Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten
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Sachplan geologische Tiefenlager
einigen Millionen Jahren abgeklungene vulkanische Aktivität wird daher auch über die nächste Million Jahre kaum wieder reaktiviert werden.
3.5.7 Schutz von Mensch und Umwelt vor Radioaktivität aus dem gTL
Die Kreisstadt Waldshut-Tiengen sieht sich insbesondere durch das Standortgebiet JO und den OFA-Standort in Villigen / Böttstein betroffen. Beim Bau und Betrieb sei ein besonderes Gefahrenpotenzial durch die radiologische Wirkung der OFA gegeben: Transporte und Umladevorgänge mit radioaktivem Material sowie Entlüftungsvorrichtungen. Das Primat der Sicherheit müsse bei allen OFA und NZA gleichsam in beide Richtungen gelten. So seien einerseits die Biosphäre, Mensch und Umwelt vor Emissionen hochtoxischer und strahlender Stoffe zu bewahren, welche überdies nicht an der Landesgrenze haltmachen würden, und andererseits müsse das unterirdische Lagerbergwerk vor den Folgen oberirdischer Naturereignisse geschützt werden.
Lauchringen stellt fest, dass insbesondere die OFA und dabei speziell die «heisse Zelle» von der Bevölkerung als sicherheitskritische, nukleare Anlage angesehen werde. Der Verein Lebenswerter Hochrhein bestätigt dies. Die Kreisstadt Waldshut-Tiengen und Lauchringen erlitten als Grenzgemeinden durch die ungeklärten Risiken dieser oberirdischen Verladestationen Benachteiligungen. Dettighofen und die Kreisstadt Waldshut-Tiengen erwähnen in diesem Zusammenhang die mögliche Freisetzung radioaktiver Stoffe in Katastrophen- oder Störfällen und die dabei nicht kalkulierbare Gefahr der Gesundheits- und Strahlenbelastung für die gesamte Bevölkerung am Hochrhein. Die ÖDP Waldshut beschreibt in einem Ereignisfall den Ausbreitungspfad über den Rhein und die Verantwortung gegenüber den betroffenen abstromigen Ländern. B90/Grüne Singen, BUND-Umweltzentrum Ortenau, KLAR! (D) und mehrere Einzelpersonen schliessen an diese Überlegung mit der Erwähnung derer Trinkwasserversorgungen an. B90/Grüne Singen, KLAR! (D) und mehrere Einzelpersonen fragen nach geeigneten Massnahmen zum Schutz des Trinkwassers, des Bodensees und fossiler Tiefenwässer vor der Radioaktivität des gTL für die aktuelle Situation und bei sich künftig ändernden Fliessrichtungen. Der Verein Lebenswerter Hochrhein ergänzt diese Betrachtungen um den Luftraum und die Böden und deren kontinuierliche radioaktive Belastung durch gTL und OFA.
Zahlreiche Einzelpersonen erwähnen in unterschiedlichen Formulierungen den Transport, das Umladen und die Umverpackung der Abfälle bzw. den Einlagerungsprozess im Allgemeinen sowie die Abwässer, Abluft und feste Stoffe, welche die (Oberflächen-)Anlagen verlassen, als mögliche Gefahrenquellen. Sei dies bei Normalbetrieb mit einer kontinuierlichen Ausbreitung radioaktiver Stoffe, bei Störfällen (ob technisch oder durch menschliches Unvermögen bedingt) oder terroristischen bzw. kriegerischen Einwirkungen mit punktuell grossen Emissionen. Explizite Erwähnung finden Flugzeugabstürze und Erdbeben. Die BEVA wird häufig als besondere Gefahrenquelle bezeichnet. Zwei Einzelpersonen unterstellen eine «Verniedlichung» der von OFA ausgehenden Gefahren. Eine Einzelperson fordert im Zusammenhang mit der Nähe zum Rhein geeignetere Standorte, welche beim Transport bezüglich Unfällen und Ereignissen besser überwacht und kontrolliert werden könnten. Hingegen bemängelt eine Einzelperson, die sicherheitstechnische Betrachtung sei zu sehr auf die OFA fokussiert.
Ebenfalls werden von vielen Einzelpersonen Leckagen im Lager oder Eindringen von Grundwasser in dieses befürchtet. Als Gründe dafür werden etwa tektonische Aktivitäten oder Wasserwegsamkeiten entlang von Rissen im Wirtsgestein erwähnt. So würden toxische und radioaktive Stoffe aus dem Lager ausgeschwemmt. Mehrere Einzelpersonen sprechen von einer Vielzahl – allerdings teils nicht näher spezifizierter – Risiken und Unfallmöglichkeiten.
Von Einzelpersonen werden als mögliche Ausbreitungspfade sehr häufig der Rhein und seine Zuflüsse genannt und damit verbunden die Verbreitung der Radionuklide in den Lebensraum von Millionen Menschen bis zur Mündung ins Meer. Eine Verseuchung bedrohe den Lebensraum, die Heimat und den