Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2017/73: Ausbauschritt der Bahninfrastruktur 2030/35 (AS 2030/35) · 95 Seiten

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AS 2030/35

Bei der Infrastruktur sind hierzu der Zimmerberg-Basistunnel II, ein drittes bzw. viertes Gleis Zug–Baar mit Unter-/Überwerfung, ein drittes Gleis Zug–Chollermüli, grössere Ausbauten im Raum Luzern sowie diverse weitere Massnahmen notwendig. Die Kosten betragen insgesamt ca. 3,7 Milliarden Franken.

Zürich–Luzern (Albis-Konzept)

Zwischen Zürich und Luzern wird das Angebot verdichtet, es verkehren ganztags stündlich drei Zugpaare. Im Weiteren wird der RegioExpress Olten–Luzern zum Halbstundentakt verdichtet. Das Angebotskonzept im Personenverkehr hat zur Folge, dass der Güterverkehr von und nach Luzern via Nationalbahn geleitet werden muss statt über Rotkreuz.

Bei der Infrastruktur sind hierzu ein drittes Gleis Zug–Baar, ein drittes Gleis Zug–Chollermüli sowie diverse weitere Massnahmen notwendig. Die Kosten betragen insgesamt ca. 540 Millionen Franken.

Angebotsausbau Zug–Baar

Die S1 von Luzern/Rotkreuz sowie die S2 von Erstfeld/Arth-Goldau wird je halbstündlich verlängert bis zur neuen Haltestelle Baar Sennweid. Hierzu sind ein 3. Gleis Baar–Zug, eine neue Haltestelle Baar Sennweid, eine Wendeanlage Litti sowie ein Ausbau des Bahnhofs Arth-Goldau erforderlich. Insgesamt betragen die Kosten ca. 150 Millionen Franken.

Exkurs zur Variante Zimmerberg light

Für die Kapazitätsausbauten am Zimmerberg wurden im Rahmen der Arbeiten zum STEP AS 2025 sechs mögliche Alternativen im Korridor Zürich–Zug untersucht. Bereits in der damaligen Bewertung der Module erzielte einzig der Zimmerberg-Basistunnel II ein positives Nutzen-Kosten-Verhältnis. Für den STEP AS 2030 wurde untersucht, ob ein Zimmerberg light gegenüber einem Zimmerberg-Basistunnel in einem langfristigen Horizont nach 2040 vergleichbare Vorteile im Zusammenhang mit weiteren Streckenausbauten hätte. Es zeigte sich, dass beide Ausbauten langfristig vergleichbare Infrastrukturkosten generieren. Während beim Zimmerberg – Basistunnel II die Tunnelstrecke (Nidelbad–Litti) länger und damit teurer ist als der Ausbau der Stammlinie, verursacht der Ausbau der Stammlinie längerfristig - um die gleichen Funktionalitäten zu erhalten wie bei einem Zimmerberg-Basistunnel II - deutliche Mehrkosten im Knoten Thalwil sowie mit dem in beiden Fällen vorgesehenen Kapazitätsausbau der Strecke Zürich–Chur. Beide Varianten benötigen auch weitere Streckenausbauten im Abschnitt Baar–Zug–Chollermüli, um die definierten Angebote zu fahren. Mit dem Ausbau der Stammlinie würden Optionen für die mittel- und langfristige Weiterentwicklung endgültig vergeben, so zum Beispiel der nur mit dem Zimmerberg-Basistunnel II mögliche Fahrzeitgewinn oder die Knotenbildung in Luzern. Ausserdem würde der Zimmerberg light für alle Linien südlich des Knotens Zürich mittel- bis langfristig zum strukturbestimmenden Element. Die Fahrpläne der Strecken nach Chur, nach Luzern und am Gotthard müssten mit zunehmender Angebotsentwicklung auf den Knoten Thalwil ausgerichtet werden. Durch die Angebotsausrichtung auf Thalwil würden sich Anschlüsse in Zürich und Zug verschlechtern, was nicht sinnvoll ist. Aus diesem Grund ist der Zimmerberg-Basistunnel II die klar bessere Alternative.

Taktverdichtung Rotkreuz–Brunnen

Zwischen Arth-Goldau und Brunnen wird das Angebot zum Viertelstundentakt verdichtet, zwischen Rotkreuz und Arth-Goldau wird integral der Stundentakt angeboten. Dies bedingt eine Kreuzungsstelle zwischen Walchwil und Arth-Goldau sowie den Ausbau des Bahnhofs Zug mit Kosten von insgesamt ca. 70 Millionen Franken.

GEX Beschleunigung Rangierbahnhof Limmattal–Chur

Eine Güterverkehrstrasse pro Richtung kann zweistündlich alternativ als beschleunigte Expresstrasse geführt werden. Hierzu sind keine Infrastrukturmassnahmen notwendig.

Angebotsausbau Rapperswil–Pfäffikon SZ–Ziegelbrücke

Die S-Bahn von der March verkehrt direkt nach Rapperswil anstelle nach Zürich. Der RE Zürich HB–Chur hält neu in Lachen. Hierzu ist ein Ausbau des Bahnhofs Pfäffikon SZ inkl. Überwerfung mit Kosten von insgesamt ca. 250 Millionen Franken erforderlich.

Taktverdichtung Voralpenexpress Rapperswil–Arth-Goldau

Der Voralpenexpress (VAE) wird zwischen Rapperswil und Arth-Goldau zum Halbstundentakt verdichtet. Dies bedingt eine Doppelspur Schindellegi−Biberbrugg, einen Ausbau des Bahnhofs Samstagern, eine Kreuzungsstelle Sattel Krone sowie eine niveaufreie Kreuzung in Pfäffikon SZ. Insgesamt betragen die Kosten ca. 210 Millionen Franken.

Systematisierung Wädenswil–Einsiedeln

Die S-Bahn Wädenswil−Einsiedeln verkehrt systematisch im Halbstundentakt. Dies erfordert eine Doppelspur Schindellegi−Biberbrugg mit Kosten von ca. 70 Millionen Franken.

Angebotsausbau Luzern–Interlaken Ost und Luzern–Engelberg

Der Interregio Luzern−Engelberg wird integral zum Halbstundentakt verdichtet, auf der Brünigstrecke wird das Angebot saisonal um drei Zugpaare pro Tag erhöht. Die S55 wird stündlich bis Lungern verlängert. Im Weiteren halten die «schnellen» Züge z.T. in Hergiswil bzw. Stansstad, so dass die erforderliche Sitz- und Stehplatzkapazität bereitgestellt werden kann. Hierzu notwendig sind diverse Infrastrukturmassnahmen mit Kosten von insgesamt ca. 28 Millionen Franken.

Angebotsausbau P HVZ Fiesch–Andermatt–Disentis