Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2018/70: Änderung des Stromversorgungsgesetzes (volle Strommarktöffnung, Speicherreserve und Modernisierung der Netzregulierung) · 99 Seiten

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ellen und unmittelbar absehbaren energiepolitischen Rahmenbedingungen (z.B. bestehender Kraftwerkspark). Sollte sich aus den Analysen eine negative Entwicklung der inländischen Versorgungssicherheit abzeichnen, könnten in Kenntnis des konkreten Problems frühzeitig geeignete Massnahmen angegangen werden. Zudem ist im Rahmen der Energiestrategie 2050 ein Monitoring implementiert worden, welches die Entwicklung der Erzeugungskapazitäten hinsichtlich der Richtwerte der Energiestrategie aufzeigt.

1.1.4 Wettbewerbsentwicklungen

1.1.4.1 Eigentumsstrukturen

Strukturell hat sich die Strombranche in den letzten Jahren wenig verändert. Ausländische Akteure spielen eine untergeordnete Rolle. Weiterhin befindet sich der überwiegende Teil der Branche im Eigentum der öffentlichen Hand (Kantone, Gemeinden, vereinzelt Bezirke), wobei deren Anteil am Unternehmenskapital zugenommen hat.15 Das Aktionariat der entflochtenen Swissgrid hat sich innerhalb der relativ engen gesetzlichen Rahmenbedingungen verändert, wobei die Anteile eines börsenkotierten Energieversorgungsunternehmens (EVU) durch ein anderes bereits beteiligtes EVU übernommen worden sind und weitere öffentlich beherrschte Aktionäre hinzugekommen sind.

Insgesamt existieren in der Schweiz mit 632 Werken im Verhältnis zur Einwohnerzahl weiterhin relativ viele Verteilnetzbetreiber. Die meisten Verteilnetzbetreiber nehmen aber oft nicht sämtliche operativen Aufgaben wahr, sondern stützen sich auf spezialisierte Dienstleister und Kooperationen mit anderen Werken.

1.1.4.2 Entwicklungen Regelenergie

Die Systemdienstleistungspreise der Swissgrid werden massgeblich durch die Preise der Ausschreibungen für die einzelnen Regelenergiearten beeinflusst und folgen diesen aufgrund des Beschaffungsprozesses (Ausschreibungen) mit bis zu einem Jahr Differenz. Durch die Primärreserve (PRL) werden kurzfristige Laständerungen abgefedert; sie wird automatisch und frequenzabhängig abgerufen. Die Sekundärreserve (SRL) wird bei Netzschwankungen innerhalb von fünf Minuten bereitgestellt, um die Primärreserve abzulösen. Die Tertiärreserve ist die Reservekapazität, die im Notfall eine Unter- bzw. Überproduktion (positive TRL bzw. negative TRL) auf dem Schweizer Strommarkt abfedert und zusätzlichen Strom einspeist bzw. speichert oder den Stromverbrauch senkt bzw. erhöht, um die Normalfrequenz im Stromnetz zu halten.

15 BET (2018), Markt- und Wettbewerbsanalyse (Update).