Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten

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1.1.4.3 Künftiger Bedarf an 4-Meter-Trassen

Auf einer Trasse pro Stunde und Richtung können bei heutiger Zugslänge theoretisch rund 100 000 Sendungen pro Jahr transportiert werden, was auf der Lötschberg-Simplon-Achse mit etwa zwei stündlichen hochprofiligen Trassen pro Richtung 400 000 Sendungen entspricht. Die künftigen Zugslängen von 700–750 Metern werden theoretisch etwa 120 000 Sendungen erlauben. Aktuell werden auf der Lötschberg-Simplon-Achse 220 000–240 000 Sendungen jährlich befördert.

Um 1,47 Mio. hochprofilige Sendungen befördern zu können (Szenario «Maximal»), wären auf Basis dieser Angaben zwischen 12 und 14 Trassen bzw. 6 und 7 Trassenpaare pro Stunde notwendig. Abzüglich der beiden stündlichen hochprofiligen Trassenpaare auf der Lötschberg-Simplon-Achse besteht also ein zusätzlicher Bedarf an 4 bis 5 stündlichen Trassenpaaren im Profil EBV 3. Dieser Bedarf ist mit den nach Inbetriebnahme der NEAT am Gotthard verfügbaren Kapazitäten gedeckt, falls diese hochprofilig sind.

Sollen hingegen 850 000 hochprofilige Sendungen die Schweizer Alpen queren (Szenario «Mittel»), so sind neben dem bestehenden Angebot auf der Lötschberg-Simplon-Achse 2 bis 3 zusätzliche stündliche Trassenpaare in geeigneter Qualität nötig.

1.1.5 Der Nutzen des 4-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse

1.1.5.1 Ein neues Element der schweizerischen Verlagerungspolitik

Der Bundesrat erachtet den Ausbau des Lichtraumprofils auf der Gotthard-Achse als geeignete Massnahme, um zusätzliche alpenquerende Gütertransporte von der Strasse auf die Schiene verlagern zu können und so das Verlagerungskonzept, welches mit dem Güterverkehrsverlagerungsgesetz beschlossen wurde, zu ergänzen.

Wie im Kapitel 1.1.2 dargelegt, werden im unbegleiteten kombinierten Verkehr vermehrt Sattelauflieger mit einer Eckhöhe von 4,00 Metern eingesetzt, weil dies für Verlader und Transporteure mit eindeutigen logistischen und ökonomischen Vorteilen verbunden ist. Für die erwartete Nachfragesteigerung in diesem Segment besteht zukünftig ein Defizit bei den für den alpenquerenden Verkehr verfügbaren hochprofiligen Trassen. Der Ausbau der Zulaufstrecken des Gotthard-Basistunnels – die Errichtung eines sogenannten 4-Meter-Korridors – ist die geeignete Massnahme, um genügend hochprofilige Trassen auf der Schiene zur Verfügung zu stellen. Für den vollen Nutzen des Ausbaus muss aber mit den Nachbarländern sichergestellt werden, dass die abgesprochenen Ausbauten auf den Zulaufstrecken rechtzeitig realisiert werden.

Die Erstellung des 4-Meter-Korridors auf der Gotthard-Achse steigert die Attraktivität des kombinierten Verkehrs und kann so Anreize für die Erschliessung zusätzlicher Verlagerungspotenziale setzen. Der Ausbau zum höheren Lichtraumprofil bewirkt, dass alle heute europaweit gängigen Umschlagsbehältnisse im kombinierten Verkehr verladen werden können. Mit dem 4-Meter-Korridor wird so die Entwicklungs- und Zukunftsfähigkeit des alpenquerenden kombinierten Verkehrs verbessert. Dies aus folgenden Gründen: