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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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Teil III: Herausforderungen

7 Defizite und Handlungsfelder: Zielsetzungen

7.1 Stagnation als Verlust an Wettbewerbsfähigkeit

Parallel zur Internationalisierung und Professionalisierung des Leistungssports sind die Anforderungen an Verbandsorganisation, Trainerpersonen, Athletinnen und Athleten sowie Infrastruktur und Betreuungsumfeld erheblich gestiegen. Für Training und Wettkampf sind Athletinnen und Athleten auf ein effizientes Leistungsmanagement im Sportverband, auf geeignete Infrastrukturen, gute Betreuung und umfassende, qualitativ hochstehende Dienstleistungen angewiesen.

Im Vergleich zum privaten Engagement hat auf internationaler Ebene insbesondere das staatliche Engagement im Leistungssport deutlich zugenommen. Im Zuge dieser Entwicklung hat die Schweiz unübersehbar an Wettbewerbsfähigkeit eingebüsst. Auch wenn in den vergangenen Jahren auf allen Ebenen zusätzliche Förderanstrengungen unternommen worden sind, ist doch offenkundig, dass sich der schweizerische Leistungssport bei Fortschreibung des heutigen Förderniveaus kaum weiterentwickelt und im internationalen Kontext weiter an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Als Gradmesser für die Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Leistungssports können die Resultate an Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften herangezogen werden. Dies ergibt folgendes Bild:

− Zahlreiche Athletinnen und Athleten erreichen internationales Niveau und erfüllen die Qua-

lifikationskriterien der internationalen Verbände, schaffen aber den internationalen Durchbruch bis zur Weltspitze nicht.

− Medaillen- und Diplomränge entwickeln sich gemessen an der steigenden Anzahl Wett-

kämpfe rückläufig in den Sommersportarten und stagnierend bis rückläufig in den Wintersportarten.

− An internationalen Mannschaftswettbewerben sind - mit Ausnahme der noch jungen Sport-

art Unihockey - nur in den für den Werbe- und Sponsoringmarkt besonders interessanten Sportarten Fussball und Eishockey regelmässig positive Resultate zu verzeichnen. In allen anderen Mannschaftssportarten werden kaum mehr internationale Erfolge erzielt.

− Erfolge an Weltmeisterschaften und olympischen Spielen beruhen auf Leistungen von her-

ausragenden Ausnahmeathletinnen und -athleten, die meist nicht mehr von den Förderstrukturen des Verbands abhängig sind, oft aber im Nachwuchsalter in die Förderstrukturen der Verbände integriert waren.

− Die Verbände verfügen nur bedingt über die geforderte Leistungsfähigkeit, um die in ihren

Fördergefässen ausgebildeten Nachwuchsathletinnen und -athleten systematisch an ein internationales Spitzenniveau heranzuführen.

Diese Fakten sind Ausdruck eines Trends, der grundsätzliche Fragen zum gesellschaftlichen Stellenwert des Leistungssports in der Schweiz aufwirft. Insbesondere stellt sich die Frage nach der Rolle des Staats im Leistungssport. Mit der Verabschiedung des neuen Sportförderungsgesetzes im Jahre 2011 hat die Bundesversammlung ein klares Bekenntnis zur Förderung des schweizerischen Leistungssports abgelegt. Damit ist auch die Richtung für die Weiterentwicklung des schweizerischen Leistungssports aufgezeigt.

Entsprechend ist es das Ziel, die motivierte Jugend an den Leistungssport heranzuführen und die internationale Wettbewerbsfähigkeit des schweizerischen Leistungssports sowohl im