Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/43: Neues Bundegesetz über elektronische Medien · 85 Seiten
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Abbildung 2 TV-Nutzung: Reichweiten nach Veranstalter- und Altersgruppen in Tausend 2017
300.0
250.0
200.0
TV Ausland
150.0
nicht konzessionierte Privat-TV 100.0
konzessionierte Regional-TV
50.0
SRG TV
0.0
3-14 15-25 25-34 35-44 45-59 60+
Altersgruppen
Quelle: Mediapulse 2018, Auswertung des 1. Semesters 2017 im Auftrag des BAKOM
Die Marktanteile und Reichweiten sind auch im Fernsehbereich über die Zeit hinweg relativ stabil geblieben. Verändert hat sich die Nutzungsdauer. 2002 lag sie in der Deutschschweiz noch bei 141 Minuten täglich, bis 2016 erfolgte ein Rückgang auf 124 Minuten. Die gleiche Tendenz ist auch in der Suisse romande feststellbar: Die TV-Nutzungsdauer reduzierte sich im gleichen Zeitraum von 167 auf 144 Minuten. Im Gegensatz dazu sank die TV-Nutzung in der Svizzera italiana nur geringfügig (von 177 auf 171 Minuten täglich). Dies entspricht einer Veränderung von lediglich gut 3 Prozent, während der Rückgang in den anderen Sprachregionen mit 13 bzw. 14 Prozent viel grösser ist.
Traditionellerweise wird Fernsehen linear geschaut. Aufgrund neuer technologischer Möglichkeiten hat sich die TV-Nutzung verändert: Fernsehen wird einerseits auf unterschiedlichen Geräten geschaut (z.B. mobil), anderseits hat sich auch die zeitversetzte Fernsehnutzung etabliert. Seit 2013 wird in der Schweiz die zeitversetzte Fernsehnutzung gemessen. Der Anteil der Live-TV-Nutzung ist seither um 10 Prozentpunkte gesunken (von rund 94 auf 84 Prozent). Bei der Altersgruppe der 15-29-Jährigen ist ein Viertel der Fernsehnutzung zeitversetzt.
Die Fernsehnutzung beschränkt sich zudem nicht mehr auf die Angebote traditioneller Fernsehanbieter. Vielmehr stehen diese seit längerem in direkter Konkurrenz zu schweizerischen und internationalen Bezahl-Angeboten (die z.T. auch über Internet angeboten werden) wie etwa Swisscom TV oder UPC TV (im Abonnement oder Pay-Per-View), die beide lineare wie auch On-Demand-Angebote bereitstellen, oder auch Streaming-Plattformen wie Netflix, die Filme und Serien (im Abonnement) anbieten.
1.2.3.3 Printmedien
Die Printmedien befinden sich seit den 2000-er Jahren in einem tiefgreifenden Wandel. Vor allem in der Deutschschweiz und in der Suisse romande hat sich die Medienkonzentration akzentuiert. Die Tageszeitungen werden in finanzieller Hinsicht durch Gratis-Tageszeitungen konkurrenziert, und im Zuge des digitalen Wandels vor allem durch das Internet. Folglich sind bei den Tageszeitungen die Werbe- und Abonnementseinnahmen rückläufig. In der Deutschschweiz ist die Auflage der Tagespresse (ohne Gratistitel) zwischen 2007 und 2017 um über 30 Prozent gesunken, in der Suisse romande um 31 Prozent. In der Svizzera italiana zeigt sich ebenfalls ein Abwärtstrend, aber er ist weniger drastisch als in den anderen Sprachregionen (16 Prozent). Von einer Fortsetzung dieser Entwicklungen ist auszugehen.
1.2.3.4 Internet
Von allen Medientypen erfolgte seit 2002 die markanteste Zunahme bei der Internetnutzung. Die Internetnutzung gehört heute zum Alltag. Aber sie unterscheidet sich nach dem Alter. Ein digitaler Graben besteht zwischen Jung und Alt, aber die Internetnutzung ist in jüngster Vergangenheit bei Letzteren