Erläuternder Bericht
Vernehmlassung 2023/12: Strategie der Internationalen Zusammenarbeit 2025–2028 · 69 Seiten
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engagiert sich vorrangig in fragilen Ländern oder in Ländern mit niedrigem Entwicklungsindex, unterstützt aber auch gewisse soziale und wirtschaftliche Stabilitätspole, die für die Entwicklung des Kontinents wichtig sind51.
Frieden und Stabilität auf dem afrikanischen Kontinent sowie die Schaffung von wirtschaftlichen Perspektiven vor Ort liegen im Interesse der Schweiz, insbesondere im Bereich Sicherheit und Migration. Stärkere afrikanische Märkte ermöglichen diversifizierte Wirtschaftsbeziehungen und fördern eine bessere Nutzung des Potenzials des EFTA-Freihandelsabkommens zum Beispiel mit der Südafrikanischen Zollunion. Zur Stärkung des Multilateralismus wird die Schweiz ihre Kontakte und ihre Zusammenarbeit mit den regionalen Organisationen des Kontinents fortführen, namentlich mit der Afrikanischen Union und der Afrikanischen Entwicklungsbank.
Asien
Asien ist der bevölkerungsreichste Kontinent und der globale Wirtschaftsmotor. Trotz dieses grossen Potenzials haben sich die wirtschaftlichen und sozialen Fortschritte in jüngster Zeit verlangsamt. Gebremst wurde die Dynamik durch die Auswirkungen von Covid-19, die geopolitischen Umwälzungen und die Folgen des Klimawandels und anderer Umweltprobleme. In den Partnerländern sind die Bedürfnisse gestiegen. Im Vordergrund stehen die Stärkung der wirtschaftlichen Widerstandsfähigkeit und die Weiterführung der Strukturreformen. Autoritäre Tendenzen haben zugenommen, ebenso die Kontrolle der Bevölkerung unter Missachtung der Menschenrechte oder des humanitären Völkerrechts, beispielsweise nach der Machtübernahme durch das Militär in Myanmar und durch die Taliban in Afghanistan im Jahr 2021. Vor diesem Hintergrund steigt der Bedarf an humanitärer Hilfe und die Zivilgesellschaft gerät zunehmend unter Druck. Die Schweiz engagiert sich in Asien, indem sie die nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region begleitet und dazu beiträgt, soziale Ungleichheiten abzufedern. Die Schweiz erbringt einen Mehrwert, beispielsweise in der Berufsbildung, bei der Förderung des Privatsektors und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen, aber auch bei der Eindämmung des Klimawandels und der Anpassung an den Klimawandel sowie bei Fragen der guten Regierungsführung und der Rechtsstaatlichkeit in Ländern wie Nepal, Bangladesch und Vietnam. Die Schweiz engagiert sich auch weiterhin in sehr fragilen Ländern oder Konfliktländern wie Myanmar und Afghanistan. Ziel ist es, im Sinne ihrer Tradition die Zivilbevölkerung zu schützen, die Lebensgrundlagen zu sichern und den Zugang zur Grundversorgung zu erhalten.
Die wirtschaftliche Entwicklung in den asiatischen Ländern gibt Impulse für die Weltwirtschaft und den Handel mit der Schweiz. Es ist daher im Interesse der Schweiz, dass die IZA diese Länder im Bereich der Nachhaltigkeit begleitet, wenn über neue Freihandelsabkommen oder über die Weiterführung bestehender Abkommen verhandelt wird, wie zum Beispiel im Fall von Indonesien. In Zentralasien trägt die IZA zur Förderung der Stabilität in den Ländern bei, die zur Stimmrechtsgruppe der Schweiz in multilateralen Organisationen wie der Weltbank und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gehören.
Osteuropa
In Osteuropa wurden bedeutende Fortschritte in Richtung Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft erzielt (s. Ziff. 1.2.1). Die meisten Schwerpunktländer
51 Siehe Anhang 1 für die Liste der Schwerpunktländer