Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/104: Bundesgesetz über das Zentrum für Qualität in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung · 75 Seiten
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Erläuternder Bericht
1 Grundzüge der Vorlage
1.1 Ausgangslage
Gutes Gesundheitssystem in der Schweiz
Die OECD und WHO haben in ihren 2006 und 2011 erschienen Länderberichten zur Schweiz festgehalten, dass die schweizerische Bevölkerung über einen guten Gesundheitszustand verfügt und eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung hat.1 Die jährlich durchgeführten Umfragen des GFS-Forschungsinstituts Bern und Zürich belegen zudem, dass die Bevölkerung mit den Leistungen des Gesundheitssystems grundsätzlich zufrieden ist. Allerdings legen internationale Studien den Schluss nahe, dass in der Schweiz durchaus Bereiche vorhanden sind, in denen die Schweiz keine Spitzenposition einnimmt und in denen Verbesserungsbedarf besteht.
Im Länderbericht 2011 halten OECD und WHO denn auch fest, dass mehr Angaben über Behandlungsresultate und Morbidität in Verbindung mit der Gesundheitsversorgung notwendig sind, damit die politischen Entscheidungsträger in der Schweiz genau identifizieren können, welches die grössten Gesundheitsrisiken sind und wer in der Bevölkerung diesen Risiken am meisten ausgesetzt ist. Die Überwachung und Erfassung der Versorgungsqualität beschränke sich derzeit auf eine Reihe von Spitalindikatoren, die jedoch nicht ausreichen, um Patienten, Versicherer und Regierungen zu befähigen, zwischen den zahlreichen Leistungserbringern und -Settings eine gut informierte Auswahl zu treffen. Weiter würden sich Informationen über die Leistungsqualität der Anbieter im Gesundheitswesen allzu oft auf die Akutversorgung beschränken und würden nur dank Initiativen auf lokaler oder kantonaler Ebene bereitgestellt. Die Schweiz sei in hohem Mass davon abhängig, dass sich jeder Arzt, jede Ärztin selber an „best practice“ Methoden orientiert, und besitzt nur begrenzte Möglichkeiten für ein landesweites Benchmarking der Qualität von Gesundheitsleistungen. Während die Konsumenten über eine beträchtliche Auswahl an Leistungserbringern im Gesundheitswesen verfügen, besitzen sie oft erstaunlich wenig Informationen über deren Qualität, um eine gute Auswahl treffen zu können. Jüngste Bemühungen um eine landesweit einheitliche Messung von Fällen, Mortalität und anderen ausgewählten Indikatoren zur Versorgungsqualität in Spitälern seien zwar sehr begrüssenswert, könnten aber durch die Erweiterung des Indikatorenumfangs verbessert und durch die Messung der spitalexternen Versorgungsqualität ergänzt werden.
Vermeidbare Zwischenfälle, Gesundheitsschädigungen und Kosten
Internationale Studien zeigen auf, dass im Durchschnitt jeder zehnte Patient bei seiner Behandlung in einem Spital einen schädigenden medizinischen Zwischenfall erlebt und dadurch der Aufenthalt um durchschnittlich eine Woche verlängert wird. Dabei wurden nur die Zwischenfälle berücksichtigt, die in den Krankengeschichten dokumentiert sind. Die Studien gehen davon aus, dass ungefähr die Hälfte dieser „adverse events“ vermeidbar wären. Werden die Studienresultate des amerikani-
1 OECD; WHO (2006, 2011). OECD-Berichte über Gesundheitssysteme - Schweiz. Bern: Bundesamt für Gesundheit, www.bag.admin.ch/themen/internationales