Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/12: Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 · 69 Seiten
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werden. Der Kampf gegen Korruption ist ebenso wie Rechenschaftspflicht und Transparenz zentral für das Vertrauen der Bevölkerung in den Staat und für den Wohlstand.
3.3.3 Geografischer Fokus
Die vier Schwerpunktregionen der IZA-
Strategie 2021–24 (Subsahara-Afrika,
Asien, Nordafrika und Mittlerer Osten
sowie Osteuropa) bleiben aufgrund der
drei angewendeten Analysekriterien –
Bedürfnisse der Bevölkerung, Mehrwert
und langfristige Interessen (s. Ziff. 3.3.1)
– aktuell. Sie werden für den Zeitraum
2025–28 beibehalten. Die Gewichtung
der drei Analysekriterien ist in den ein-
zelnen Regionen unterschiedlich.
Subsahara-Afrika
Mit einem Bevölkerungsanteil der unter 25-Jährigen von rund 60 Prozent48 und dem weltweit höchsten Bevölkerungswachstum verfügt Subsahara-Afrika über ein grosses Arbeitskräftepotenzial, und die Region erlebt eine dynamische Entwicklung, insbesondere im Bereich des Unternehmertums. Dank ihrer für die Weltwirtschaft wichtigen Rohstoffe verzeichnet die Region einen Anstieg der Auslandsinvestitionen, und sie steht zunehmend im Fokus des geopolitischen Interesses. Die Bedürfnisse sind hoch. Es gilt, die in den letzten Jahren erreichten wesentlichen Fortschritte der Region in der menschlichen und wirtschaftlichen Entwicklung zu konsolidieren und weiter voranzutreiben. Zentrale Herausforderungen sind schwache Regierungs- und Justizinstitutionen, Korruption und Misswirtschaft, die ungenügend regulierte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen unter anderem im Bergbau sowie der Zugang zu einer hochwertigen Bildung und zu Finanzierungen. Mehr als die Hälfte aller Menschen, die weltweit von extremer Armut betroffen sind, lebt in Subsahara-Afrika49. Der Bedarf an humanitärer Hilfe hat sich in den letzten vier Jahren verdoppelt50. Einige Regionen sind stark vom Klimawandel und von Nahrungsmittelkrisen betroffen. Andere erleben eine zunehmende politische Instabilität und ein Erstarken nichtstaatlicher bewaffneter Gruppen. Als Folge davon leidet der Kontinent unter einer Verschlechterung der Menschenrechtslage und einer Zunahme der Zwangsvertreibungen.
Der Mehrwert der Schweizer IZA beruht auf ihrem langjährigen Engagement und ihrer Präsenz vor Ort sowie auf dem Fehlen einer kolonialen Vergangenheit. Die Schweiz wird als Partnerin geschätzt und sie wird angehört. Schweizer Know-how ist gefragt, je nach Kontext in unterschiedlichen Bereichen: Vermittlung in Konflikten, Innovation in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Berufsbildung und landwirtschaftliche Produktion sowie Erfahrung mit lokaler Regierungsführung, Demokratie, Förderung der Privatwirtschaft und Schaffung von Arbeitsplätzen. Die Schweizer IZA
48 United Nations, World Population Prospects, 2017 Revision
49 World Bank Group, Poverty and Shared Prosperity 2022
50 OCHA, Global humanitarian Overview 2023