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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
Bund, Kantonen, Gemeinden und Städten – erarbeitet worden ist, auch von den betref-
fenden Partnern gemeinsam umgesetzt wird und dass dabei das Ziel betreffend Raum-
bedarf der Biodiversität eine hohe Priorität erhält.
Es sind ausreichend grosse, qualitativ gute Lebensräume zu sichern, die untereinander Handlungsfelder für die vernetzt und auch im Siedlungsraum als Grün- und Freiflächen ausgeschieden sind. Raumplanung Weil sich die Siedlungen in den letzten Jahrzehnten stark ausgedehnt haben, braucht es
zudem neue Massnahmen für den haushälterischen Umgang mit dem Boden und zur
Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum. Ein grosses Problem stellt die Versie-
gelung des Bodens dar, die eine multifunktionale Nutzung für die Biodiversität weitge-
hend ausschliesst.
75 % der Schweizer Bevölkerung leben heute in Städten und Agglomerationen. Selbst Biodiversität in der in den Städten bieten sich rund 40 bis 50 % der Flächen als Lebensräume für Tiere und Siedlung Pflanzen an, die sich mit anderen Nutzungen überlagern lassen. Für den Aufbau eines
landesweiten Verbundes von Lebensräumen sind solche Flächen sehr wichtig, denn sie
tragen wesentlich zur Lebensqualität in den Siedlungen bei, fördern die Identifizierung
der Bevölkerung mit ihrer natürlichen Umgebung und ermöglichen Erholung und
Freizeitaktivitäten. Sie fördern mit Naturerfahrungen und -erlebnissen die Wahrneh-
mung der Umwelt und unterstützen damit auch das Verantwortungsbewusstsein gegen-
über der Biodiversität. Frei- und Grünräume in den Siedlungen können auch andere
Räume vom zunehmenden Druck durch Erholungssuchende entlasten.
Der städtische Siedlungsraum ist inzwischen auch zu einem Hort für selten gewordene
Arten und Lebensräume geworden. Dies als Folge von zwei Entwicklungen: Einerseits
kommen Mangelbiotope wie Trockenwiesen noch als Relikte im Siedlungsraum vor,
andererseits finden aus der Landwirtschaft verdrängte, seltene Arten im städtischen
Umfeld auf Brachen und Plätzen wieder einen Ersatzlebensraum. Die mit Überbauun-
gen und Neugestaltungen verbundene Dynamik ermöglicht bei gezieltem Einbezug der
Biodiversität aussergewöhnliche Lebensräume für seltene Arten. Die entsprechenden
Flächen – insbesondere unversiegelte Räume – müssen verbindlich gesichert werden
(Grün- und Freiflächenanteile).
In den Städten und Gemeinden gibt es verschiedene gute Beispiele, wie sich Biodiver-
sität im Siedlungsraum fördern lässt. Auch bei der Anwendung der raumplanerischen
Instrumente – Richtpläne und Nutzungspläne – existieren bei den Kantonen und Ge-
meinden gute Ansätze im Umgang mit Natur und Landschaft. Die Aspekte der Biodi-
versität werden aber noch nicht überall in den raumplanerischen Instrumenten und
regionalpolitischen Prozessen genügend berücksichtigt und umgesetzt.
6.6 Verkehr
Die Zerschneidung der Landschaft und damit der Lebensräume hat in den letzten Zerschneidung dreissig Jahren im Mittelland und in den Tallagen stark zugenommen. Der Bau der der Landschaft Verkehrsinfrastrukturen wie auch die Ausdehnung der Siedlungsfläche haben zudem
grosse Flächen an naturnahen Lebensräumen zerstört, welche nur teilweise wieder
ersetzt werden konnten. Die immer weiter gehende Zerschneidung der insgesamt
schrumpfenden Fläche naturnaher Lebensräume führt zu einer Aufsplitterung der Tier-
und Pflanzenbestände in isolierte und kleine Populationen. Einige Jahre mit hoher
Sterblichkeit oder schlechtem Fortpflanzungserfolg können genügen, um solche klei-
nen Populationen auszulöschen. Ebenfalls einen negativen Effekt haben die Auswir-