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Vernehmlassung 2011/70: Strategie Biodiversität Schweiz · 76 Seiten
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Strategie Biodiversität Schweiz BAFU 2011
Strategie Wasserkraftnutzung Schweiz, die Biomassestrategie Schweiz und die Bio-
masse-Energiestrategie.113
Der Bund wird in Zukunft gefordert sein, Wege zur Minimierung allfälliger Konflikte
zu finden, dies auch im Rahmen der Energiestrategie 2050.
6.8 Grundstücke, Bauten und Anlagen im Besitz des Bundes
Der Bund ist direkt oder via Beteiligungen im Besitz von einer Vielzahl von Grundstü-
cken, Bauten und Anlagen. Insbesondere durch die Grundstücke des Eidgenössischen
Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) sowie durch die
Nationalstrassen und deren Mittelstreifen und Böschungen ist er sogar der grösste
Landbesitzer der Schweiz.
Oft sind die Grundstücke des VBS ökologisch besonders wertvoll, weil sie extensiv Ökologisch wertvolle genutzt werden, abgelegen liegen und vor anderen Nutzungsinteressen (z. B. Bebau- Grundstücke im Besitz ung) geschützt sind. Weiter kann die militärische Nutzung die Dynamik in der Land- des Bundes schaft auslösen, welche für spezifische Naturwerte wie z. B. Flächen mit Pioniervegeta-
tion oder seltene Amphibien notwendig ist.
Durch Bauten und Anlagen, die militärische Nutzung (z. B. Schiessen, Strassen- und
anderer Verkehr) sowie die militärische Luftfahrt sind jedoch auch negative Einflüsse
auf die Biodiversität zu verzeichnen: Bodenversiegelung, Zerschneidung durch Bauten
und Anlagen wie z. B. Einzäunungen, Bodenbelastungen, Störungen am Boden und in
der Luft.
Das VBS berücksichtigt die bestehenden gesetzlichen Vorgaben bezüglich der Themen Handlungsfelder der Biodiversität bei der Erfüllung seiner Aufgaben gut. Es hat in den letzten Jahren für das VBS verschiedene Anstrengungen unternommen, sodass der aktuelle Stand der Umsetzung
weitgehend als vorbildlich betrachtet werden kann. Entsprechend ist eine der grossen
zukünftigen Herausforderungen das Halten dieses guten Standards.
6.9 Bildung und Forschung
Der Begriff Biodiversität und die damit zusammenhängende umfassende Thematik Bildung
waren bislang nicht Bestandteil der Schweizer Lehrpläne. Aus- und Weiterbildungsan-
gebote für Lehrkräfte fehlen weitgehend. Im Zusammenhang mit dem Jahr der Biodi-
versität 2010 konnte aber festgestellt werden, dass Unterrichtsmaterialien zum Thema
bestanden oder spezifisch erarbeitet wurden114. Grobziele von Lehrplänen auf Sekun-
darstufe115 zeigen auf, dass bereits heute die Basis besteht, um sich mit dem Thema im
Rahmen des Schulunterrichts auseinanderzusetzen.
Die Fähigkeit, Arten zu erkennen, zu beschreiben und einordnen zu können, sowie die Handlungsfelder Kenntnisse über deren Ökologie spielen bei der Erforschung und Erhaltung der Biodi- für die Bildung versität und ihrer wirtschaftlichen Erschliessung eine zentrale Rolle. In den letzten
beiden Jahrzehnten wurde die Vermittlung dieses Wissens in der Grundausbildung
stark vernachlässigt. Professuren in den relevanten Themenbereichen (insbesondere
113 Siehe Anhang A4: Strategien und Programme 114 Z. B. Unterrichtsangebot von Pro Natura, 2009 an 2300 Klassen in der Schweiz abgegeben 115 Z. B. BL 2009: «Lebensgemeinschaften in einem Lebensraum über einen längeren Zeitraum erkunden, erforschen und dokumentieren. Die Eingriffe des Menschen in die Lebensräume aufzeigen und beurteilen»