Bericht Fortsetzung

Vernehmlassung 2013/32: Totalrevision der Verordnung über die Finanzhilfen an gewerbeorientierte Bürgschaftsorganisationen · 51 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 31Fedlex · Erläuternder Bericht

c) Bäckerei

Die Bäckerei bietet ein vielfältiges Angebot an Patisserie, Süssgebäcken und allgemeinen Backwaren an, die in der eigenen Backstube produziert werden. In fünf Filialen und einer Backstube werden 97 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Innovative Ladenkonzepte treffen die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden: Gezielt ergänzt wird das traditionelle Sortiment beispielsweise durch Frischprodukte und Take-away Angebote. Einige Filialen bieten auch einen Café- / Restaurantbetrieb an.

Der Inhaber eröffnete 1992 eine Bäckerei-Konditorei mit Backstube. Der Start erfolgte mit vier Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Bei der Expansion auf 5 Filialen spielten zwei Bürgschaften eine zentrale Rolle. Die Bank vom Bürgschaftskunden machte ihn dabei auf das Instrument der Bürgschaft aufmerksam. Gemäss Einschätzung vom Inhaber wären die Kredite ohne Bürgschaften nicht gesprochen worden und die Entwicklung der Bäckerei wäre nicht oder nicht in diesem Ausmass möglich gewesen.

Mit den fünf Filialen erschliesst die Bäckerei ein grosses Einzugsgebiet. Durch ein vielfältiges Angebot – dieses reicht vom traditionellen Sonntagszopf bis zur Take-away Pizza – und den grosszügigen Öffnungszeiten, spricht die Bäckerei ein breites Publikum an. Das Unternehmen kann sich durch die Besetzung von Nischen von der Konkurrenz (v.a. Grossverteiler, Tankstellenshops) abheben und behaupten. Die heutige Struktur erlaubt zudem eine optimale Auslastung der eigenen Backstube.

d) Metallverarbeitendes Unternehmen

Für Umbauaktivitäten war der Kapitalbedarf höher als ursprünglich angenommen und die Bank setzte für die Kreditvergabe eine Bürgschaft voraus. Zum gleichen Zeitpunkt brach der Umsatz des Unternehmens im Zuge der Wirtschaftskrise um 50 Prozent ein. Der Kredit von 1,5 Mio. Franken wurde von der Bürgschaftsorganisation mit 500‘000 Franken abgesichert. Die Bürgschaft war in diesem für das Unternehmen ungünstigen Moment mit hohen Kosten verbunden: die Risikoprämie und die Bearbeitungsgebühr mussten bezahlt werden. Dies stellte für das Unternehmen eine zusätzliche Belastung dar. Aufgrund der Wirtschaftskrise mussten nach der Kurzarbeit auch einige Mitarbeitende entlassen werden.

Rückblickend vermutet der Unternehmer, dass die Wirtschaftskrise zusammen mit der Tatsache, dass das Unternehmen allenfalls zu wenig innovativ war und die Konkurrenz sich verstärkte, dazu führten, dass das Unternehmen zu Liquiditätsengpässen kam. Gleichzeitig war der Zeitpunkt der Umbauaktivitäten, für die der verbürgte Kredit gesprochen wurde, nicht optimal. Das Unternehmen benötigte den Kredit für diese Umbauaktivitäten und dieser konnte ohne die Bürgschaft nicht gesprochen werden. Die mit der Bürgschaft verbundenen Kosten wurden jedoch als negativ für das Unternehmen eingeschätzt.

e) Kunstgrafikergeschäft

Das seit 25 Jahren im Fotocomposing tätige Unternehmen fertigt verschiedene Druckarbeiten im Bereich Kunstgrafik an und ist vor allem auf medizinische Drucke spezialisiert. Es zählt inzwischen über 200 Privatpraxen und -kliniken zu seinen Kunden, die spezielle Drucke benötigen.

Kurz vor seiner Pensionierung suchte der Besitzer eine Nachfolgelösung für sein Unternehmen. Eine Person aus der Region übernahm das Geschäft. Die Druckerei wurde in eine GmbH mit einem Stammkapital von 20‘000 Franken umgewandelt (davor war sie als Einzelfirma organisiert). Vor der Übergabe war dem Besitzer zum Kauf neuer Büros eine Bürgschaft bewilligt worden, d.h. er erhielt eine Garantie über 120‘000 Franken, damit ihm das entsprechende Bankdarlehen gewährt wurde. Mithilfe des ehemaligen Besitzers wurde dem künftigen Besitzer für den Kauf der Druckerei ebenfalls eine Bürgschaft zugesichert. Ohne diese hätte die Bank ihm keinen Kredit eingeräumt.

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