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Vernehmlassung 2019/42: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2021-2024 (Kulturbotschaft) · 72 Seiten

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– «Organisation internationale de la Francophonie» (OIF): Der Bund engagiert sich auch in der OIF.. Er nimmt an Ministerkonferenzen teil und das EDI begleitet die Umsetzung der kulturpolitischen Anliegen der Organisation.

1.5 Erledigung parlamentarischer Vorstösse

Mit Überweisung der Kulturbotschaft können folgende Vorstösse abgeschrieben werden:

Das Postulat 15.4117 (Semadeni) verlangt eine Bilanz über die aktuelle Situation des Romanischen und des Italienischen in ihren angestammten Sprachgebieten und in der Schweiz vorzulegen und Möglichkeiten für eine Verbesserung ihrer Förderung aufzuzeigen. Die vorliegende Botschaft gibt Antwort auf das Postulat (vgl. Ziff. 2.6.2).

Die Motion 17.4308 (Regazzi) verlangt eine Klärung der Kriterien, die zur Aufnahme in das Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz führen. Die entsprechende Klärung ist durch eine Anpassung der Verordnung vom 9. September 198116 über das Bundesinventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz (VISOS) und Empfehlungen des EDI zu dessen Umsetzung erfolgt (vgl. Ziff. 2.5) .

2 Die einzelnen Förderbereiche der Kulturpolitik

2.1 Professionelles Kunst- und Kulturschaffen im Allgemeinen

Kunst und Kultur sind zentrale Faktoren des gesellschaftlichen Selbstverständnisses und der Identitätsbildung, fördern den Dialog und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Kunstformen – unter anderem Architektur, Design, Film, Fotografie, Kunst, interaktive Medien (v. a. Games), Literatur, Musik, Tanz, Theater, Zirkus – entwickelt das individuelle ästhetische Empfinden sowie die persönliche Kommunikations-, Ausdrucks- und Urteilsfähigkeit. Das zeitgenössische Kunst- und Kulturschaffen setzt sich kritisch mit den Grenzen der eigenen Wahrnehmung auseinander und fördert die Diskussion über individuelle und kollektive Werte.

Die Förderung des professionellen Kunst- und Kulturschaffens ist eine wichtige Aufgabe der staatlichen Kulturförderung. Eine Vielfalt von künstlerischen Ausdrucks-, Produktions- und Präsentationsformen trägt nicht nur zur Entfaltung und Bildung des Individuums bei, sondern ist auch ein Merkmal einer offenen Gesellschaft und kommt der Innovationsleistung des Staates zugute.

2.1.1 Nachwuchs

Die Schweiz verfügt in vielen Kunstsparten über bedeutende Ausbildungsstätten mit internationalem Ruf. Der Übertritt von der Ausbildung ins professionelle Schaffen ist eine wichtige Phase in jeder künstlerischen Laufbahn. Der Nachwuchsförderung kommt daher eine zentrale Rolle zu. Die Fördermassnahmen des Bundes (Pro Helvetia) bezwecken den Erwerb professioneller Praxis und künstlerischer Erfahrung sowie deren erste Vertiefung. Die Instrumente reichen von der Werkförderung über Residenz- und Coachingprogramme bis zu Vernetzungs- und Promotionsangeboten.

Der Ausbau der Nachwuchsförderung war ein Schwerpunkt in der Finanzierungsperiode 2016–2020. Beispielhaft ist etwa die Beteiligung von Pro Helvetia als Hautpartnerin am Nachwuchswettbewerb «Premio», welcher in Zusammenarbeit mit 35 Theaterinstitutionen aus der ganzen Schweiz die Produktion und Verbreitung der Bühnenstücke von Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern aller Sprachregionen ermöglicht. Im Bereich der Visuellen Künste wurde ein neues Förderinstrument geschaffen, welches Kuratorinnen und Kuratoren die Begegnung mit Schweizer Nachwuchskünstlerinnen und -künstlern ermöglicht. Weitere Beispiele von neuen Fördermassnahmen sind Residenzen an internationalen Kulturinstitutionen oder die Entwicklung eines neuen Mentoratsprogramms für junge Autorinnen und Autoren mit erstmaliger Werkpräsentation.

Entscheidende Erfolgsfaktoren in der Nachwuchsförderung sind Kontakte zu renommierten Partnern sowie die Unterstützung in verschiedenen Phasen des Kreationsprozesses. Für die Weiterentwicklung der Nachwuchsförderung ab 2021 sollen deshalb die Partnerschaften und Netzwerke im In- und Ausland ausgebaut und den Bedürfnissen und Potentialen der jeweiligen Sparten entsprechend weiterentwickelt werden. Ziel ist eine nachhaltige Positionierung von jungen Kunstschaffenden im nationalen und internationalen Kontext.

2.1.2 Künstlerisches Schaffen

Die Förderung des zeitgenössischen künstlerischen Schaffens durch den Bund betrifft sowohl die etablierten Kunstsparten als auch professionelle kreative Arbeit ausserhalb der traditionellen Disziplinen (z. B. performative Literatur und Comics, Games und interaktive Medien sowie interdisziplinäre Kreations- und Zusammenarbeitsformen). Die Werkförderung des Bundes trägt dazu bei, dass eine Vielfalt an qualitativ hochstehenden Werken entsteht. Werkbeiträge sind ein zentrales Element einer systematischen Laufbahnförderung. Sie führen die Nachwuchsförderung fort und bieten herausragenden Kunstschaffenden die Möglichkeit, ihre Werke für ein nationales und internationales Publikum zu realisieren.

Entwicklung Werkbegriff: Beeinflusst durch technologische Entwicklungen und transdisziplinäre Arbeitsweisen entwickelt sich der zeitgenössische Werkbegriff laufend weiter. Eine wesentliche Herausforderung für die Kulturförderung des Bundes besteht darin, diese Entwicklungen abzubilden und in allen Sparten die Förderinstrumente ständig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Förderung neuer digitaler Kreationen: Die Digitalisierung verändert die Rahmenbedingungen für das Kunst- und Kulturschaffen in allen Phasen der Wertschöpfung, von der Konzeption über die Produktion bis zur Distribution und Nutzung. Digitale Technologien können zu neuen Arten und Formen künstlerischer Werke führen, beispielsweise im Bereich der interaktiven Medien. Der Bund soll die Entstehung von genuin digitalen Kreationen unterstützen bzw. die bestehenden Fördermodelle wo nötig anpassen.

Innovative Zusammenarbeitsformen: Die Verbindungen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technologie sind von wachsender Bedeutung für das Kulturschaffen. Einerseits wecken technologische Entwicklungen etwa im Bereich der Künstlichen Intelligenz oder der Robotik das Interesse von Kunstschaffenden. Andrerseits suchen Forschende das Wissen und die Kompetenzen von Kunstschaffenden, um an den genannten Schnittstellen neue Erkenntnis-, Kreations- und Produktionsprozesse zu initiieren. Die Schweiz bietet mit ihren Hochschulen ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Entwicklung und Erprobung entsprechender Produktions- und Zusammenarbeitsmodelle. Für die

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