Ergebnisbericht
Vernehmlassung 2024/1: Totalrevision der Verordnung über die eidgenössische Berufsmaturität (BMV) · 118 Seiten
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sgv unterstützt die Reform der Berufsmaturität. Sowohl die BMV als auch der RLP-BM finden, abgesehen von einzelnen Artikeln, die Zustimmung des sgv. Die Überprüfung und Justierung mit Blick auf die Studierfähigkeit, einschliesslich des Grundlagenbereichs und der überfachlichen Kompetenzen, wird unterstützt, insbesondere auch die Erweiterung des Begriffes «BM-Lektion», die Richtlinien zum Blended Learning und Englisch als dritte Sprache und obligatorisches BM-Fach.
sgv kritisiert, dass im erläuternden Bericht der Eindruck erweckt wird, BM sei die Krönung der Berufslehre und der einzige Weg, um leistungsstarke Jugendliche zu fördern, die anschliessend ein FH-Studium aufnehmen. Für sgv ist die BM ein möglicher Weg. Ein anderer ist über das EFZ und die HF oder über eine Berufsprüfung.
Travail.Suisse begrüsst grundsätzlich das Revisionsprojekt, welches eine Optimierung, Präzisierung und Aktualisierung der Grundlagen der Berufsmaturität zum Ziel hat. Die Berufsmaturität geniesst für Travail.Suisse eine grosse Wichtigkeit. Sie bietet mit dem direkten Zugang zu den Fachhochschulen und der Passerelle zu den Universitäten Bildungswege von der Berufsbildung in den Hochschulbereich. Zwischen 2016 und 2022 ist insgesamt ein leichter Rückgang der Anzahl BM-Abschlüsse zu verzeichnen. Deutlich erkennbar ist auch eine Verschiebung von BM1 zu BM2. Aus Sicht von
Travail.Suisse sind diese Entwicklungen kritisch zu betrachten. Insbesondere die Abnahme des Anteils BM1 ist aus Sicht der betroffenen Jugendlichen negativ, da damit nicht nur ein Zeitverlust, sondern auch ein Einkommensverlust verbunden ist. Für Travail.Suisse ist daher eine Stärkung der BM insgesamt und der BM1 im Speziellen ein wichtiges Ziel.
SGB unterstützt das mit der vorgeschlagenen Totalrevision angestrebte Ziel der Stärkung der Berufsmaturität, der Durchlässigkeit von der Berufsbildung in die Fachhochschulen und der Sicherstellung der Studierfähigkeit der BM-Absolventinnen und Absolventen.
SGB kritisiert hingegen die begrenzte Anzahl von Lehrberufen, die es ermöglichen, eine BM1 parallel zur Lehre zu absolvieren, und den Rückgang dieser Möglichkeit. Bei der Förderung der BM1 sieht SGB neben den Kantonen klar die Branchenverbände und die Lehrbetriebe in der Verantwortung. Zudem bemängelt SGB die grossen Unterschiede in den BM1- und BM2-Quoten zwischen den Kantonen, die auf unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen zurückzuführen sind. Eine Studie des Schweizerischen Observatoriums für Berufsbildung (OBS EHB) aus dem Jahr 2022 zeigt, dass verpflichtende Aufnahmeprüfungen die Eintrittsrate zur Berufsmaturität senken und zu weniger erfolgreichen Abschlüssen führen, insbesondere bei Lernenden aus sozioökonomisch schwächeren Familien. SGB sieht hierin eine verpasste Chance der Reform, die Zulassungsverfahren zu vereinheitlichen und Aufnahmeprüfungen abzuschaffen.
3.5 Organisationen aus dem Bildungsbereich
Die Organisationen aus dem Bildungsbereich wurden in vier Kategorien aufgeteilt, welche den Kapiteln 3.5.1 bis 3.5.4 entsprechen.
3.5.1 Gesamtschweizerische Organisationen
Das vorgesehene Antwortformular wurde von 11 der 12 gesamtschweizerischen Organisationen verwendet, die eine Stellungnahme eingereicht haben.
Nachfolgend werden nur die Rückmeldungen wiedergegeben, die überwiegend allgemeiner Natur sind, sofern solche Rückmeldungen gemacht wurden (allgemeine Würdigung der Reform und ähnliches).