Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/43: Neues Bundegesetz über elektronische Medien · 85 Seiten

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(DVB-C). Daneben werden seit 2006 die Signale auch im DVB-IP-Standard verbreitet. Diesen Standard nutzen vor allem Betreiberinnen von Telefonnetzen wie Swisscom oder Sunrise. Neben der Verbreitung über diese sogenannten «Managed Networks» mit einer kontrollierten Qualität gewinnt die Verbreitung über das Internet (OTT oder Web-TV) stark an Bedeutung. Im Unterschied zu den «Managed Networks» erfolgt hier die Übertragung ohne die Zusicherung einer bestimmten Empfangsqualität.

Die grosse Mehrheit der Schweizer Haushalte nutzen ihre Fernsehinhalte noch über Kabel- und IP-TV-Netze. Die terrestrische Nutzung via DVB-T ist mit einem Anteil von zwei bis drei Prozent gering. Dies gilt auch für den Satellitenempfang, der von rund 10 Prozent der Haushalte genutzt wird. Hinsichtlich der ausschliesslichen Nutzung von Rundfunkangeboten über das Internet liegen für die Schweiz keine Zahlen vor. Es ist aber davon auszugehen, dass diese Nutzung dank der zunehmend vergleichbaren Qualität von OTT-Diensten und der tendenziell günstigeren Kostenstruktur an Bedeutung gewinnen wird. Dies dürfte die Position von internationalen Anbietern von Unterhaltungsangeboten (z.B. Netflix) stärken.

In einer zunehmend vernetzten Welt wird auch der Wettbewerb zunehmend internationaler. Die Vervielfachung der Übertragungskapazitäten, die Verringerung der Produktions- und Distributionskosten und der vereinfachte Zugang zu internationalen (Online-)Angeboten haben zu einer Vervielfachung des verfügbaren Angebots geführt. Vor diesem Hintergrund eines unüberschaubaren Angebots wird die Auffindbarkeit von gewünschten Inhalten zur Herausforderung. Intermediäre, deren Leistung etwa in der Bündelung oder der besonders geordneten Bereitstellung von digitalen Inhalten besteht (z.B. Suchmaschinen, Social Media oder Plattformen für nutzergenerierte Inhalte), haben deshalb an Bedeutung gewonnen. Sie bestimmen durch die Gestaltung der Selektionskriterien (Algorithmen) über die Auffindbarkeit von Inhalten und damit deren Nutzungswahrscheinlichkeit und im Fall von Google und Facebook zudem die Bedingungen der Werbeakquisition im Onlinebereich auch für die Schweiz wesentlich mit.

1.2.3 Mediennutzung

1.2.3.1 Radio

Seit 2002 sind die Reichweiten und Marktanteile der Radiogruppen in allen Sprachregionen mehr oder weniger stabil geblieben: Die konzessionierten Programme der SRG und der Privaten dominieren den Markt mit einem Anteil von rund 92 Prozent: Mit Abstand am meisten Zuspruch finden dabei die SRG-Radioprogramme. Ihr Marktanteil beträgt rund 65 Prozent. Die konzessionierten Privatradios weisen schweizweit insgesamt einen Marktanteil von gut 27 Prozent aus. Von geringerer Bedeutung sind die ausländischen Radios sowie die nicht konzessionierten schweizerischen Programme (Marktanteil von rund 6 bzw. gut 2 Prozent).

Die Radionutzung unterscheidet sich nach dem Alter: Zum einen sind die Reichweiten bei den jungen Radiohörerinnen und -hörern deutlich geringer als jene bei den Altersgruppen ab 45. Die grössten Reichweiten in den Altersgruppen 15- bis 34-Jährig haben die konzessionierten Schweizer Privatradios vor den SRG-Programmen. Beim Publikum ab 45 sind die Reichweiten der SRG-Radios am höchsten.