Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2014/127: Teilrevision der Verordnung über die Berufsbildung (BBV) bezüglich der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit · 9 Seiten
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Beispiele für Massnahmen und Vorhaben, welche das Potential aufweisen, die Schweizer Berufsbildung in solcher Art und Weise zu stärken, finden sich auf verschiedenen Ebenen. Wegweisende Erkenntnisse konnten insbesondere aus der vom Bund als Pilotprojekt unterstützten „Swiss VET Initiative India“ (SVETII) gewonnen werden. Die Evaluation der Pilotphase dieser von relevanten Akteuren aus der Schweiz und aus Indien getragenen, öffentlich-privaten Initiative hat vielversprechende Resultate, aber auch Verbesserungspotential zu Tage gebracht. Das Projekt hat die Machbarkeit eines Transfers von Elementen des schweizerischen Berufsbildungssystems in ein Partnerland grundsätzlich belegt und es wurden auch positive Effekte für die Anerkennung und den Ruf des schweizerischen Berufsbildungssystems und der Schweiz allgemein in Indien festgestellt7. Es hat sich jedoch auch gezeigt, dass für eine langfristige und nachhaltige Implementierung solcher Initiativen vor allem der Einbezug der Unternehmen sowie der staatlichen Institutionen vor Ort zentral ist. Die Relevanz dieser Initiative für die zukünftige Positionierung und Sichtbarkeit der Schweizer Berufsbildung in Indien zeigt sich im Umstand, dass die aufgebaute Trägerschaft (SkillSonics) fortan als Partner von der „National Skill Development Corporation“ (NSDC) unterstützt wird. Die NSDC ist die auf nationaler Ebene angesiedelte Organisation, welche von der indischen Regierung und den Wirtschaftskreisen mit der Förderung der Entwicklung von Fachkräften beauftragt ist8.
Das Interesse am Schweizer Berufsbildungssystem von Partnerstaaten in Europa und weltweit und deren Wertschätzung seiner Vorteile manifestieren sich in verschiedenen multilateralen und bilateralen Initiativen auf Regierungsebene. So ist beispielsweise die Schweiz im Rahmen der „Europäischen Ausbildungsallianz“ (EAfA) durch das SBFI Partnerin in zwei Projekten auf Regierungsebene zur Stärkung der Berufsbildung in Europa9. In offiziellen bilateralen Kontakten mit den wichtigen aussereuropäischen Wirtschaftspartnern USA, China und Südafrika wurde zudem das Interesse der entsprechenden Behörden an Partnerschaften und gemeinsamen Projekten im Bereich der Berufsbildung auf höchster Ebene bekräftigt. Neben Initiativen und Kontakten auf der Ebene der Regierungen ist die Möglichkeit, entsprechende grenzüberschreitende Kooperationen im Bereich der Berufsbildung von Schweizer Akteuren und ihrer Partner auf dem Feld subsidiär unterstützen zu können – beispielsweise weitere Projekte ähnlich der SVETII – von besonderer Relevanz. Es existieren bereits heute Initiativen, Projekte, Massnahmen und Vorhaben von verschiedenen Schweizer Akteuren (Unternehmen, Organisationen der Arbeitswelt, Bildungsinstitutionen, Stiftungen, Vereinen etc.), welche als Gefässe zur Verfolgung des Ziels der internationalen Stärkung der schweizerischen Berufsbildung in Frage kommen und die nicht in den üblichen Zielländern der Entwicklungspolitik, sondern in wirtschaftlich besonders wichtigen Partnerländern der Schweiz oder im Kontext internationaler Institutionen (z.B. OECD) angesiedelt sind. Das Spektrum umfasst hierbei unter anderem Austausch- und Weiterbildungs-, Expertisetransfer- und Forschungsprojekte. Sofern die Trägerschaften in der Vergangenheit Anfragen nach staatlicher Unterstützung gestellt haben, konnten sie wegen der fehlenden oder lükkenhaften rechtlichen Grundlagen vom Bund im Rahmen der Berufsbildungspolitik subsidiär nicht unterstützt werden, da sie keinen grundsätzlichen Innovations- oder Entwicklungscharakter aufwiesen.
Die Möglichkeit, solche Massnahmen und Vorhaben von Seiten des Bundes neu subsidiär unterstützen zu können, stellt darüber hinaus ein mögliches Instrument zur Sicherung der Qualität und Nachhaltigkeit und somit zum Schutz der Reputation und der Eigenheiten der schweizerischen Berufsbildung dar: Über die Formulierung von entsprechenden Auflagen, welche an Bundessubventionen gekoppelt sind, kann eine gewisse Qualitätssicherung eingeführt werden. Eine andere zurzeit unter den Verbundpartnern diskutierte Möglichkeit ist die Einführung und Pflege eines Qualitätslabels oder einer Marke für grenzüberschreitende Massnahmen der Berufsbildungszusammenarbeit. Auch dafür wären entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten notwendig.
In der Perspektive der grenzüberschreitenden Promotion und Vernetzung der schweizerischen Berufsbildung spielen Netzwerke sowie Kongresse und Veranstaltungen bereits heute eine Rolle. Von Schweizer Partnern getragene Netzwerke und Foren, welche den Austausch zwischen den Akteuren
7 Siehe obiger Verweis. 8 Siehe hierzu die Auftritte von SkillsSonics und NSDC unter: http://www.skillsonics.com und http://nsdcindia.org
9 Siehe: http://ec.europa.eu/education/policy/vocational-policy/alliance_de.htm