Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2010/50: Verordnung über die ausserfamiliäre Betreuung von Kindern (KiBeV; Kinderbetreuungsverordnung) · 61 Seiten

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plätze bei Tages- oder Pflegeeltern vor als der VE-2009. Der Aufwand im Bereich der Bewilligungserteilung und Aufsicht wird mit der Aufnahme von Tageseltern, Pflegeeltern- und Vermittlungsdiensten in die KiBeV zwar zunehmen, es ist aber zu berücksichtigen, dass insbesondere viele der bewilligungspflichtigen Tageseltern einem bestehenden Tageselterndienst angeschlossen sind, der, bei entsprechender Delegation der Aufgaben durch die kantonale Behörde (vgl. Art. 11 Abs. 3 und 62 Abs. 4), diese massgeblich entlasten kann.

Im Rahmen der Vernehmlassung 2009 wurden die Kantone gebeten, Angaben über den finanziellen und personellen Mehraufwand zu machen, der die Umsetzung des VE-2009 verursachen würde. Elf Kantone meldeten einen geschätzten finanziellen Mehraufwand zwischen 200'000 und 5 Millionen Franken und neun Kantone schätzten den zusätzlichen Stellenbedarf auf zwischen 2 und 35 Stellen. 15 Kantone konnten keine näheren Angaben machen. Es ist anzunehmen, dass sich die Auslagen mit der Reduzierung der bewilligungspflichtigen Betreuungsangebote reduzieren werden.

5.3 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

Die Professionalisierung der bewilligungspflichtigen Fremdbetreuung von Kindern bringt zwar höhere Kosten insbesondere für die Betreuungseinrichtungen mit sich, die Vorteile dieser Professionalisierung überwiegen jedoch. So dient eine qualitativ hochstehende Fremdbetreuung nicht nur dem Kindeswohl. Sie bildet auch eine der Voraussetzungen dafür, dass insbesondere Frauen berufstätig bleiben und damit zur Entwicklung der Wirtschaft beitragen können. Für Kinder, die im Rahmen von Kindesschutzmassnahmen fremdbetreut werden müssen, hilft eine gute Fremdbetreuung, destruktive Phasen der Entwicklung zu überwinden und den Weg in die Gesellschaft zu finden bzw. Traumata aufgrund unzureichender Betreuung, Misshandlung oder Missbrauchs zu verarbeiten und die Kinder vor Spätfolgen zu bewahren, welche nicht nur das Kind, sondern auch die Gesellschaft in jeder Hinsicht teuer zu stehen kommen können. Quantifizierbar sind die Vorteile einer professionellen und qualitativ hochstehenden Fremdbetreuung von Kindern und die möglichen zukünftigen Einsparungen zwar nicht. Vergleiche mit den Folgen häuslicher Gewalt lassen jedoch erahnen, dass der dadurch entstehende gesellschaftliche wie auch persönliche Nutzen sehr gross ist.