Vorlage

Vernehmlassung 2015/56: Gesamtschau Sportförderung des Bundes · 46 Seiten

Fedlex · Vorlage · Seite 33Fedlex · Vorlage

Nachwuchs- als auch im Elitebereich zu gewährleisten und durch gezielte Massnahmen zu verbessern. Die Sportnation Schweiz soll international wahrgenommen werden und global gut positioniert sein. Dies setzt voraus, dass sich Schweizer Athleten an internationalen Wettkämpfen nicht nur bemerkbar machen, sondern regelmässig auch durchsetzen.

Auf der Grundlage dieser Zielsetzung sind Strategien und Handlungsschwerpunkte in folgenden Bereichen zu entwickeln: Athletenumfeld und Trainerwesen, Infrastruktur und Rahmenbedingungen.

7.2 Athleten- und Trainerförderung

Soweit eine breite Öffentlichkeit Erfolgserwartungen an den schweizerischen Leistungssport richtet, müssen dessen Strukturen und Kapazitäten internationalen Standards entsprechen. Schweizer Leistungssportlerinnen und -sportler sollen Rahmenbedingungen vorfinden, die eine dauerhafte und erfolgreiche Karriere innerhalb der schweizerischen Leistungssportstrukturen ermöglichen. Dazu gehört auch die rechtzeitige Planung der Nachsportkarriere. International erfolgreiche Athleten sollen im Spitzensport die Rahmenbedingungen vorfinden, um bestmögliche Leistungen zu erbringen. Dazu gehören die Vereinbarkeit von Sport und schulisch-beruflicher Ausbildung sowie ein minimales Einkommen (Postulat WBK NR 14.3381; Finanzierungssicherheit der Karriere von Athletinnen und Athleten) und die Prüfung von Möglichkeiten, die berufliche Vorsorge von Spitzensportlern zu verbessern. Entsprechend gefordert sind primär die Sportverbände und privates Sponsoring. Durch den Weiterausbau der bestehenden Fördergefässe kann auch die Armee einen Beitrag zur Professionalisierung des Trainingsumfelds erhöhen.

Verbesserungen sind insbesondere im Bereich der Berufsbildung, der Berufsanerkennung im Sinne der gesellschaftlichen Anerkennung des Leistungssports und des Hochschulwesens anzustreben. Das schweizerische Modell der Vereinbarkeit der schulisch-beruflichen und leistungssportlichen Ausbildung ist zwar unbestrittenes Programm, wird in der Praxis aber nur beschränkt umgesetzt. So ist es wichtig, dass die Lokalitäten der Bildungseinrichtungen und Leistungszentren geographisch nahe beieinander liegen. Nach einer Grundausbildung soll Spitzensport im Elitealter möglich sein und nicht an fehlenden adäquaten Rahmenbedingungen scheitern.

Trainerpersonen haben gegenüber Athletinnen und Athleten sowie Verbänden eine hohe Verantwortung. Ihr Einfluss auf die Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung einer Athletin oder eines Athleten ist entscheidend. Gesellschaftliche Anerkennung und Auskommen werden den damit verbundenen Erwartungen nur selten gerecht. Auch hier müssen sich die Massnahmen der Trainerbildung einerseits und die Professionalisierungsbemühungen anderseits am internationalen Standard orientieren.

Die im Nachwuchsbereich gestiegenen Anforderungen an das Traineramt sind im Rahmen ehrenamtlicher Tätigkeit nur noch bedingt zu bewältigen. Auf der Stufe Nachwuchs ist denn auch der Handlungsbedarf besonders offenkundig. Soweit die Sportverbände ihre Förderstrategien entsprechend anpassen, fehlen ihnen regelmässig die finanziellen Mittel, um im Nachwuchsbereich eine hohe Trainerqualität sicherzustellen. Dazu gehört auch, dass Leistungssportlerinnen und -sportler noch während ihrer Aktivzeit in Trainerlehrgänge eingebunden werden, soweit sie sich für eine künftige Trainer- oder Funktionärskarriere eignen.