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Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

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erhalten in der Regel zusätzliche Unterstützungsleistungen von ihren Verbänden und privaten Sponsoren.

Parallel dazu hat das Grenzwachtkorps der Eidg. Zollverwaltung (EZV) seit vielen Jahren Stellen für Spitzensportlerinnen und -sportler in den Disziplinen Ski nordisch und Skialpinismus geschaffen (zurzeit 12 Stellen). Das Grenzwachtkorps entwickelt sein Modell der Spitzensportförderung laufend weiter. Die in diesem Zusammenhang rekrutierten Athletinnen und Athleten absolvieren zunächst die einjährige Grenzwachtschule mit eidgenössischem Fachausweis und danach zwei Jahre die Weiterausbildung zum vollwertigen Grenzwächter/Grenzwächterin.

Die in den vergangenen Jahren von Armee und Grenzwachtkorps eingesetzten Fördermittel sind für die Entwicklung des Leistungssports von grosser Bedeutung. Die entsprechenden Ausbildungsprogramme finden denn auch in Athletenkreisen hohe Anerkennung. Im internationalen Vergleich besteht dennoch Aufholbedarf, unternehmen doch vergleichbare ausländische Staaten im Rahmen des öffentlichen Dienstes wesentlich grössere Anstrengungen. Aus diesem Grund sind die Dienstleistungs- und Anstellungsmodelle der Armee und des Grenzwachtkorps den Bedürfnissen des Leistungssports entsprechend weiter zu optimieren.

Zusätzlich ist eine Ausdehnung der Spitzensportförderung auf Angehörige des Zivilschutzes und der Zivildienstes im Rahmen dieses Leistungssportkonzeptes aufzunehmen (Beschluss des Bundesrates vom 3. September 2014). Während für den Zivilschutz im Sportförderungsgesetz von 2011 gemäss Art. 16 Abs. 2 die Rechtsgrundlage bereits besteht, müssen für die Nutzung des Zivildienstes durch den Leistungssport noch entsprechende rechtliche Grundlagen geschaffen werden.

6.2 Trainerbildung und -förderung

6.2.1 Trainer als Beruf

Zentraler Erfolgsfaktor im Leistungssport sind die Trainerpersonen. Deren Bedeutung wird heute vor allem im Nachwuchsbereich unterschätzt, wo die entsprechenden Stellen oft mit unerfahrenen und schlecht bezahlten Berufseinsteigerinnen und -einsteigern besetzt werden. Das hat unterschiedliche Gründe, hängt aber vor allem mit der angespannten Finanzsituation vieler Sportverbände zusammen. Grundsätzlich besser präsentiert sich die Trainersituation in Sportarten mit soliden Sponsoringeinnahmen wie Fussball oder Eishockey.

Im Nachwuchs- und Elitebereich arbeiten heute insgesamt rund 2‘000 Trainerpersonen; davon sind in den Sportverbänden 250 auf Elitestufe, 250 auf nationaler und 700 auf regionaler Nachwuchsstufe tätig. Die Anstellungsverhältnisse sind sehr unterschiedlich. Im Neben- oder Ehrenamt tätige Trainerpersonen spielen in allen Verbänden eine wichtige Rolle, können aber regelmässig nicht das erforderliche zeitliche Pensum leisten, das die Aufgabe erfordern würde. Nur wenige Verbände haben ein professionelles Personalwesen aufgebaut und Strategien zur Personalrekrutierung und -entwicklung erarbeitet. Soweit in diesem Bereich Empfehlungen von Swiss Olympic bestehen, können diese oft aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden. Entsprechend hoch sind die Fluktuationsraten im Trainerwesen (rund 35% in fünf Jahren). Trainerpersonen verlassen ihre Stelle oftmals noch bevor sie über das erforderliche Fachwissen und die berufsspezifische Erfahrung verfügen.

Von den im Leistungssport tätigen rund 2‘000 Trainerpersonen sind knapp 10% in Vollzeitstellen engagiert. Diese im Vollamt angestellten Trainerpersonen verfügen heute über ein mittleres Jahreseinkommen von Fr. 65‘000.-, also deutlich weniger als in vergleichbaren Turn- und Sportlehrerberufen. Entsprechend gering sind auch die Entschädigungen für Trainerpersonen im Teilzeitamt (im Mittel unter Fr. 10‘000.-). Diese Situation ist vor dem Hintergrund der fachlichen und persönlichen Anforderungen an den Trainerberuf unbefriedigend.