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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten

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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011

Bestände der Wildhuftiere so zu regulieren, dass diese die natürliche Waldverjüngung

mit standortgerechten einheimischen Baumarten nicht verhindern.

Um den Schutz der nutzbaren Arten nachhaltig zu sichern, hat der Bund ein Netz von

eidgenössischen Wild- und Wasservogelschutzgebieten sowie Populationen von natio-

naler Bedeutung mit wichtigen Laichgebieten ausgeschieden. Dieses Netz wird von

den Kantonen durch zahlreiche weitere Schutzgebiete und Wildruhezonen ergänzt.

Für Wild- und Fischarten, welche grosse zusammenhängende Gebiete beanspruchen, Handlungsfelder für ist es für die Zukunft wichtig, die Vernetzung der Lebensräume an Land und im Was- Jagd und die Fischerei ser wiederherzustellen. Eine weitere Herausforderung ist der Umgang mit Arten, die in

der Kulturlandschaft mit menschlichen Interessen in Konflikt treten; Wolf und Luchs

können Nutztiere reissen, Biber Hochwasserschutzdämme untergraben, Rothirsche im

Schutzwald Schäden anrichten.

6.4 Tourismus, Sport und Freizeit

Die touristische Wertschöpfung basiert zentral auf der landschaftlichen Qualität.

Landschaften bieten vielfältige Potenziale für das Naturerleben, die Erholung, Sport-

und Tourismusaktivitäten sowie die Bewegungsförderung und die Gesundheitsvorsor-

ge. Wald und Grünland, Flüsse, Schluchten und Felsen sind in der Schweiz gut er-

schlossen und für Freizeit-, Sport- und Tourismusaktivitäten einfach zugänglich.

Tourismus-, Sport- und Freizeitaktivitäten haben aber auch vielfältige ökologische Auswirkungen der Auswirkungen. Als überlagernde Nutzungen erhöhen sie in der Regel die jeweilige Tourismus-, Sport- und Nutzungsintensität. Zudem sind diese Aktivitäten oft mit einem Ausbau von Infrastruk- Freizeitaktivitäten auf die turen (Flächenverbrauch, Zerschneidung und Zerstörung von Lebensräumen) und Biodiversität

direkten oder indirekten Auswirkungen auf Flora und Fauna (z. B. Störung) verbunden,

so etwa infolge Neuerschliessungen und Verbindung von Skigebieten, grossflächiger

Beschneiung und Planierung von Pisten sowie Verlegung von Skigebieten in höhere

Lagen.

Aufgrund der Entwicklungen der letzten Jahrzehnte kann von einem anhaltenden

Druck auf die Biodiversität ausgegangen werden.

Wichtig für die Zukunft sind eine verstärkte Integration langfristiger Biodiversitätsziele Handlungsfelder für in die Sport- und Tourismuspolitiken und die Gewährleistung einer sektorübergreifen- Tourismus, Sport und den Zusammenarbeit. Sport und Tourismus sollen mittels naturverträglicher Angebote Freizeit

und Infrastrukturen zur Schonung der Biodiversität beitragen. Dazu braucht es Bil-

dungs- und Informationsangebote sowie eine stärkere Lenkung der Tourismus-, Sport-

und Freizeitaktivitäten.

6.5 Raumplanung

Das Raumkonzept Schweiz (Entwurf)112 setzt u. a. das Ziel, Raum für Biodiversität zu

Raumkonzept Schweiz:

schaffen. Die Raumplanung soll dazu einen zentralen Beitrag leisten. Der Bund erar- mehr Raum für beitet in der Raumplanung Grundlagen und ist für die Koordination über die Kantone Biodiversität

hinweg zuständig. Die Hauptverantwortung in der Raumplanung tragen die Kantone

und Gemeinden. Umso wichtiger ist es, dass das Raumkonzept, welches tripartit – von

112 Raumkonzept Schweiz (Entwurf). www.are.admin.ch/themen/raumplanung/00228/00274/index.html?lang=de