Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2018/70: Änderung des Stromversorgungsgesetzes (volle Strommarktöffnung, Speicherreserve und Modernisierung der Netzregulierung) · 99 Seiten
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Abbildung 11: Die wichtigsten Prozessschritte, die Hauptverantwortlichen sowie die Zeitpunkte der Schritte für die Speicherreserve (SG = Swissgrid). Hauptverantwortliche sind in fetter Schrift dargestellt, weitere direkt Involvierte in normaler Schrift. Zur Farbgebung: grau = einmaliger und vorbereitender Schritt; grün = Schritte finden im Normalfall jährlich statt; gelb = Schritt findet nur statt, wenn sich eine kritische Versorgungssituation abzeichnet, diese aber noch nicht eingetreten ist; rot = Schritt zum Abruf der Reserveenergie, falls sich effektive Knappheitssituation ergibt.
Evaluation: Eine Evaluation der Regelungen der Speicherreserve erfolgt durch das BFE, beispielsweise im Kontext des regelmässig zu erstellenden Berichts nach Artikel 27 Absatz 3 StromVV.
1.3.3 Stärkung der Verursachergerechtigkeit der Netznutzungstarifierung
Damit die Netzkosten den Endverbrauchern mit mehr Verursachergerechtigkeit auferlegt werden, dürfen die Netznutzungstarife der Netzebene 7 (Niedertarif) in Zukunft eine höhere Leistungskomponente (Rp./MW) aufweisen. Namentlich fällt die Mindestarbeitskomponente (Rp./kWh) für Endverbraucher in ganzjährig genutzten Liegenschaften ohne Leistungsmessung von 70 auf 50 Prozent.
Für den Fall, dass beim Endverbraucher eine Leistungsmessung installiert ist, besteht keine konkrete Vorgabe für den Mindestarbeitstarif. Die Netznutzungstarife müssen aber so festgesetzt sein, dass Eigenverbraucher mit einem Jahresverbrauch von weniger als 50 MWh gesamthaft nicht mehr Netzkosten entrichten müssen, als wenn sie einen Mindestarbeitstarif von 50 Prozent hätten. Hierdurch wird die Wirtschaftlichkeit der Eigenverbrauchslösungen angemessen mitberücksichtigt. Die Leistungskomponente kann im Netznutzungstarif somit umfassender und v.a. zeitdifferenziert, sprich dynamisch ausgestaltet werden. Dabei ist das Zusammenspiel mit den Flexibilitäten (und somit mit dem Verhalten der Eigenverbraucher) im Netz zu beachten: Auch Flexibilitäten in Last und Erzeugung können dazu genutzt werden, einen überdimensionierten physikalischen Netzausbau zu vermeiden.