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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
kungen des Verkehrs selbst, dem zahlreiche Tiere zum Opfer fallen und der Lebens-
räume mit Schadstoffen belastet.
Bemerkenswert ist auf der anderen Seite, dass den extensiv gepflegten Böschungsbe-
reichen von Eisen- und Autobahnen gerade im strukturarmen und intensiv genutzten
Mittelland eine hohe Bedeutung zukommt, da sie Lebensraum und Vernetzungsmög-
lichkeiten bieten. Dasselbe gilt für die teilweise sehr grossen Flächen auf Zivilflugplät-
zen, welche häufig extensiv gepflegt werden und dadurch für den ökologischen Aus-
gleich in einer Region wichtig sein können.
Ein bedeutender Handlungsbedarf besteht bei der Minimierung der Trennwirkung von Handlungsfelder einzelnen Infrastrukturen sowie bei der Verbesserung der Durchlässigkeit für Wildtie- für den Bereich Verkehr re, Amphibien, Reptilien und Kleinsäuger. Zur Sicherstellung der Massnahmen im
Raum sind die Instrumente der Raumplanung zu ergänzen und aufeinander abzustim-
men.
Ebenfalls wichtig ist die konsequente Umsetzung von flächendeckenden Ersatzmass-
nahmen bei Infrastrukturbauten in schutzwürdigen Lebensräumen. Diese Massnahmen
sollen an für die Biodiversität geeigneten Orten angelegt werden, abgestimmt auf die
Vorgaben der Biodiversität aus nationaler und kantonaler Sicht.
6.7 Erneuerbare Energien
Der Bundesrat will in der Schweiz weiterhin eine hohe Stromversorgungssicherheit Energiestrategie 2050 – garantieren – mittelfristig jedoch ohne Kernenergie. Das hat er am 25. Mai 2011 im Stromversorgungs-Rahmen der neuen Energiestrategie 2050 beschlossen und dem Parlament zur Diskus- sicherheit ohne sion unterbreitet. Die bestehenden Kernkraftwerke sollen am Ende ihrer Betriebsdauer Kernenergie stillgelegt und nicht durch neue Kernkraftwerke ersetzt werden. Um die Versorgungs-
sicherheit zu gewährleisten, setzt der Bundesrat auf verstärkte Einsparungen (Energie-
effizienz), den Ausbau der Wasserkraft und der neuen erneuerbaren Energien sowie
wenn nötig auf fossile Stromproduktion (Wärmekraftkopplungsanlagen, Gaskombi-
kraftwerke) und auf Importe. Zudem sollen die Stromnetze rasch ausgebaut und die
Energieforschung verstärkt werden.
Der Nationalrat hat in seiner ausserordentlichen Session über Kernenergie und alterna-
tive Energien (Amtliches Bulletin 11.9008) am 8. Juni 2011 den Ausstieg aus der
Kernenergie beschlossen. Die Nutzung erneuerbarer einheimischer Energien wird als
wichtige Alternative zur Kernenergie angesehen.
Die Nutzung erneuerbarer Energien hat nicht zwingend Berührungspunkte mit der Nutzung erneuerbarer Biodiversität. Es kann sein, dass erneuerbare Energien positive Auswirkungen auf die Energien und Biodiversität haben, wie z. B. CO2-Neutralität bei der Nutzung von Energieholz, Emis- Biodiversität sionsfreiheit bei der Nutzung von Windenergie oder lokal positive Effekte wie z. B. das
Auflichten eines Waldes durch die Holznutzung. Auch die Pflicht zur Niederhaltung
der Vegetation unter Stromleitungen kann zu wertvollen Lebensräumen für die Biodi-
versität führen. Es ist aber auch möglich, dass die Nutzung von erneuerbaren Energien
in Konflikt mit der Biodiversität gerät. Dies insbesondere durch Raumbedarf, durch
Bauwerke zur Energieerzeugung und durch Ruhestörungen. Bereits bestehende Strate-
gien und Empfehlungen zur Nutzung erneuerbarer Energien sorgen jedoch dafür, dass
das Konfliktpotenzial gering gehalten wird. Dazu gehören unter anderem das Konzept
Windenergie Schweiz und Empfehlung zur Planung von Windenergieanlagen, die