Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
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Ergebnisse der Auswertung
Lagerbehälter und die Kunstbauten sowie der Umgang mit den damit verbundenen Gefahren zu klären. Die Grünen Bezirk Zurzach, Klar! Züri Unterland und die SPD Jestetten-Altenburg möchten ebenfalls wissen, wie sich die Wärmeabgabe über lange Zeiträume auswirkt. Aus Sicht von Klar! Schweiz weist die noch offene Frage der unerwünschten Wärmeabgabe darauf hin, dass das Vorgehen der Bundesbehörden überhastet ist.
NWA Basel und der BUND RV Südlicher Oberrhein weisen darauf hin, dass die in Baden-Württemberg vorkommenden Tone und Tonsteine nach Meinungen von Fachleuten zur Lagerung von Wärme entwickelnden radioaktiven Abfällen ungeeignet seien.
Die Aktiven Bürger Geisingen fordern, dass ein Atommüll-Endlager ein geologisch über sehr lange Zeiträume stabiler Ort sein muss, da Temperaturen von bis zu 300°C durchaus möglich seien. Ton reagiere jedoch auf Wärme, indem er austrockne und Risse bekäme.
Der ÖDP Kreisverband Waldshut bittet zu prüfen, wie sich Tonschichten unter Einwirkung von Wärme verhalten. Ton trockne bekanntlich unter Wärme aus. Durch das Austrocknen der Tonschicht bestehe die Gefahr der Rissbildung und des Einsickerns von Wasser. Solche Prozesse stellten diese Gesteinsart als Wirtsgestein in Frage.
LoTi, der Waerland-Bund e. V. sowie Einzelpersonen verweisen darauf, dass die Auswirkungen von Wärme und Hitze auf die Tonschichten eine grosse Gefahr von Versprödungen und Wassereintritt mit sich bringe. Eine Einzelperson merkt dazu an, dass durchlässiger Ton keinerlei Schutz vor dem radioaktiven Material mehr biete. Durch die starke Abschottung des radioaktiven Materials, dessen heisser Zustand voraussichtlich lange erhalten bleibe, sei nicht klar, wie lange es dauere, bis radioaktives Material an die Umgebung abgegeben werde.
Würdigung
HAA produzieren über längere Zeiträume Wärme und werden daher erst nach einigen Dekaden der Zwischenlagerung in ein geologisches Tiefenlager transferiert. SMA produzieren nur sehr geringe Mengen an Wärme, so dass für diese Abfallkategorien die Wärmeproduktion vernachlässigt werden kann.
Die Richtlinie ENSI-G03 hält fest, dass bei der Auslegung eines geologischen Tiefenlagers auf den thermischen Eintrag der wärmeproduzierenden Abfälle und dessen Verträglichkeit mit den technischen und natürlichen Barrieren (Wirtgestein) zu achten ist. Gemäss Konzeptteil des Sachplans werden anhand des Kriteriums 2.3 «Lagerbedingte Einflüsse» bei den Auswirkungen des Lagers auf das Wirtgestein unter anderem der Wärmeeintrag und die Wärmeempfindlichkeit sowie die thermisch-hydraulisch-mechanisch gekoppelten Prozesse beurteilt. Dabei sind das einzulagernde Abfallinventar und das dafür vorgesehene Lagerkonzept (z. B. die Lagerauslegung oder die Materialwahl für die technischen Barrieren) zu berücksichtigen.
Die Nagra hat in Etappe 1 die Folgen des Wärmeeintrags in einem HAA-Tiefenlager anhand des Kriteriums 2.3 «Lagerbedingte Einflüsse» beurteilt. Die entsprechenden Modellierungen zum HAA-Wirtgestein Opalinuston wurden in NTB 01-0421 dargelegt, in NTB 08-0522 aktualisiert und zusätzlich für ein SMA-Lager betrachtet. Die von der Nagra dargelegten Überlegungen sind für den Indikator «Verhalten des Wirtgesteins bezüglich Temperatur» aus Sicht des ENSI nachvollziehbar.
Der Wärmeeintrag durch die Abfälle ist grundsätzlich durch relativ einfache technische und organisatorische Mittel reduzierbar, so durch eine verlängerte Zwischenlagerung und Abklingzeit für die hochaktiven Abfälle sowie durch grössere Abstände der einzelnen Einlagerungsbehälter. Die Nagra hat mit thermi-
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21 NTB 01-04 (2001): Calculations of the Temperature Evolution of a Repository for Spent Fuel, Vitrified High-Level Waste and Intermediate Level Waste in Opalinus Clay.
22 NTB 08-05 (2008): Vorschlag geologischer Standortgebiete für das SMA- und das HAA-Lager. Begründung der Abfallzuteilung, der Barrierensysteme und der Anforderungen an die Geologie. Bericht zur Sicherheit und technischen Machbarkeit.