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Vernehmlassung 2013/113: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2016-2019 (Kulturbotschaft) · 127 Seiten

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nerelles Bevölkerungswachstum sowie eine zunehmende Heterogenität oder sogar Fragmentierung der Gesellschaft. In der Schweiz leben heute immer mehr Menschen von beispielsweise unterschiedlicher Sprache, Religion, Kultur und Nationalität. Diese Entwicklung stellt eine Herausforderung für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Verständigung zwischen den verschiedenen sprachlichen und kulturellen Gemeinschaften der Schweiz dar.

– Die Individualisierung verstärkt sich namentlich aufgrund höherer Einkommen, steigendem Bildungsniveau sowie einer Zunahme verfügbarer Freizeit in den letzten Jahrzehnten. Die klassischen Sinnstiftungsinstanzen (Kirche, Staat, politische Parteien, Leitmedien usw.) verlieren ihre Dominanz bei der Wertevermittlung. In der «Multioptionsgesellschaft» entsteht eine neue Vielfalt von Lebensformen. Das Kulturpublikum wird dabei stets heterogener und die Erwartungen und Ansprüche an das Kulturangebot divergieren immer stärker. Das in traditionellen Selbstgewissheiten eingebundene Kulturpublikum hat sich zu einem heterogenen Publikum mit schwer vorhersehbarem Kulturverhalten und -geschmack entwickelt. Das Kulturangebot steht dabei auch verstärkt in Konkurrenz zu anderen Freizeitangeboten.

– Die Urbanisierung führt zur Abnahme der Anzahl Gemeinden sowie zu immer grösseren Agglomerationen. Nur noch rund 25 Prozent der Schweizer Bevölkerung leben heute in ländlichen Gemeinden. Die Städte erleben eine Renaissance als Lebensorte sowie als Ballungsräume der Kreativwirtschaft. Das Kulturangebot auf dem Land nimmt dagegen tendenziell ab. Entwicklungsdruck und Zersiedelung gefährden die gestalterische Qualität der gebauten Umwelt. In Siedlungsgebieten erhöhen Verdichtung und energetische Sanierung den Druck auf historische Bauten und Anlagen sowie auf das archäologische Erbe und stellen eine Herausforderung für die Baukultur dar.

Mit welchen konkreten Massnahmen der Bund auf die mit den dargelegten Trends verbundenen Herausforderungen antwortet, wird in Ziffer 1.6 allgemein sowie für die jeweiligen Kultursparten spezifisch in Ziffer 2 aufgezeigt.

1.5 Ansätze zu einer nationalen Kulturpolitik

Die unter Ziffer 1.4 beschriebenen Entwicklungen stellen die Schweizer Kulturpolitik vor Herausforderungen, welche alle Staatsebenen gleichermassen betreffen und gemeinsame Antworten erfordern:

Megatrends stellen tiefgreifende gesellschaftliche Entwicklungen dar und bringen fundamentale Veränderungen auf allen Ebenen mit sich – von der Kulturproduktion bis zum Kulturkonsum. Zur Illustration können beispielsweise die massgeblich durch die Globalisierung und Digitalisierung getriebenen Umwälzungen im Bereich der Literatur dienen: In der Herstellung gehen Autorinnen und Autoren vermehrt zur Eigenpublikation (Selfpublishing) über und verzichten auf eine Publikation in klassischen Verlagen. Bei den literarischen Verlagen selber findet ein starker Konzentrations- und Marktbereinigungsprozess statt. Beim Vertrieb gewinnt der Online-Buchhandel stetig Marktanteile gegenüber dem stationären Buchhandel. Auf Seite der Leser finden elektronische Bücher zunehmend Absatz. Diese – hier nur punktuell genannten – Entwicklungen hinterlassen tiefe Spuren in der Schweizer Literaturlandschaft und gefährden – um nur ein Beispiel zu nennen – die Existenz der Schweizer Literaturverlage und in dessen Folge die Qualität und Vielfalt des Schweizer Literaturschaffens. Will die Schweizer Kulturförderung die vorgenannten Entwicklungen nicht nur hinnehmen, sondern ihre negativen Auswirkungen kulturpolitisch abfedern und sich bietende Chancen