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Vernehmlassung 2019/42: Botschaft zur Förderung der Kultur in den Jahren 2021-2024 (Kulturbotschaft) · 72 Seiten
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– Förderung von kuratorischer Arbeit: Der Relevanz von kuratorischer Arbeit soll Rechnung getragen werden, indem der Bund spezifische kuratorische Vernetzungs- und Arbeitsprozesse auf nationaler und internationaler Ebene unterstützt. Vertiefte inhaltliche Recherchearbeit von Kuratorinnen und Kuratoren, die massgeblich für monographische und thematische Ausstellungen notwendig ist, soll künftig als Teil des künstlerischen Prozesses gefördert werden.
Austausch im Inland
– Interkantonale Netzwerke fördern: In ausgewählten Disziplinen, namentlich Comics, Performance und Architektur, sollen in Zusammenschluss mit interessierten Partnern interkantonale Netzwerke initiiert und unterstützt werden, die zur gesteigerten Verbreitung der Disziplinen beitragen.
– Architektur: Im Bereich der Architektur sollen verstärkt Projekte gefördert werden, welche den Diskurs zwischen Architektur und Kunst und den internationalen Austausch zum Gegenstand haben. Wichtig ist dabei die thematisch gezielte Unterstützung von sorgfältig recherchierten Publikationen zur Schweizer Architektur und ihrer Bedeutung als künstlerische Disziplin.
– Fotografie in ihrer gesamten Breite fördern: Die Fördermassnahmen in der Fotografie werden entsprechend der heutigen Entwicklung des Mediums angepasst, so dass verstärkt auch Projekte aus dem Bereich der Dokumentar- und Angewandten Fotografie gefördert werden können.
– Kritische Reflexion: Siehe Ziffer 2.1.3.
Internationale Verbreitung und Promotion
– Teilnahme und Präsenz von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern an internationalen Plattformen fördern: Die Teilnahme und Präsenz an internationalen Plattformen ist für eine künstlerische Karriere unabdingbar. Die in den letzten Jahren erfolgreich lancierten Massnahmen sollen aufgrund der dynamischen Veränderungen des Kunstmarktes ausgebaut und weiterentwickelt werden.
2.3.2 Design und Interaktive Medien (Games)
In der Periode 2016–2020 hat der Bund unter dem Titel «Neue Zusammenarbeitsmodelle – Kultur und Wirtschaft» ein Fördermodell entwickelt, mit dem einer meist jungen Generation von Kreativen aus den Bereichen Design und Interaktive Medien (v. a. Games) ermöglicht werden soll, ihre qualitativ hochwertigen und innovativen Projekte erfolgreich auf dem Markt zu positionieren. Entstanden ist ein mehrstufiges Fördermodell, das die Konzeptentwicklung, die Herstellung von Prototypen, die Produktion sowie die Verbreitung unterstützt. Pro Helvetia hat mehrere Ausschreibungen für Projektunterstützung durchgeführt. Dank Partnerschaften mit der Innovations- und Wirtschaftsförderung erhalten die Entwicklerinnen und Entwickler sowie die Designerinnen und Designer Zugang zu unternehmerischem Fachwissen. Gezielte Massnahmen zur Vernetzung mit internationalen Partnern der Industrie, mit Verlagen und Investorinnen und Investoren werden ergänzt durch Mentoring- und Coachingangebote mit internationalen Expertinnen und Experten.
Im Bereich Design hat der Bund, zusätzlich zur bisherigen Förderung von Ausstellungen und Publikationen, seine Aktivitäten auch auf Produktförderung ausgedehnt. Im Bereich Interaktive Medien (Games) unterstützt der Bund innovative Computerspiele, die auch auf neuen Technologien wie Virtual oder Augmented Reality (VR/AR) basieren und ein nationales und internationales Marktpotential haben. Durch die verstärkte Präsenz an nationalen und internationalen Messen und Festivals sowie durch die Einführung von digitalen Plattformen («Swiss-Games» und «DesignSwitzerland») ist es in beiden Bereichen gelungen, die Wahrnehmung der jungen Schweizer Kreativen im In- und Ausland zu verstärken. Zahlreiche von Pro Helvetia unterstützten Projekte wurden international ausgezeichnet und von der internationalen Presse gewürdigt.
In der Gameindustrie nimmt die Schweiz in kreativer und technologischer Hinsicht eine Vorreiterrolle ein. Der Bundesrat hat in seinem Bericht «Games. Ein aufstrebender Bereich des Kulturschaffens» den qualitativ hochstehenden, in der Kulturförderung noch sehr jungen Bereich als nachhaltig unterstützungswürdig anerkannt.18
Ausgangslage und Herausforderungen
Nachwuchs
– Design: Siehe Ziffer 2.1.1.
– Interaktive Medien (v. a. Games): In der Schweiz sind Kreative aus dem Bereich Interaktive Medien in aller Regel ausgezeichnet ausgebildete Absolventinnen und Absolventen der Hochschulen für Kunst und Design oder der technischen Hochschulen ETH und EPFL. Die im internationalen Vergleich noch relativ junge Schweizer Branche leidet jedoch unter einem Mangel an produktionsbezogenem und unternehmerischem Fachwissen sowie unter begrenzten, auf wenige Institutionen beschränkten Finanzierungsmöglichkeiten. Die Schweiz verfügt weder über grössere Verlage noch andere Investorinnen und Investoren, welche die jungen Kreativen bei der Vorfinanzierung und der Markteinführung ihrer Produkte unterstützen.
Förderung des kreativen und künstlerischen Schaffens
– Design: Das neue Fördermodell, das die verschiedenen Stufen der Wertschöpfungskette berücksichtigt, muss weiterentwickelt und den Bedürfnissen der Designschaffenden sowie den Bedingungen des Marktes angepasst werden.
– Interaktive Medien (v. a. Games): Die Werke von Schweizer Entwicklerinnen und Entwicklern zeichnen sich durch einen hohen inhaltlichen und gestalterischen Innovationsgrad aus. Die Entwicklung interaktiver Inhalte ist jedoch kostenintensiv, da sie sich arbeitsteilig zwischen verschiedenen Fachberufen über einen längeren Zeitraum erstreckt.
Im Einzelnen stellen sich für die Periode 2021–2024 folgende Herausforderungen:
– Forschung und Produktion im Bereich Design: Die hohen Kosten der Entwicklung und Produktion neuer Produkte gehören weiterhin zu den grossen Herausforderungen des Bereichs. Die Forschungsprozesse der künstlerischen und technologischen Innovation sind zeitaufwändig und komplex und erfordern Spezialistinnen und Spezialisten mit vielfältigen Kompetenzen.
– Drittfinanzierungen für Designprojekte anregen: Die Produktion, beispielsweise einer Mode-Kollektion, und der Marktzugang sind nach wie vor kostspielig und erfordern zusätzliche Finanzierungen, die über die Verstärkung der Fördermassnahmen des Bundes hinausgehen.
18 Bericht des Bundesrates in Erf ü llung des Postulats 15.3114 Fehr «Bericht über das Potenzial der Schweizer Game-Industrie für Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft».