Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/21: Wirksamkeitsbericht 2016-2019 des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen unter Einschluss von Vorschlägen zur Anpassung des Bundesgesetzes über den Finanz- und Lastenausgleich (FiLaG) · 176 Seiten
Fedlex · Erläuternder Bericht · Seite 66Fedlex · Erläuternder Bericht
Wirksamkeitsbericht des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen
Gemäss Abbildung 4.11 hat die steuerliche Ausschöpfung seit 2008 im schweizerischen Mittel
leicht abgenommen (-0,7 Prozentpunkte). Gestiegen ist die Ausschöpfung hingegen in Kan-
tonen, deren steuerliche Ausschöpfung über dem Landesmittel liegt (GE, VD, NE, VS und BE).
Als Folge dieser Entwicklung vergrösserten sich die Disparitäten in der Steuerausschöpfung
gemessen an der Spannweite zwischen dem höchsten und dem tiefsten Wert der Steueraus-
schöpfung wie auch gemessen an der Standardabweichung (vgl. Tabelle 4.02). Das Ziel des
Abbaus dieser Disparitäten konnte somit nicht erreicht werden. Dabei ist einerseits zu beach-
ten, dass die Möglichkeiten, die Unterschiede in der Steuerbelastung mittels des Finanzaus-
gleichs zu reduzieren, beschränkt sind. Die Entwicklung der Steuerbelastung in den Kantonen
wird von zahlreichen Faktoren beeinflusst. Der Finanzausgleich stellt dabei nur ein Element
dar. Weit bedeutender für die Entwicklung der Steuerbelastungsunterschiede sind beispiels-
weise die Politik der Standortförderung oder die Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger in
Bezug auf staatliche Dienstleistungen. Andererseits ist zu berücksichtigen, dass die Disparitä-
ten in der Steuerbelastung nicht deckungsgleich sind mit den Disparitäten in der finanziellen
Leistungsfähigkeit. So weist beispielsweise der ressourcenschwache Kanton Uri eine deutlich
unterdurchschnittliche Steuerbelastung auf, während im ressourcenstarken Kanton Genf die
Steuerbelastung landesweit am höchsten ist.
Tabelle 4.02 Disparitäten bei der steuerlichen Ausschöpfung
Tabelle 4.02 Disparitäten in der Steuerausschöpfung
2008 2012 2013 2014 2015 2016 20172018
Spannweite 19.0% 21.8% 22.8% 22.7% 23.2% 23.5% 24.5% 24.1%
Standardabweichung 4.8% 5.5% 5.7% 5.9% 6.1% 6.2% 6.2% 6.2%
Gew. Standardabweichung 4.0% 4.6% 4.7% 4.8% 4.9% 4.9% 5.1% 5.2%
Durchschnitt aller Kantone 26.1% 26.8% 26.7% 26.7% 26.4% 25.5% 25.4% 25.2%
4.4 Erhalt der steuerlichen Wettbewerbsfähigkeit im nationalen und internationalen Verhältnis
Der Steuerwettbewerb stellt ein wichtiges Element des schweizerischen Föderalismus dar. Im
Rahmen der Evaluation des Finanzausgleichs ist daher u.a. auch ein besonderes Ausgenmerk
auf die Entwicklung der Steuerbelastung in den Kantonen zu legen. Gemäss dem KPMG Swiss
Tax Report 20172 belief sich der Einkommenssteuersatz im nationalen Durchschnitt 2017 auf
33,99 Prozent. Gegenüber 2007 wurde die Steuerbelastung der Einkommen nur unwesentlich
verändert (-0,9 Prozent). Demgegenüber wurde die fiskalische Belastung der Unternehmen in
diesem Zeitraum merklich verringert. So betrug der Gewinnsteuersatz im Durchschnitt 2017
gemäss KPMG 17,77 Prozent, d.h. 3 Prozentpunkte tiefer als 2007. Überdurchschnittliche
Steuersenkungen verzeichneten die Kantone Luzern, Nidwalden, Appenzell-Ausserrhoden,
Schwyz, Neuenburg, Glarus, Schaffhausen, Graubünden Aargau und Baselland. Wie im Ab-
schnitt 4.3 beschrieben, sind die Steuerbelastungsunterschiede zwischen den Kantonen bei
den natürlichen wie auch bei den juristischen Personen nach wie vor beträchtlich. Deren Mus-
ter hat sich jedoch seit Einführung der NFA nicht wesentlich verändert.
2 https://assets.kpmg.com/content/dam/kpmg/ch/pdf/clarity-on-swiss-taxes-2017-de.pdf