Bericht Fortsetzung

Vernehmlassung 2013/32: Totalrevision der Verordnung über die Finanzhilfen an gewerbeorientierte Bürgschaftsorganisationen · 51 Seiten

Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 33Fedlex · Erläuternder Bericht

sprechende Bürgschaft bis jetzt um durchschnittlich 4,47 Mitarbeitende pro Unternehmen erhöht. Fast alle dieser neuen Arbeitsplätze wurden laut eigener Einschätzung dieser Firmen explizit durch die Bürgschaften ermöglicht.

Gemäss der durchgeführten Befragung arbeiten in den mit Bürgschaften unterstützten Firmen rund 1‘774 Lernende (Zeitpunkt Ende 2011). Der Anteil der Lernenden pro Arbeitsplatz liegt bei den mit Bürgschaften unterstützten Firmen leicht über dem gesamtschweizerischen Durchschnitt. Das Bürgschaftswesen leistet so auch einen Beitrag zur Berufsausbildung.

Insbesondere in peripheren Regionen spielt das Ausbildungsangebot dieser Firmen eine wichtige Rolle.

Die in den Firmen beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten via ihre Einkommenssteuern (direkte Bundessteuern) sowie die Firmen selber über die Unternehmensgewinnsteuern, Beiträge an den Bund (vgl. Kapitel 5.3.2). Die generierte Wertschöpfung der unterstützten Firmen beträgt 1,7 Milliarden Franken.90 Die Firmen fragen zudem wiederum Vorleistungen nach, was zu einer zusätzlichen, induzierten Wertschöpfung führt.

Die Mitnahmeeffekte sind im Bürgschaftswesen insgesamt klein. KMU nutzen Bürgschaften meist nur dann, wenn sonst keine Finanzierungen gewährt würden. Andererseits dürften die Verdrängungseffekte gross sein, da die unterstützten KMU ihre Produkte und Dienstleistungen weitgehend in der Schweiz absetzen. Es ist aus diesem Grund davon auszugehen, dass langfristig die entsprechenden Arbeitsplätze, ohne die Existenz der mit Bürgschaften unterstützten Firmen, gesamtschweizerisch betrachtet trotzdem existierten würden, allerdings nicht notwendigerweise durch KMU und wohl auch nicht in den entsprechenden Regionen. In Grenzregionen dürfte ein Anteil der Arbeitsplätze allenfalls im grenznahen Ausland anfallen. Die in diesen Firmen beschäftigten Personen würden kurz- bis mittelfristig möglicherweise keine andere Arbeitsstelle finden und folglich keine Steuern bezahlen – und teilweise gar Geld aus den Sozialversicherungen erhalten. Gleichzeitig kann aber davon ausgegangen werden, dass ohne diese Firmen andernorts in der Schweiz, zumindest längerfristig, entsprechende Arbeitsplätze entstehen würden. Ein Teil der positiven Wirkungen des Bürgschaftswesens sind also gesamtschweizerisch betrachtet Verdrängungseffekte. Langfristig wären ohne das Bürgschaftswesen in den Regionen und Sektoren, in denen heute das Bürgschaftswesen genutzt wird, Strukturveränderungen zu erwarten; die heute in den betroffenen Firmen beschäftigten Personen würden Alternativen hauptsächlich in anderen Regionen der Schweiz und allenfalls grösseren Betrieben suchen müssen.

Trotzdem kann gesamthaft deduziert werden, dass das gewerbeorientierte Bürgschaftswesen erfolgreich KMU unterstützt. Viele der unterstützten Firmen befinden sich im ländlichen Raum. In den entsprechenden KMU werden zahlreiche Arbeitsplätze angeboten, die ohne das Bürgschaftswesen in dieser Form und in diesen Regionen nicht existieren würden. In diesem Sinne ist das Bürgschaftswesen sehr erfolgreich.

Die Tatsache, dass zahlreiche Firmen Bürgschaften nachfragen zeigt gleichzeitig, dass es für zahlreiche KMU schwierig ist, von Banken Darlehen zu erhalten. Trotzdem kann es aber kein Ziel des gewerbeorientierten Bürgschaftswesens sein, einen substanziellen Teil des Kreditmarktes abzudecken, da es sich um ein Nischenprodukt handelt.

5.3.2 Finanzielle Auswirkungen auf den Bund

Die Kosten des Instruments des gewerbeorientierten Bürgschaftswesens, die für den Bund anfallen, verteilen sich auf die Verwaltungskostenbeiträge, die vom Bund getragenen Verluste abzüglich der Wiedereingänge aus vergangenen Verlusten sowie die Opportunitätskosten (entgangene Zinserträge) der nachrangigen Darlehen.91

90 B,S,S. (2013) 91 Vgl. Kapitel 2.2.1 644.10/2011/00954 \ COO.2101.104.5.3993630 33/51