Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2011/49: Bau und Finanzierung eines 4-Meter-Korridors für den Schienengüterverkehr auf der Gotthard-Achse · 56 Seiten
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Verkehr37. Dies entspricht einem Wachstum von etwas mehr als 50 % gegenüber 2011. Es gibt hingegen keine fundierten Aussagen, wie hoch dannzumal die Nachfrage für hochprofiligen kombinierten Verkehr sein wird. Es ist jedoch möglich, die Nachfrage mittels dreier Szenarien einzuschätzen.
1. Szenario «Maximal»: Um die logistischen Abläufe im kombinierten Verkehr möglichst zu vereinfachen und dem Transportmarkt eine möglichst hohe Flexibilität zu bieten, sollten alle Züge des kombinierten Verkehrs auf einer für hochprofilige Sendungen geeigneten Infrastruktur geführt werden können. Dies hätte zur Folge, dass die Sendungen nicht nach ihrem Profilbedarf auf bestimmte Züge verteilt werden müssen, was eine Reduktion des logistischen Aufwands zur Folge hat. Damit stellt die Grösse von 1,47 Mio. Sendungen die maximale Nachfrage dar.
2. Szenario «Mittel»: In diesem Fall unterstellt man, dass in gewissen Zügen keine hochprofiligen Sendungen befördert werden. Beispielsweise KV-Verkehre aus den Hochseehäfen, die reine Containerzüge sind, oder Ganzzüge mit Chemie- oder anderen Flüssigkeitstransporten benötigen keine hochprofiligen Trassen. Dies ist heute bei ca. 40 % der Züge der Fall, was im Jahr 2030 550 000 Sendungen entsprechen würde. Werden diese Sendungen von der maximalen Nachfrage abgezogen, erhält man eine Nachfrage von 850 000 hochprofiligen Sendungen im Jahr 2030.
3. Szenario «Tief»: Unterstellt man hingegen zukünftig kein überdurchschnittliches Wachstum der Sattelauflieger im unbegleiteten kombinierten Verkehr, so wächst die Nachfrage nach hochprofiligen Trassen parallel zur Gesamtnachfrage und zum kombinierten Verkehr. Entsprechend wäre von einer Nachfrage von 350 000 Sendungen im Jahr 2030 auszugehen, die als Untergrenze der Nachfrage nach 4-Meter-Trassen gesetzt werden kann.
Im Idealfall sollten mit Bau des 4-Meter-Korridors Kapazitäten zur Befriedigung der Nachfrage gemäss Szenario «Maximal» zur Verfügung gestellt werden. Damit wird der logistische Aufwand im kombinierten Verkehr vereinfacht und die Produktivität erhöht. Stehen lediglich Kapazitäten gemäss den Szenarien «Mittel» oder «Tief» zur Verfügung, steigt der logistische Aufwand deutlich an, da (wie heute) in den Umschlagsanlagen des kombinierten Verkehrs spezielle hochprofilige Züge zusammengestellt werden müssten. Dies vermindert das Verlagerungspotenzial.
Einen Hinweis für die Attraktivität eines 4-Meter-Korridors gibt das Beispiel des Ausbaus des Lichtraumprofils auf der Brenner-Achse auf das Streckenprofil P70/400 Ende der neunziger Jahre. «Während sich zwischen 1999 und 2008 das Gesamtaufkommen im unbegleiteten KV über den Brenner annähernd vervierfachte, stieg das Aufkommen kranbarer Sattelauflieger um mehr als das Sechsfache. Der Marktanteil von Sattelaufliegern stieg dadurch im gleichen Zeitraum um über 10 Prozentpunkte auf rund 28 % (2008).»38 Eine ähnliche Entwicklung konnte auch nach dem Ausbau am Simplon festgestellt werden.
37 Dabei wird entsprechend den Feststellungen des Verlagerungsberichts 2011 unterstellt, dass das Verlagerungsziel nicht erreicht wird resp. keine Alpentransitbörse oder ähnlichen restriktive Instrumente eingesetzt werden.
38 KombiConsult, Trends und Innovationen im unbegleiteten Kombinierten Verkehr in der und durch die Schweiz, 2010, Seite 29.