Ergebnisbericht

Vernehmlassung 2017/83: Etappe 2 des Sachplans geologische Tiefenlager · 202 Seiten

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Sachplan geologische Tiefenlager

werden die Rückhalteeigenschaften der weiteren Barrieren gegenüber derer der Endlagerbehälter wichtiger.

Die Wärmeentwicklung durch die HAA wird im Kapitel 3.5.13, die Rückholung ohne grossen Aufwand im Kapitel 3.5.4 behandelt.

Menschliches Eindringen in das Tiefenlager: Der Gefahr eines zukünftigen Anbohrens des Lagers166 oder eines anderweitigen menschlichen Eindringens wird durch fünf Massnahmen begegnet: Erstens wird das Lager mehrere hundert Meter unter der Oberfläche platziert (macht erhöhte Tiefenwirkung menschlicher Unternehmungen erforderlich, um das Umfeld des Lagers zu erreichen). Zweitens wird für die Information über das Lager eine redundante Dokumentation und Archivierung verlangt. Drittens sieht das Gesetz eine Markierung vor (zu der zu gegebener Zeit Vorschläge zu machen sind). Viertens wird signifikanten Nutzungskonflikten (Kriterium 2.4) ausgewichen, um auf Basis der heutigen Bedürfnisse der Gesellschaft ein frühzeitiges Anbohren zu verhindern. Fünftens hat die Nagra in der Sicherheitsanalyse jeweils den Fall eines Lageranbohrens und dessen radiologische Konsequenzen zu betrachten. Eine hundertprozentige Garantie für den langfristigen Schutz des Lagers wird dadurch nicht erreicht. Es ist anzunehmen, dass eine zukünftige Gesellschaft, welche fähig ist, mit Bohrungen oder auf anderem Weg in die Tiefenlage eines gTL vorzudringen, auch über die technischen Mittel und Kenntnisse verfügt, um eine radiologische Gefahr zu erkennen.

JO: Das Standortgebiet JO liegt zwischen zwei regionalen Störungszonen, der Mandacher Störung nördlich des Standortgebiets und der Jura-Hauptüberschiebung südlich davon. Eine Reaktivierung dieser beiden Störungsflächen ist langfristig nicht zu erwarten, da dazu die notwendige Überlagerung fehlt. Bei anhaltender Kompression würden bevorzugt südlich des Standortgebiets Überschiebungen reaktiviert und sich neue Störungen bilden.

Die wasserführenden Schichten unter- und oberhalb des Opalinustons zeigen aufgrund der Wasserzusammensetzung, dass diese beiden Systeme nicht miteinander kommunizieren und daher regional keine Fliesswege durch den Opalinuston hindurch vorhanden sind. Der Opalinuston bildet schon seit sehr langer Zeit eine hydraulische Barriere. Die «aggressiven» Wässer beim Bau des Bözbergtunnels wurden dort beobachtet, wo der Tunnel die Jura-Hauptüberschiebung durchfährt und aus der Tiefe stark mineralisierte Wässer aufsteigen. Mit zunehmendem Abstand von der Hauptüberschiebung wurden im Tunnel keine korrodierenden Wässer mehr angetroffen.

Es ist korrekt, dass sich im Standortgebiet JO anstelle der mehrheitlich tonigen Sedimente oberhalb des Opalinustons (die östlich des Aaretals als «Brauner Dogger» bezeichnet werden) und oberhalb der mergeligen Gesteine der in der Bohrung Riniken ca. 50 Meter mächtigen Passwang-Formation erste kalkige Bänke einschieben, die sich weiter westlich des Standortgebiets zu einer regional auftretenden wasserführenden Schicht verdichten (Hauptrogenstein). In der Bohrung Riniken (am Ostrand des Standortgebiets) finden sich zwei mächtigere Kalkbänke, die die lateralen Ausläufer des Hauptrogensteins darstellen. Dadurch wird die Mächtigkeit des einschlusswirksamen Gebirgsbereichs (Wirt- und Rahmengesteine) gegenüber den östlichen Standortgebieten eingeschränkt. Die Sicherheitsanalysen zeigen, dass trotz dieser Einschränkung sowohl ein sicheres Lager für HAA als auch für SMA erstellt werden kann.

ZNO: Die Vulkane im Hegau waren in einem Zeitraum vor 7 bis 15 Millionen Jahren aktiv. Geophysikalische Untersuchungen zur Wärmeverteilung im oberen Erdmantel unter dem Hegau zeigen, dass heute keine Anzeichen von magmatischer Aktivität oder Wärmeanomalien nachweisbar sind. Die bereits vor

166 Das Thema des ungewollten Anbohrens wurde auch in Frage 133 des Technischen Forums Sicherheit behandelt: www.ensi.ch/de/technisches-forum > Technisches Forum Sicherheit > Gefährlichkeit von Plutonium 239.