Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2010/31: Sachplan geologische Tiefenlager: Etappe 1 · 126 Seiten
Fedlex · Ergebnisbericht · Seite 82Fedlex · Ergebnisbericht
Bericht über die Ergebnisse der Anhörung zu Etappe 1
schen Modellierungen gezeigt, dass mit der heutigen Lagerauslegung im Opalinuston keine Temperaturen über 100°C erreicht werden, da zwischen den Endlagerbehältern und dem Wirtgestein eine isolierende Bentonitverfüllung eingebracht wird.
Der Opalinuston in allen Standortgebieten hat in seiner geologischen Geschichte bereits früher während mehrerer Jahrmillionen Temperaturen knapp gegen 100 °C erlebt. Es ist daher kaum mit einer thermischen Veränderung oder Versprödung aufgrund der vergleichsweise kurz anhaltenden Erwärmung durch das Lager zu rechnen. Im Rahmen eines Expertenauftrages hat eine externe Firma für das ENSI die mechanischen Eigenschaften des Opalinustons im Hinblick auf eine thermische Beeinflussung durch das Lager beurteilt. Die Experten kommen zum Schluss23, dass mit keiner thermisch verursachten Rissentstehung im Opalinuston zu rechnen ist.
Im Felslabor Mont Terri wurden und werden verschiedene Experimente zum Thema der Wärmeauswirkungen auf den Opalinuston durchgeführt. Gegenwärtig ist ein 1:1-Demonstrationsexperiment im Opalinuston in Vorbereitung, mit dem u. a. die Auswirkungen des Wärmeintrags auf das Wirtgestein untersucht werden.
3.6.11 Rückholbarkeit und Überwachung
Zahlreiche Stellungnehmende fordern, dass die radioaktiven Abfälle länger als vorgesehen bzw. auch nach dem Verschluss des Lagers rückholbar bleiben müssen (Gemeinde Oberhallau, Städte Schaffhausen und Winterthur, Grüne Brugg, Grüne NW, Grüne Partei Schweiz, Grüne Stadt Bülach, ÖBS, SP AG, SP Amtei Olten-Gösgen, SP Beringen, SP Bezirk Brugg, SP OW, SP Schweiz, SP SO, SP Weinland, Allianz Thurgau Nein-zu-neuen-AKW, Arbeitskreis «Pro Lebensqualität und Wohlstand», Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz, Forum VERA SH, Greenpeace, IGLK, Klar! Schweiz, Klar! Züri Unterland, LoTi, NOE, NWA Aargau, NWA Basel, Pro Natura Schweiz, Pro Natura SH, SES, WWF AG, Gemeinde Dettighofen, BUND RV Hochrhein sowie Einzelpersonen). Teilweise wird in diesem Zusammenhang auch eine stetige Kontrollierbarkeit der Lager verlangt. Diese Forderungen beruhen einerseits auf sicherheitstechnischen Überlegungen, andererseits sprechen die Gemeinde Oberhallau, die Grüne Partei Schweiz, die Grünen Stadt Bülach, IGLK, Arbeitskreis «Pro Lebensqualität und Wohlstand» sowie mehrere Einzelpersonen mögliche zukünftige technische oder gesellschaftliche Entwicklungen an, die eine bessere Entsorgung erlauben würden.
Die Stadt Winterthur verweist darauf, dass die Detailplanung zur Rückholung der eingelagerten Behälter die Wahl des Lagerstandortes beeinflussen könne. Daher sollte diese Planung möglichst bereits in Etappe 2 erfolgen.
Die FDP SO begrüsst die konzipierte Rückholbarkeit. Demgegenüber halten die Grünen ZH fest, dass aus ihrer Sicht kein nachvollziehbares, generationenübergreifendes Konzept für die Rückholbarkeit von radioaktivem Abfall besteht. Die Grünen TG sowie die Allianz Thurgau Nein-zu-neuen-AKW fordern die Rückholbarkeit der Abfälle, damit auf künftige technische und gesellschaftliche Veränderungen wie beispielsweise gewaltsame Konflikte reagiert werden könne.
CHGEOL hält fest, dass der Schlussbericht der EKRA «Entsorgungskonzepte für radioaktive Abfälle» und insbesondere die in diesem Bericht aufgeworfene Frage der «Rückholbarkeit» noch einer genaueren wissenschaftlichen Auseinandersetzung bedürfen.
Der Landkreis Waldshut/Regionalverband Hochrhein-Bodensee, die Gemeinde Küssaberg, BUND Reichenau und Klar! e. V. verweisen auf die Erfahrungen im deutschen Endlager Asse und halten fest, dass sich sicherheitstechnische Annahmen als falsch erweisen könnten. Eine zeitlich unbegrenzte Rückholbarkeit sei deshalb notwendig.
—
23 HSK 35/97 (2005): Beurteilung der bautechnischen Machbarkeit eines geologischen Tiefenlagers für BE/HAA und LMA und der durch das Lager induzierten Prozesse, Projekt Opalinuston Zürcher Weinland der Nagra. Expertenbericht von Emch+Berger AG Bern, Ingenieure und Planer, Würenlingen.