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Vernehmlassung 2019/42: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2021-2024 (Kulturbotschaft) · 72 Seiten

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weitere Länder die Erschliessung neuer Regionen und Märkte für den kulturellen Austausch und die Verbreitung von Schweizer Kultur weiter verstärkt.

– Residenzen: Die Verbindungsbüros von Pro Helvetia bieten Schweizer Kulturschaffenden in den entsprechenden Ländern Recherche- und Atelieraufenthalte an. Das bisher auf Länder mit Verbindungsbüros beschränkte Angebot soll aufgrund der wachsenden Nachfrage geografisch ausgeweitet und flexibilisiert werden, damit die Residenzangebote auch künftig den Anforderungen und Bedürfnissen der zeitgenössischen Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden gerecht werden und zusätzliche kulturelle Räume erreicht werden können.

– Unterstützung von internationalen Kooperationsprojekten: Zur Intensivierung und zum Neuaufbau von Kooperationen mit kulturellen Institutionen in Europa hat die Stiftung 2016–2020 neue Partnerschaften mit Partnerländern initiiert, welche die Zusammenarbeitsmöglichkeiten für Schweizer Kunst- und Kulturschaffende und die Verbreitung ihrer Werke erhöhen. So beteiligt sich Pro Helvetia beispielsweise im Bereich der neuen Musik an einem gemeinsamen Förderprojekt mit französischen und deutschen Partnerinstitutionen, welches den Austausch und die Verbreitung von neuen Werken zwischen den beiden Sprachräumen fördert. Darüber hinaus wurde 2018 eine einmalige Ausschreibung durchgeführt, mit der zwölf grössere Kooperationsvorhaben von Schweizer Kulturakteuren mit europäischen Partnern unterstützt wurden.

– Promotionsmodelle für europäische Metropolen: 2016–2020 wurden in den Kulturmetropolen Berlin und London neue Promotionsmodelle geschaffen, die Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden zusätzliche Unterstützung bei der Entwicklung ihrer internationalen Verbreitung bieten: Vor Ort wurden je eine Koordinatorin sowie verschiedene spartenspezifisch arbeitende Fachspezialisten mandatiert, um mit gezielten Promotions- und Vernetzungsaktivitäten den Schweizer Kunst- und Kulturschaffenden erhöhte Sichtbarkeit und die Möglichkeit von Auftritten und Folgeengagements zu verschaffen (Bereich Literatur, Tanz, Theater und Musik).

Ziele und Massnahmen

Die bisherigen Fördermassnahmen werden weitergeführt. Den dargestellten Herausforderungen soll in der Finanzierungsperiode 2021–2024 wie folgt begegnet werden:

– Verbreitung und Promotion: Dem laufend zunehmenden Interesse an Schweizer Kultur im Ausland soll mit zusätzlichen Mitteln für die Förderung von Tourneen, Gastspielen und Schwerpunkten begegnet werden. Einladungen von internationalen Programmverantwortlichen, Kuratoren, Verlegern usw. sollen ausgebaut und auf weitere Multiplikatoren ausgedehnt werden. Die in den letzten Jahren in den Bereichen Musik und Performing Arts lancierten Webseiten haben sich als Promotionsinstrumente bzw. Informationsquelle für internationale Kontakte bewährt und sollen weiterentwickelt werden. Nachholbedarf gibt es in den Bereichen Literatur (Online-Bibliothek mit Übersetzungen von Schweizer Literatur), Visuelle Kunst und Design.

– Internationale Wettbewerbsfähigkeit: Damit Schweizer Kunst- und Kulturschaffende im internationalen Vergleich konkurrenzfähig bleiben, bedarf es in allen Sparten einer stärkeren finanziellen und breiteren geografischen Unterstützung ihrer Projekte (Tourneen, Konzerte, Lesungen, Aufführungen usw.) im Ausland. Die in 2016 eingeführten Massnahmen zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sind daher in der nächsten Förderperiode auch auf andere Bereiche und Regionen ausserhalb Europas auszuweiten.

– Präsenz an internationalen Plattformen und Veranstaltungen im Ausland: Die in den letzten Jahren erfolgreich aufgebauten Präsenzen sollen auf weitere Zielregionen und Inhalte ausgeweitet werden. Um besser auf den internationalen Kunstbetrieb und die Promotionsbedü rfnisse der Kunst- und Kulturschaffenden einzugehen, will Pro Helvetia die systematische Vertretung von Schweizer Werken an zentralen internationalen Plattformen sicherstellen.

– Erschliessung neuer Regionen und Märkte für Kunst- und Kulturschaffende: Pro Helvetia prüft aufgrund der positiven Ergebnisse des Programms «Coincidencia» die Einrichtung eines Verbindungsbüros in Südamerika. Zudem werden die bisherigen Verbindungsbüros ihren Aktionsradius in den jeweiligen Regionen weiter schärfen und möglicherweise ausbauen. Die Vernetzung mit einer grösseren Anzahl relevanter Partner ermöglicht eine Verstärkung des Austauschs und der Präsenz von schweizerischen Kunstprojekten in den jeweiligen Regionen.

– Intensivierung und Flexibilisierung der Residenzen: Die Möglichkeiten für Atelieraufenthalte sollen geografisch erweitert und den Bedürfnissen der Kunst- und Kulturschaffenden angepasst werden. Einerseits sollen hierzu die Residenzangebote der Aussenstellen flexibilisiert werden, andererseits soll die Möglichkeit von selbstorganisierten Residenzaufenthalten auch ausserhalb der Aussenstellenländer geschaffen werden.

– Unterstützung von internationalen Kooperationsprojekten: Aufbauend auf den Erfahrungen der einmaligen Unterstützung in der Periode 2016–2020 sollen internationale Kooperationsprojekte insbesondere mit Partnern in Europa verstärkt gefördert werden.

– Weiterentwicklung von Promotionsmodellen für europäische Metropolen: Die für europäische Metropolen entwickelten Promotionsmodelle werden auf andere Zielregionen ausgeweitet und flexibilisiert. Damit soll in kulturell besonders dynamischen Regionen die Sichtbarkeit für Schweizer Kunst- und Kulturprojekte erhöht werden, um so die betreffenden Werke oder Kunst- und Kulturschaffenden bei Programmverantwortlichen bekannt zu machen.

2.3 Die einzelnen Sparten und Förderbereiche

2.3.1 Visuelle Künste

Die Schweiz verfügt über eine vielfältige Kunstlandschaft mit herausragenden, international erfolgreichen Künstlerinnen und Künstlern sowie bedeutenden Kunstinstitutionen, welche zeitgenössische Kunst zeigen. Der Bund unterstützt in den Visuellen Künsten Projekte in den Disziplinen Bildende Kunst, Fotografie, Neue Medien, Performance, Video, Architektur und Comics.

Ausgangslage und Herausforderungen

Nachwuchs

Siehe Ziffer 2.1.1.

Förderung des künstlerischen Schaffens

Aufgrund der seit 2016 verfügbaren Zusatzmittel ist es Pro Helvetia möglich, auch Werkbeiträge im Bereich der Visuellen Künste zu vergeben, womit eine wesentliche Lücke im Fördersystem geschlossen wurde. Die Stiftung hat abgestimmt auf die Förderpraxis von Städten und Kantonen – drei Unterstützungskategorien entwickelt (Beiträge an Recherchen und Vorarbeiten zu einer Kreation; reine Produktionsbeiträge;