Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2015/23: Botschaft zur Finanzierung des Betriebs und Substanzerhalts der Eisenbahninfrastruktur in den Jahren 2017-2020 · 106 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 22Fedlex · Erläuternder Bericht
2014 investierte die BLS Netz AG rund 172 Millionen Franken in den Substanzerhalt ihrer Infrastrukturanlagen.
Rhätische Bahn (RhB)
Die RhB betreibt und unterhält mit ca. 384 km Strecken das grösste schmalspurige Netz in der Schweiz. Die Infrastrukturanlagen der RhB befinden sich insgesamt in einem ausreichenden bis guten Zustand (2,8). Der grösste Handlungsbedarf besteht bei den Kunstbauten.
Die RhB wird durch standardisierte Baumethoden (z.B. Projekt Normalbauweise Tunnels), ein noch weiter verbessertes Life-Cycle-Management bei den einzelnen Projekten und eine Streckenbetrachtung (Abklärung von Totalsperren und vermehrte Gruppierung von Projekten) weiter an Effizienz zulegen. Mit dem Albulatunnel steht zurzeit ein Grossprojekt mit einem Investitionsvolumen von 360 Millionen Franken in der Umsetzung.
2014 investierte die RhB AG rund 135 Millionen Franken in den Substanzerhalt ihrer Infrastrukturanlagen.
Matterhorn Gotthard Bahn (MGI)
Die MGI AG betreibt und unterhält mit ca. 144 km das zweitgrösste schmalspurige Netz in der Schweiz. Die Infrastrukturanlagen der MGI befinden sich insgesamt in einem ausreichenden bis guten Zustand (2,6). Handlungsbedarf besteht zum grössten Teil bei den Sicherungsanlagen und in Bezug auf die Umsetzung des Behindertengleichstellungsgesetzes bei den Publikumsanlagen. In das Grossprojekt „Sanierung Furkatunnel“ werden bis 2024 insgesamt 190 Millionen Franken investiert.
Das Life-Cycle-Management der MGI ist angelehnt an das RTE 29900 und wird in der Investitionsplanung 2017–2020 entsprechend berücksichtigt.
2014 investierte die MGI AG rund 82 Millionen Franken in den Substanzerhalt ihrer Infrastrukturanlagen.
Schweizerische Südostbahn (SOB)
Die SOB betreibt und unterhält mit ca. 140 km Strecken das drittgrösste normalspurige Netz in der Schweiz. Der durchschnittliche Zustand aller Anlagen wird als ausreichend bis gut (2,6) beurteilt, das Infrastrukturnetz der SOB befindet sich mehrheitlich in gutem Zustand. Handlungsbedarf besteht namentlich bei den Anlagengattungen Kunstbauten und Fahrbahn. Unter anderem umfasst das Netz 173 Brücken und 17 Tunnel, von denen viele rund 100 Jahre alt sind, und gut 16 km Gleise haben ihre geplante Nutzungsdauer bereits erreicht.
Die SOB strebt ein optimales Life-Cycle-Management der Anlagen und einen optimalen Produkteeinsatz an. So prüft sie jeweils einerseits effiziente Umbaumethoden durch Gruppierung von Projekten und andererseits den Einsatz von unterhaltsarmen Produkten und Systemen wie besohlten Betonschwellen.
2014 investierte die SOB rund 55 Millionen Franken in den Substanzerhalt ihrer Infrastrukturanlagen. Viele Anlagen haben das Ende ihrer Nutzungsdauer erreicht. Die Abnutzung ist zum Teil beschleunigt worden durch eine höhere Verkehrsbelastung. Um eine günstige Altersstruktur zu erreichen und die Lebenszykluskosten zu senken, investiert die SOB derzeit etwas mehr in Erneuerung und Unterhalt. Längerfristig ist mit sinkenden Kosten zu rechnen.