Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/43: Neues Bundegesetz über elektronische Medien · 85 Seiten
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ebenfalls stark angestiegen. Während heute fast 100 Prozent der Jungen das Internet regelmässigen nutzen, liegt der Anteil bei den über 75-Jährigen bei 45 Prozent. Neben der stationären Internetnutzung hat sich seit dem Aufkommen von Smartphones und Tablets die mobile Internetnutzung stark entwickelt.
Im Internet wird eine breite Palette an Anwendungen genutzt: Das Abrufen von Informationsangeboten ist dabei nur eine Funktion der Onlinemedien. Diese werden vor allem auch für die Interaktion und Kommunikation (Social Media, E-Mail etc.), zur Unterhaltung, für E-Commerce oder für Transaktionen genutzt. Am meisten Zeit wird in der Schweiz mit Angeboten global tätiger Unternehmen wie Google, Facebook, Youtube, Instagram oder WhatsApp verbracht. Die Nutzungsdauer ist hierfür vier Mal länger als für die fünf am häufigsten genutzten Internetseiten der Schweizer Medien zusammen. Dies zeigt, in welchem Konkurrenzumfeld sich schweizerische publizistische Medien hinsichtlich der zeitlichen Aufmerksamkeit des Publikums befinden.
Innerhalb der journalistischen Online-Angebote werden in allen Sprachregionen Angebote traditioneller Medienhäuser am häufigsten abgerufen. In der deutschsprachigen Schweiz findet das Angebot von 20min.ch in allen Altersgruppen mit Abstand den grössten Zuspruch, vor jenen von Blick, SRF, der NZZ und dem Tages-Anzeiger. Auch in der Suisse romande ist 20min online das am häufigsten genutzte Angebot vor jenem von RTS, Le Matin, 24heures und der Tribune de Genève. In der italienischsprachigen Schweiz sind die Online-Angebote von Ticinonline (Ticino online und 20min) mit Abstand die meistgenutzten, vor RSI, Ticinonews und dem Corriere del Ticino.
1.2.4 Wirtschaftliche Entwicklung
1.2.4.1 Werbemarkt
Die schweizerischen Medienangebote finanzieren sich vorwiegend aus drei Quellen: Aus Werbeerträgen, Abonnementserlösen (v.a. Presse) und Gebühren (SRG, 34 private Radio- und Fernsehanbieter). Der klassische Schweizer Werbemarkt schrumpft seit Jahren und weist zudem eine negative Basistendenz auf.
Abbildung 3 Entwicklung der Werbeumsätze nach Medien-Bereichen in Mio. CHF
3500
3000
2500
2000
1500
1000
500
0
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Presse Fernsehen Radio
Werbeerlös online Total Linear (Total)
Werbeumsätze in Mio. CHF nach den Bereichen Presse (Tages-, regionale Wochen- und Sonntagspresse), Fernsehen (inkl. ausländische Werbefenster) und Radio (inkl. Sponsoring): Nettowerbeumsätze. Werbeerlös online (Online Display, inkl. nicht journalistische Angebote): 2005 – 2013 Bruttowerbeumsätze, seit 2014 Nettowerbeumsätze. Quelle: Stiftung Werbestatistik Schweiz.
Konstant rückläufig waren zwischen 2006 und 2015 die Verkaufserlöse der Presse, und die Zahlungsbereitschaft für Online-Informationen ist nach wie vor tief. Leicht gestiegen sind demgegenüber die Gebühren. Im Jahr 2005 erhielt die SRG 1,1 Milliarden Franken, die privaten Radio- und Fernsehveranstalter 14 Millionen Franken. Ab 2019 erhält die SRG 1,2 Milliarden Franken, die privaten Radio- und Fernsehveranstalter 81 Millionen Franken.