Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2019/19: Bundesgesetz über den unterirdischen Gütertransport · 46 Seiten
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1.3.3 Kunden und Träger
Das Angebot von CST richtet sich an folgende Kundengruppen: Detailhandel, Industrie, Paketdienstleister, Baustoffindustrie, Entsorgungsbetriebe von Städten und Gemeinden, Entsorgungsdienstleister und Logistikdienstleister. CST richtet sich an gewerbsmässige Kunden. Dritte können die CST-Infrastruktur in jedem Fall über die Logistikdienstleister nutzen.
CST prüft verschiedene Betreibermodelle. Ein Modell sieht vor, dass CST sich aus einer Betreiber- und einer Eigentümergesellschaft zusammensetzen wird, die je eigenständig sind. Die Eigentümergesellschaft stellt das Werk zur Verfügung und die Betreibergesellschaft erbringt für die Kunden die Marktleistung/Dienstleistung. Die Eigentümergesellschaft trägt die Verantwortung für die Erstellung und Finanzierung des CST-Systems. Sie stellt für die erste Phase bis zur Erteilung der Baubewilligung 100 Millionen Franken Eigenkapital zur Verfügung. Zur breiten Abstützung der Eigentümergesellschaft ist ein Mix aus Mitteln von Industrie- und Logistikpartnern einerseits und Finanzinvestoren andererseits vorgesehen. Es ist geplant, dass für die weiteren Phasen, d. h. für die Werkerstellung/Bauphase sowie die Betriebs- und Wartungsphase Finanzmittel von den Generalunternehmen und Investoren hinzukommen. Die Betreibergesellschaft trägt das Marktrisiko und bezahlt die Eigentümergesellschaft laufend für die Nutzung des CST-Systems. Sie soll aus einem Konsortium von Logistikunternehmen, Nutzern und Verladern bestehen. Damit wird sichergestellt, dass das Marktbedürfnis abgedeckt und ein kundenorientiertes, wettbewerbsfähiges Angebot vorhanden ist.
1.3.4 Nachfrage und Auswirkungen
CST schloss im Jahr 2015 ihre Machbarkeitsstudie13 ab. Die Leitung der Studie oblag CSD INGENIEURE AG, welche von der Co-Programmleitung ecos AG unterstützt wurde. Die ecos AG war im Speziellen für die Themenbereiche Kosten- und Potenzialoptimierung und Businessplan zuständig. Die Projektarbeit wurde massgeblich durch weitere Kompetenzpartner14 unterstützt. Die Machbarkeitsstudie legt dar, dass zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der ersten Teilstrecke im Jahr 2030 die Nachfrage nach Transportleistungen durch CST rund 330 Millionen Tonnenkilometer im Tunnelsystem und weitere rund 90 Millionen Tonnenkilometer in der City-Logistik beträgt. CST geht davon aus, dass dies in Stosszeiten zur Engpassbeseitigung auf der Autobahn A1 beitragen kann. CST würde gemäss der Machbarkeitsstudie zu einer Glättung respektive Verschiebung der Belastung und einer Reduktion des schweren Gütertransports von bis zu 20 Prozent für die erste Teilstrecke (rund 40 Prozent nach dem Vollausbau) führen. Hinzu kommt, dass durch gebündelte und koordinierte Zustell- und Abholrouten die Fahrten für die City-
13 Die Machbarkeitsstudie ist nicht öffentlich zugänglich, weil sie schützenswerte Betriebsdaten enthält. Für den Bund relevante Grundlagen können aber aus der Studie «Volkswirtschaftliche Aspekte und Auswirkungen des Projekts Cargo Sous Terrain (CST)», Infras, BAV (Hrsg.) (2016) ersichtlich sein. Abrufbar unter: www.bav.admin.ch > Aktuell > Medienmitteilungen > Bundesrat legt weiteres Vorgehen für Projekt Cargo sous terrain fest > Dokumente (Stand: 12.02.2018)
14 BKS AG, CodX AG, Georg Utz, Loglay AG, LTW Intralogistics, PwC, Rapp Trans AG, SEW Eurodrive, Swisscom AG, swisslog und 7XS