temperaturen verändern würden. Fünfjährige Laborversuche liessen kaum auf Resultate schliessen, die für 1 Mio. Jahren gelten müssen.
Für die Gemeinden Wettingen, Wittnau, die Grünen NW, die Grünen Stadt Bülach und Einzelpersonen sind die Auswirkungen der Wärmeentwicklung aus den radioaktiven Abfällen auf das Wirtgestein, die