Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2013/43: Bundesgesetz über Geldspiele (Geldspielgesetz, BGS) · 124 Seiten
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Referenz/Aktenzeichen: COO.2180.109.7.111873 / 217.1/2011/01115
3.2.1 Anpassung der Rechtsgrundlagen ........................................................................ 112 3.2.2 Präventionsmassnahmen ...................................................................................... 112 3.2.3 Gemeinnützige Mittelverteilung ............................................................................. 112 3.2.4 Innerkantonale Bewilligungen und Aufsicht ........................................................... 112 3.2.5 Interkantonale Bewilligungen und Aufsicht ............................................................ 114
3.3 Auswirkungen auf die Einnahmen von Bund und Kantonen .................................. 115
3.4 Auswirkungen auf die Volkswirtschaft ................................................................... 117 3.4.1 Spielbanken ........................................................................................................... 117 3.4.2 Lotteriegesellschaften ............................................................................................ 117 3.4.3 Kleinspiele ............................................................................................................. 119
4 Verhältnis zur Legislaturplanung ....................................................................... 119
5 Rechtliche Aspekte: Verfassungs- und Gesetzmässigkeit .............................. 119
1 Grundzüge der Vorlage
1.1 Ausgangslage
1.1.1 Verfassungsrechtlicher und gesetzlicher Rahmen
Entwicklung der Verfassungsbestimmungen
Die erste Regelung des Geldspielbereichs auf Bundesebene erfolgte 1874 im Rahmen der damaligen Totalrevision der Bundesverfassung: Artikel 35 BV verbot Spielbanken und sah vor, dass der Bund «in Beziehung auf die Lotterien geeignete Massnahmen treffen» kann. Bezüglich der Lotterien wurde Artikel 35 in der Folge nicht mehr geändert. Hingegen wurde er hinsichtlich der Spielbanken mehreren Revisionen unterzogen, die von einer Verschärfung des Spielbankenverbots (1920) bis zu einer Lockerung des Verbots zugunsten des Fremdenverkehrs reichten, wobei der Betrieb von Unterhaltungsspielen (Boulespielen) in den Kursälen mit einer Einsatzlimite von 2 Franken (1928) und später 5 Franken (1958) zugelassen wurde. Im Anschluss an seine Botschaft vom 25. März 1992 über die Sanierungsmassnahmen 1992 für den Bundeshaushalt1 legte der Bundesrat dem Parlament einen Bundesbeschluss vor, der das Spielbankenverbot aufhob und es durch ein Konzessionssystem ersetzte.2 In der Volksabstimmung vom 7. März 1993 wurde ein neuer Artikel 35 angenommen, der das Spielbankenverbot beseitigte. Diese neue Fassung von Artikel 35 BV trat allerdings gar nie als solche in Kraft. Weil sich bei der Erarbeitung der Ausführungsgesetzgebung Verzögerungen ergeben hatten, wurde die Fassung – in überarbeiteter Form – in Artikel 106 der totalrevidierten Bundesverfassung übernommen.
1 BBl 1992 III 349
2 BBl 1992 VI 58