Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 19Fedlex · Erläuternder Bericht
Europäische Zulaufstrecken
Die Streckencodes der Zulaufstrecken26 in den nördlichen Nachbarländern, welche für den kombinierten Verkehr durch die Schweiz relevant sind (Deutschland, Niederlande, Dänemark, Belgien und Luxemburg), genügen bereits heute für den Transport von hochprofiligen Sattelaufliegern im kombinierten Verkehr27.
In Italien ist – ausser auf der Linie nach Novara – zurzeit keine für den Transport von Sattelaufliegern mit einer Eckhöhe von vier Metern geeignete Infrastruktur verfügbar. Die Zulaufstrecken in Italien sind nur zum Teil für hochprofiligen kombinierten Verkehr geeignet. Die Strecke über den Simplon nach Novara via Borgomanero verfügt über den Streckencode P80/410; von Novara nach Mailand jedoch nur noch P45/364. Auf den Abschnitten Ranzo (Grenze)–Luino–Busto-Arsizio– Gallarate sowie Domodossola–Gallarate gilt der Streckencode P50/380, weiter nach Mailand P45/364. Schliesslich ist die Strecke Chiasso–Mailand für den Streckencode P60/390 ausgelegt. Italien plant jedoch Ausbauarbeiten bis ins Jahr 2020.
Die laufende Zusammenarbeit mit Italien betreffend die südliche Fortsetzung der NEAT stützt sich auf die Vereinbarung zwischen dem Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK) und dem Ministerium für Infrastruktur und Verkehr der Republik Italien über die Gewährleistung der Kapazität der wichtigsten Zulaufstrecken der NEAT an das italienische Hochleistungsnetz28 ab. Sie wurde von den eidgenössischen Räten 2001 ratifiziert. Ein bilateraler Lenkungsausschuss Schweiz-Italien und die ihm unterstehenden Arbeitsgruppen treffen sich regelmässig, informieren sich gegenseitig über den Stand der im Gang befindlichen Arbeiten und koordinieren die Planungen.
In diesem Rahmen wurden Massnahmen für die südlichen Zulaufstrecken zur NEAT sowohl auf der Lötschberg-Simplon-Strecke als auch auf der Gotthard-Achse via Chiasso resp. Luino kurz-, mittel- und langfristig festgelegt.
Für den Simplon-Korridor sind im Investitionsplan von Rete Ferroviaria Italiana (RFI, italienischer Schieneninfrastrukturbetreiber) finanzielle Mittel bis ins Jahr 2020 für den Ausbau der Strecke Domodossola–Borgomanero–Novara vorgesehen. Damit beabsichtigt Italien, die Schienenkapazität für hochprofilige Verkehre zu erhöhen (auf ca. 65 Trassen pro Tag), was die erforderlichen Kapazitäten bis 2015 resp. 2020 sicherstellen sollte. Zudem soll die maximale Zugslänge schrittweise erhöht werden.29 Nach dem Jahr 2020 soll die Kapazität zwischen Domodossola und Novara durch den Ausbau der zweiten Verbindung über Oleggio–Arona erhöht werden. Hingegen ist auf der Strecke Domodossola–Gallarate bis 2020 kein Ausbau des Lichtraumprofils geplant, obwohl auf diesem Weg die wichtigen Terminals von Busto-Arsizio und Gallarate erreicht werden können.
Auf der Gotthard-Achse priorisiert Italien den Profilausbau des Asts Chiasso– Mailand. Um im Hinblick auf die erwartete Verkehrszunahme bis 2020 die erforderlichen Kapazitäten zwischen Chiasso und Mailand zu garantieren, beabsichtigt Italien, zwischen Bivio Rosales und Monza im Rahmen der betrieblichen Massnah-
26 Internationale Vereinigung der Gesellschaften für den Kombinierten Verkehr Schiene- Strasse (UIRR), Profilkarte der Bahnstrecken für Sattelanhänger, 2011, www.uirr.com.
27 Auf den Zulaufstrecken in Frankreich Richtung Basel gilt in der Regel ein kleinerer Streckencode P45/359.
28 SR 0.742.140.345.43
29 Domodossola–Borgomanero–Novara 650 Meter, Domodossola–Arona–Novara/Gallarate
750 Meter