Erläuternder Bericht

Vernehmlassung 2019/32: Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 · 51 Seiten

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3. Asien (Zentral-, Süd- und Südostasien) und 4. Osteuropa53 (Grafik 4). Diese Fokussierung stärkt die Wirksamkeit und Effizienz und bietet gleichzeitig genügend Flexibilität, um Chancen zu nutzen und auf Herausforderungen zu reagieren, beispielsweise im Zusammenhang mit der Schweizer Migrationspolitik.

Im Zeitraum 2021–2024 will das EDA seine Mittel der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit aus Lateinamerika und Ostasien in die vier Schwerpunktregionen verlagern, in denen ein grosser Bedarf besteht, unter Berücksichtigung der Kriterien für die Zusammenarbeit (Anhang 3). Ausserdem wird die Zahl der Schwerpunktländer der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit des EDA bis 2024 von derzeit 46 auf 34 reduziert. Mindestens 90 Prozent der geografischen Verpflichtungen in der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit des EDA erfolgen in diesen Schwerpunktländern, der Rest steht für punktuelle Engagements in anderen Ländern innerhalb der vier Regionen zur Verfügung (Ziff. 3.1.2).

Auch bei der humanitären Hilfe, der Friedensförderung und den Globalprogrammen Grafik 4: Neue Schwerpunktregionen der des EDA bilden die vier Schwerpunktregionen bilateralen Entwicklungszusammenarbeit des EDA einen Fokus; ihr universelles Mandat bleibt aber

bestehen.

Das EDA und das WBF werden in den vier Regionen eng zusammenarbeiten. Das WBF wird in diesen vier Regionen sein Engagement in einer begrenzten Zahl von Schwerpunktländern fortführen und auch seine Tätigkeit in gewissen Schwellenländern Lateinamerikas weiterverfolgen, wo die Schweiz aussenwirtschaftspolitische Interessen hat (Ziff. 3.1.2).

2.4.2 Thematische Schwerpunkte

Mit vier thematischen Schwerpunkten (Arbeitsplätze, Klimawandel, Migration und Rechtsstaat) kann sich die IZA auf Themen konzentrieren, die sich derzeit im Schnittbereich der Kriterien von Grafik 3 befinden. So wird eine Verzettelung vermieden und die Wirksamkeit gesteigert.

Arbeitsplätze

Arbeitsplätze sind ein Motor der Wirtschaft und ein Schlüsselfaktor bei der Armutsreduktion. Die Schweiz unterstützt die Stärkung der Rahmenbedingungen sowie innovative Lösungen für die wirtschaftliche Entwicklung und die Förderung des Privatsektors, der ein wichtiger Arbeitgeber ist. Die IZA orientiert sich am schweizerischen Berufsbildungssystem, das auf der Entwicklung von Kompetenzen beruht, und fördert eine auf die Bedürfnisse des Arbeitsmarkts zugeschnittene Ausbildung. Dabei wird die IZA den Fokus vermehrt auf junge Unternehmerinnen und Unternehmer legen, die über das Potenzial verfügen, Arbeitsplätze zu schaffen, sowie auf die Unterstützung von Startups. Vorgesehen sind zudem innovative Finanzierungsinstrumente, um öffentlich-private Investitionen für erfolgsversprechende Unternehmen zu mobilisieren.

Klimawandel

Bis 2030 könnten 100 Millionen Menschen aufgrund der Folgen des Klimawandels zurück in die extreme Armut fallen, und bis 2050 drohen 143 Millionen Menschen zu Klimamigranten zu werden.54 Gleichzeitig steigt der Anteil der gesamten Treibhausgasemissionen, welcher in Entwicklungsländern verursacht wird. In der Schweiz ist die Erwärmung bereits doppelt so hoch wie im globalen Durchschnitt.55 In seinem Bericht zur internationalen Klimafinanzierung vom 10. Mai 2017 schätzt der Bundesrat den fairen Anteil der Schweiz zur Umsetzung des Rahmenübereinkommens über Klimaänderungen56 und des

Einfluss auf internationale Normen zu einem bestimmten globalen Thema zu nehmen (Klimawandel und Umwelt, Wasser, Migration und Entwicklung, Gesundheit, Ernährungssicherheit).

53Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) gehören nicht zu dieser Region. Ein möglicher zweiter Beitrag für ausgewählte EU-Mitgliedstaaten ist Gegenstand einer separaten Botschaft und kann nicht als APD verbucht werden.

54Weltbank, 2018, abrufbar unter: www.worldbank.org > news > press releases > Climate Change Could Force Over 140 Million to Migrate Within Countries by 2050: World Bank Report

55www.meteoschweiz.admin.ch > Klima > Klimawandel Schweiz

56 SR 0.814.01

Erläuternder Bericht zur internationalen Zusammenarbeit 2021–2024 (02.05.2019)