Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/110: Bericht über die Zukunft der 2. Säule · 176 Seiten

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3 Kassenlandschaft

3.1 Ausgangslage

In der Schweiz gibt es heute 2351 registrierte und nicht-registrierte Vorsorgeeinrichtungen mit unterschiedlicher Organisationsweise.55 Diese Vielfalt ist historisch bedingt. Sie ist auf den Willen des Gesetzgebers zurückzuführen, den verschiedenen, vor Inkrafttreten des BVG bestehenden Strukturen eine gewisse Beständigkeit zu gewähren und gleichzeitig jedem Arbeitgeber eine seiner individuellen Situation angepasste Vorsorgelösung zu ermöglichen. Seit mehreren Jahren ist in der beruflichen Vorsorge jedoch ein Konzentrationsprozess festzustellen.56 Dafür gibt es hauptsächlich zwei Gründe. Zum einen führt die Fusionswelle bei den Unternehmen unweigerlich auch zu einem Zusammenschluss der betroffenen Pensionskassen, zum anderen ist der mit der Führung einer autonomen Pensionskasse verbundene zunehmende Verwaltungs- und Finanzaufwand für viele Kleinunternehmen nicht mehr tragbar.57

Jahr 1987 1992 1994 1996 1998 2000 2002 2004 2006 2008 2009

Reg. VE

öff-rechtl. 178 133 146 141 132 126 118 108 101 9697

privat- 4 059 3 324 3 177 2 934 2 691 2 473 2 381 2 199 2 039 1 900 1 853 rechtl.

Gesamt 4 237 3 457 3 323 3 075 2 823 2 599 2 499 2 307 2 140 1 996 1 950

Versicherte 2 800 3 059 2 935 2 912 2 952 3 040 3 147 3 098 3 328 3 551 3 544 (in Tausend)

Nicht reg. VE mit

regl. Leistungen 1 210 983 819 721 628 529 439401

Versicherte (in Tausend) 236 188 186 165 115 103 10199

Total 4 285 3 806 3 418 3 220 2 935 2 669 2 435 2 351

Versicherte

(in Tausend) 3 148 3 140 3 226 3 312 3 213 3 431 3 652 3 643

Es stellt sich die Frage, ob die trotz Konzentrationsprozess noch grosse Vielfalt, die nicht zuletzt zur Komplexität der 2. Säule beiträgt, heute noch sinnvoll ist. Verschiedentlich wird auch die Frage laut, ob ein zentralisiertes System (Einheitskasse) nicht vorzuziehen sei oder ob nicht zumindest strengere Vorschriften bezüglich der Grösse der Vorsorgeeinrichtungen eingeführt werden sollten.

3.2 Soll-Zustand

Die Pensionskassenlandschaft soll so ausgestaltet werden, dass die berufliche Vorsorge an die verschiedenen Unternehmen angepasst werden kann und somit flexibel bleibt. Es muss aber verhindert werden, dass diese Vielfalt zu einem Effizienzverlust und unnötig hohen Kosten führt.

55 BFS, Pensionskassenstatistik 2009, Neuchâtel 2011.

56 Vgl. Pensionskassenstatistik 2002, S. 32 ff.

57 Vgl. insbesondere Swisscanto, Konzentration der Pensionskassenlandschaft, in: interview online, http://interviewonline.ch/artikel/konzentration-in-der-pensionskasse.html.