Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2013/104: Bundesgesetz über das Zentrum für Qualität in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung · 75 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 9Fedlex · Erläuternder Bericht

OECD zum schweizerischen Gesundheitssystem aus dem Jahr 2011 festgehalten wurde. Insbesondere fehlen vergleichbare Ergebnisindikatoren und deren auf die unterschiedlichen Anspruchsgruppen ausgerichteten Auswertungen. Auch ist die Zugänglichkeit entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen der Akteure verbesserungsbedürftig. Zu vermerken sind jedoch positive Entwicklungen in den letzten Jahren insbesondere im Bereich von Qualitätsindikatoren bei stationären Leistungen als Folge von Anstrengungen des BAG und des nationalen Vereins für Qualitätsentwicklung in Spitälern und Kliniken (ANQ). Noch vollständig fehlen jedoch Indikatoren im wesentlichen Bereich der ambulanten ärztlichen Leistungen. Mögliche Lösungsansätze wären im internationalen Umfeld vorhanden.

Qualität kann verbessert werden

Internationale Erfahrungen zeigen, dass mit verbesserten Prozessen und Qualitätsinstrumenten unerwünschte Zwischenfälle vermindert und damit die Behandlung deutlich verbessert werden kann, beispielsweise bei Medikamenteninteraktionen oder Infektionsübertragungen in Spitälern und Pflegeheimen.

Umsetzung von Qualitätsprogrammen im Ausland

Die vom Bundesrat im Jahr 2011 gutgeheissene Konkretisierung der Qualitätsstrategie legt denn auch einen Schwerpunkt auf Nationale Qualitätsprogramme, welche in Zukunft durch das zu schaffende Zentrum für Qualität geplant und umgesetzt werden sollen. Diese lehnen sich an die vom Institute for Healthcare Improvement (IHI) entwickelte und in verschiedenen Gesundheitssystemen erfolgreich angewendete „Breakthrough“ Methodik an. Dabei werden in Bereichen, in denen besonders häufig bzw. besonders schwerwiegende medizinische Zwischenfälle die Sicherheit der Patienten gefährden, im Rahmen von strukturierten Programmen Verbesserungen umgesetzt. So haben z.B. im Staat Michigan (USA) die Spitäler die Rate der zentralkatheter-assozierten Blutvergiftungen (Sepsis) um 2/3 senken können. In den folgenden Ländern wurden bzw. werden ähnliche Programme umgesetzt: USA, Kanada, den Niederlanden, Grossbritannien (insbesondere Schottland), Dänemark, Schweden, Neuseeland. Die WHO verfolgt eine ähnliche Strategie, wenn sie mit ihren Programmen zur Verbesserung der Patientensicherheit Bereiche mit hohem Verbesserungspotenzial in den Fokus nimmt. So entwickelt sie zurzeit für die Prävention von Wundinfektionen Guidelines und ein Interventionspaket („care bundle“), das als Grundlage für entsprechende regionale und nationale Verbesserungsprogramme zur Reduktion von nosokomialen Infektionen dienen soll.

Institutionen zu Qualität und HTA im Ausland

Andere Länder unternehmen verschiedene Bemühungen in den Themenbereichen Qualität und Health Technology Assessment (HTA). In der Folge wird die Situation der zwei grossen Nachbarländer Deutschland und Frankreich dargestellt.

In Deutschland gibt es zwei Institutionen, die gesetzliche Aufgaben im Bereich HTA wahrnehmen. Das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) und das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Das DIMDI wurde 1969 als nicht-rechtsfähige Bundesanstalt gegründet und erhielt im Jahr 2000 den Auftrag, eine HTA-Agentur zu schaffen und ein Informationssystem HTA einzurichten. In seinem datenbankgestützten Informationssystem DAHTA werden HTA-Berichte aus dem HTA-Prozess beim DIMDI und von anderen natio-